Gewässerschutz: Erste Maßnahmen gegen das Ausbringen von Gülle erfolgreich

Mehr als 30 Meter tief ist die Gülle in den ländlichen Böden, alle Hausbrunnen sind bereits verboten
Mehr als 30 Meter tief ist die Gülle in den ländlichen Böden. Die meisten Hausbrunnen sind großflächig zur Trinkwasserentnahme verboten / Foto: HB

(WK-intern) – Neue Maßnahmen, um den Nitrateintrag in die Gewässer Schleswig-Holsteins zu reduzieren, haben in diesem Herbst erste Wirkungen gezeigt.

So trugen intensive Kontrollen des zuständigen Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume dazu bei, dass weniger Gülle und Gärreste rechtswidrig auf abgeerntete Maisfelder ausgebracht wurden, wie das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium heute (22. November) mitteilte.

Außerdem hat das Land einmalig ein Förderprogramm zur Ausweitung von Gülle-Lagerkapazitäten aufgelegt, das innerhalb kurzer Zeit sehr gut angenommen wurde.

„Das sind wichtige Schritte, um die Gewässer zu schützen. Sie sind ohnehin in keinem guten Zustand. Wir müssen dringend den Nitrateintrag reduzieren, um Trinkwasser der künftigen Generationen nicht zu gefährden“, sagte Minister Robert Habeck. „Bis Jahresende wollen wir weitere Maßnahmen vereinbaren. Hier sind wir in guten Gesprächen mit dem Bauernverband.“

Speziell in den letzten beiden Jahren waren im Herbst massiv Gülle und Gärreste auf Maisstoppel ausgebracht worden. Habeck hatte deshalb im Spätsommer klargemacht, dass diese Praxis rechtswidrig ist, weil nach der Ernte von Mais in keinem Fall ein Stickstoffdüngebedarf besteht. Er kündigte auch verstärkte Kontrollen an. Zudem wiesen der Bauernverband Schleswig-Holstein und die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Abstimmung mit dem MELUR noch einmal auf die Rechtslage hin.

„Dieses konstruktive Zusammenspiel war gut“, sagte Habeck. Während sich in den Vorjahren etliche Anwohner über Gülleausbringung im Herbst beschwert hatten, gab es dieses Jahr kaum noch Beschwerden. Dennoch zählte das LLUR bei den Kontrollen mindestens 15 Verstöße, im Vorjahr waren es zwei. „Wir haben sehr viel intensiver kontrolliert“, sagte Habeck. Diejenigen, die die Vorgaben nicht befolgt hätten, werden bei der bevorstehenden Auszahlung der landwirtschaftlichen Betriebsprämie im Dezember dieses Jahres mit einer dreiprozentigen Kürzung der Direktzahlungen bestraft.

„Neben dem zuständigen LLUR möchte ich auch der Landwirtschaftskammer, dem Bauernverband, dem Landesverband der Lohnunternehmer, den Wasserbehörden der Kreise sowie den Polizeidienststellen für die gute Unterstützung und die Information ihrer jeweiligen Mitgliedsbetriebe danken“, sagte Habeck.

Das Ausbringen der Gülle hängt vor allem mit Engpässen bei der Lagerung zusammen. „Hier haben die Landwirte versäumt, rechtzeitig aufzustocken. Weil aber Handlungsbedarf besteht, hilft das Land zeitlich begrenzt bei der Ausweitung der Lagerkapazitäten, besonders für Vieh haltende Betriebe“, sagte Habeck. Das Programm läuft seit Anfang Oktober. „Es ist sehr erfolgreich. Das Budget von rund 1,7 Mio. € Fördermitteln ist nach relativ kurzer Laufzeit bereits nahezu ausgeschöpft“, so Habeck weiter. Da ohne Aufstockung des Budgets ein Antragstopp verhängt werden müsse, wird nun geprüft, ob weitere Haushaltsmittel  zur Erweiterung der Lagerkapazitäten zur Verfügung gestellt werden können. „Die Landwirte haben erkannt, dass sich durch Güllegaben im Frühjahr eine effizientere Stickstoffausnutzung erzielen lässt und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zum Gewässerschutz geleistet wird“, betonte der Minister abschließend.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@melur.landsh.de | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de |
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