Strompreis-Erhöhungen über acht Prozent sind nicht hinzunehmen

(WK-news) – Unverschämte Strompreiserhöhungen

Viele Stromanbieter erhöhen zum Jahresanfang die Preise saftig. Der Bund der Energieverbraucher rät Verbrauchern, Erhöhungen über acht Prozent nicht hinzunehmen. Zwar hört sich eine Erhöhung von 13 Prozent moderat an. Auf einen Strompreis von 27 Cent je Kilowattstunde berechnet erhöht sich der Strompreis jedoch dadurch um 3,5 Cent je Kilowattstunde. Wer jährlich 4.000 Kilowattstunden verbraucht, muss dadurch 140 Euro jährlich mehr bezahlen.

Ist eine solche Erhöhung gerechtfertigt?
Die staatlich verordneten Mehrbelastungen der Strompreise summieren sich auf 3,2 Cent je Kilowattstunde: Die EEG-Umlage steigt zum Jahresanfang um 1,7 Cent, die Netzentgelte steigen um rund 0,5 Cent, die Industriebefreiungen von den Netzentgelten (§ 19 NetzeV) machen 0,2 Cent aus und die Offshore-Haftungsregelung 0,25 Cent. In der Summe sind das 2,65 Cent Erhöhung worauf noch die Mehrwertsteuer erhoben wird.

Kostensenkungen nicht weitergegeben
Die Stromversorger kaufen den Strom günstiger ein – wegen der erneuerbaren Energien. Und sie haben ihre Margen erhöht. Der Strom könnte also zwei Cent je Kilowattstunde günstiger sein, ohne dass die Versorger weniger verdienen als vor zwei Jahren. Das hat ein Gutachten von Gunnar Harms aufgedeckt.

Angemessene Erhöhungen
Verrechnet man die Mehrkosten mit den Einsparungen, dann erscheint eine Strompreiserhöhung von 1,8 Cent beziehungsweise sechs bis acht Prozent angemessen. Dabei wurde bei den Kostensenkungen bereits ein Sicherheitsfaktor von rund einem Cent berücksichtigt. Die meisten Versorger verordnen ihren Kunden höhere Preisaufschläge.

Wie Sie sich wehren können
Zahlen Sie den alten Preis weiter und bestreiten Sie dem Versorger schriftlich das Recht auf Preiserhöhung sowie die Billigkeit der Erhöhung. Das ist mit einem gewissen Risiko verbunden: Kommt es zu einem Gerichtsverfahren, entscheiden die Gerichte unterschiedlich. Deshalb nur zu empfehlen, wenn Rechtsschutz besteht. Einen Musterbrief finden Sie hier. Oder wechseln Sie zu einem günstigeren Versorger.

Zwei Fallstricke
Es gibt zwei Fallstricke für Energieverbraucher:

  • Der Anbieter wird nicht gewechselt oder noch schlimmer: man bleibt im Grundtarif des Grundversorgers. Mehr als die Hälfte aller Verbraucher verschenken dadurch jedes Jahr hunderte von Euros.
  • Es wird zu einem unseriösen Anbieter gewechselt. Dessen Preise sehen auf den ersten Blick zwar sehr günstig aus. Das dicke Ende kommt später und unter dem Strich ist der vermeintlich so günstige Anbieter teurer als andere. Man handelt sich eine Menge Ärger ein und zahlt zudem zuviel. Die Zeitschrift Finanztest rät von folgenden Tarifen ab: Mit Vorkasse, Pakettarife, mit Neukundenbonus, kurze Garantie, lange Kündigungsfrist (drei Monate). Aber Achtung: Gerade solche Tarife sind besonders günstig.

Seriöse und günstige Anbieter
Die Zeitschrift “Finanztest” hat in 15 Städten die Stromanbieter verglichen und günstige und verbraucherfreundliche Stromanbieter empfohlen. Oft dabei sind folgende Versorger und Tarife: Stadtwerke Flensburg (Flensburg extra), NaturWatt (Hausstrom), EnergieGut (HalloSpar), Stadtwerke Rostock (Ostsee-Strom 365), RheinEnergie express (FairKonstant flex), BayWa (Ökostrom 12), Mark E (Top Strom), ESWE (Natur Strom), SWU Energie (Schwabenstrom online).

Hauspilot hilft
Wer bei den Anbietern und Tarifen nicht durchblickt, kann trotzdem wechseln. Der Tarifrechner Hauspilot.de hilft allen Verbrauchern: er sucht den wirklich günstigsten Anbieter für Sie heraus und berücksichtigt dabei nur seriöse Anbieter. Firmen wie der Pleiteanbieter Teldafax waren bei Hauspilot nie auf der Liste. Der Bund der Energieverbraucher e.V. empfiehlt deshalb, mit Hilfe von Hauspilot zu einem günstigen, jedoch seriösen Anbieter zu wechseln. Nach dem ersten Wechsel kommt es darauf an, die Tarifentwicklung im Auge zu behalten und zu einem günstigen Zeitpunkt erneut zu wechseln. Auch hier hilft der Hauspilot. Der “Tarifradar” behält für Sie die Preise und Anbieter im Auge. Bei Handlungsbedarf bekommen Sie ein Signal. Der Service kostet jährlich 25 Euro.

PM: Bund der Energieverbraucher

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