Schleswig-Holstein will Netzausbau an der Westküste beschleunigen

Windpark an der Nordsee / Foto: HB
Windpark an der Nordsee / Foto: HB

(WK-intern) – Energiewendeminister Robert Habeck: „Der Netzausbau ist die Nagelprobe für die Energiewende. Bürger und Verbände werden wir intensiv beteiligen.“

Ein schneller Bau der Westküstenleitung und gleichzeitig viel Bürgerbeteiligung – das will die schleswig-holsteinische Landesregierung erreichen.

Das Kabinett erklärte heute (20. November 2012) bei seiner auswärtigen Sitzung in Büsum (Kreis Dithmarschen) den Netzausbau zu einem ihrer prioritären Projekte und stimmte dem Vorschlag des Energiewendeministeriums zu, bei der Westküstenleitung auf den Abschnitten von Heide nach Niebüll auf ein formales Raumordnungsverfahren zu verzichten. Stattdessen sollen die raumordnerischen Fragen – vor allem die Auswirkungen auf Menschen und die Natur – in die Planfeststellung integriert werden. Dieses Vorgehen soll die Planungen um ein halbes bis Dreivierteljahr beschleunigen. Gleichzeitig sollen Bürgerinnen und Bürger ebenso sehr oder sogar noch mehr einbezogen werden wie beim klassischen Verfahren. Deshalb wird ein intensiver Bürgerdialog vorgeschaltet.

„Der Netzausbau ist Herzstück und Nagelprobe der Energiewende in Schleswig-Holstein“, sagte Energiewendeminister Robert Habeck. Die insgesamt ungefähr 150 Kilometer lange Westküstenleitung von Niebüll über Husum und Heide nach Brunsbüttel sammelt den günstigen Onshore-Wind des Nordens ein und führt ihn nach Süden ab. Unter anderem durch die Ausweisung neuer Windeignungsgebiete wird die Trasse schnell gebraucht. „Der vorgesehene Zeitplan ist zwei bis drei Jahre schneller als im Netzentwicklungsplan vorgesehen. Wenn alles klappt, können wir im Jahr 2017 alle Abschnitte der Westküstentrasse planfestgestellt haben. Das letzte Teilstück bis Niebüll könnte im Bau oder fertig sein“, sagte Habeck. „Jetzt werden wir zusammen mit den betroffenen Kreisen und TenneT eine Realisierungsvereinbarung verhandeln, in der wir gemeinsam konkrete Termine vereinbaren.“

Der Energiewendeminister betonte: „Der Netzausbau wird nur gelingen, wenn wir intensiv mit allen Beteiligten sprechen und mit ihnen nach der besten Lösung suchen. Das haben wir in den vergangenen Monaten schon getan, bei vielen Terminen vor Ort, vielen Gesprächen, bei Konferenzen in Heide und Husum. Dies wollen wir fortsetzen und fest in die Planungen integrieren. Es werden am Ende nicht alle hundertprozentig zufrieden sein, aber jeder soll wissen, dass es ein faires, transparentes Verfahren gab.“

Die 380 kV Leitung ist vom Vorhabenträger, dem zuständigen Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH, in vier Planungsabschnitte unterteilt: Abschnitt 1: Brunsbüttel-Barlt, Abschnitt 2: Barlt-Heide, Abschnitt 3: Heide-Husum, Abschnitt 4: Husum-Niebüll. Für die beiden Abschnitte 1 und 2 hat die Landesplanungsbehörde bereits erklärt, auf ein Raumordnungsverfahren zu verzichten. Anfang 2013 soll für den ersten Abschnitt das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Für die Abschnitte 3 und 4 (Heide – Husum, Husum – Niebüll), soll nun ebenfalls auf ein förmliches Raumordnungsverfahren verzichtet werden. Die beiden Abschnitte machen zusammen etwa 90 bis 100 Kilometer aus, die genaue Länge hängt letztlich vom Trassenverlauf ab.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@mlur.landsh.de | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.mlur.schleswig-holstein.de | Das Landeswappen ist gesetzlich geschützt.

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