Fraunhofer ISE veröffentlicht Studie zu 100% Erneuerbaren Energien in Deutschland

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Fotomontage: Sonnen- & Windenergie / Foto: HB

(WK-news) – Das Fraunhofer ISE veröffentlicht eine Studie zu 100% Erneuerbaren Energien für Strom und Wärme in Deutschland.

Darin untersuchen die Forscher die Frage: “Wie könnte unsere Energieversorgung 2050 aussehen und was kostet sie?”

Mit der Studie legt das Institut erstmalig ein ganzheitliches Energiemodell für Deutschland vor, das vollständig auf erneuerbaren Energien basiert und den Strom- und Wärmesektor, einschließlich der Reduktion des Energieverbrauchs durch energetische Gebäudesanierung betrachtet.

  • Wie könnte 2050 die Energieversorgung Deutschlands (Strom und Wärme) aussehen?
  • Können wir uns dann zu 100 % mit erneuerbaren Energien versorgen?
  • Welche Techniken werden dafür verwendet?
  • Und wie teuer ist der Betrieb eines solchen Energiesystems?
1. Eine Energieversorgung Deutschlands für Strom und Wärme ist mit 100 % erneuerbaren Energien möglich, und zwar ohne jegliche Importe von Energie, also nur auf Basis von Ressourcen, die in Deutschland zur Verfügung stehen. Wir stoßen nicht an technische Potenzialgrenzen und alle Techniken, die notwendig sind, sind grundsätzlich verfügbar. Dies schließt natürlich nicht aus, dass an vielen Stellen teilweise erhebliche technische Verbesserungen und Weiterentwicklungen möglich sind und stattfinden werden. Wir haben diese nach bestem Wissen und Gewissen in unser Bild für 2050 mit einbezogen.

2. Die Gesamtkosten für den Bau, den Erhalt und die Finanzierung für eine auf 100 % erneuerbaren Energien basierende Strom- und Wärmeversorgung Deutschlands sind nicht höher als die Kosten, die heute für die Versorgung (Bau, Erhalt, Brennstoffkosten und Finanzierung) mit Strom und Wärme verwendet werden. Dabei sind noch keinerlei zukünftig zu erwartenden Preissteigerungen für fossile Energien berücksichtigt, sondern heutige Weltmarktpreise für fossile Energieträger verwendet worden. Was sind die Gesamtkosten in einem solchen, zukünftigen Energiesystem? Brennstoffkosten fallen keine mehr an. Jedoch müssen sämtliche technische Anlagen nach Ablauf ihrer Lebensdauer ersetzt werden, es fallen also Re-Investitionen an. Und sie müssen betrieben und erhalten werden, es fallen also Wartungskosten an. Außerdem müssen die Anlagen (einschließlich der Netze) und ihr Erhalt finanziert werden, wofür wir Kapitalkosten mit in unsere Rechnungen einbezogen haben.

3. Es gibt nicht nur ein optimales System. Unsere Rechnungen zeigen, dass es verschiedene Systeme gibt, die zu ähnlich niedrigen Gesamtkosten gelangen. Dies ist wichtig, da daraus eine gewisse Flexibilität in der Ausgestaltung des Energiesystems resultiert. Somit können andere Kriterien als nur technisch-ökonomische in die Ausgestaltung einfließen, wie z. B. die unterschiedliche Akzeptanz diverser Maßnahmen oder auch die Beteiligung vieler unterschiedlicher Investoren von Gebäudebesitzern (Privatpersonen, Wohnungsbaugesellschaften, Eigentümer von Gewerbeimmobilien usw.) über Kommunen und Stadtwerke bis hin zu Energie-Versorgungsunternehmen und Netzbetreibern.

4. Dennoch ist offensichtlich, dass ein massiver Ausbau von Wind auf dem Land und auf der See, sowie eine massive Installation von Solaranlagen – sowohl Photovoltaikanlagen zur Strombereitstellung als auch Solarwärmeanlagen – stattfinden muss, um zu einer 100 % Versorgung mit erneuerbaren Energien für Strom und Wärme zu gelangen. Ein weiterer zentraler Baustein ist die Senkung des Heizwärmebedarfs des Gebäudesektors durch energetische Gebäudesanierung.

5. Eine Versorgung mit weniger als 100 % erneuerbaren Energien, sowie das Zulassen von Stromimport und -export, führen dazu, dass überproportional weniger Wandler erneuerbarer Energien erforderlich sind und dass vor allem keine großflächige Infrastruktur für synthetisches Gas aus erneuerbaren Energien (Power-to-Gas) notwendig ist.

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