Energieeffizienz in Deutschland legt zu

(WK-intern) – AG Energiebilanzen legt Zahlen für 2011 vor

  • Beitrag zum Monitoring der Energiewende
  • Noch Potenziale zur Verbesserung

Berlin/Köln – Deutschland ist im vergangenen Jahr dem Ziel, eine der energieeffizientesten Volkswirtschaften der Welt zu werden, einen Schritt nähergekommen.

Um Waren und Dienstleistungen im Wert von 1.000 Euro zu produzieren, wurden nur noch 5,5 Gigajoule (GJ) Primärenergie benötigt. Kurz nach der Wiedervereinigung lag der Wert noch bei über 8 GJ, berichtet die AG Energiebilanzen in ihren aktuellen Berechnungen zur Entwicklung der Energieeffizienz in Deutschland. Seit 1990 hat sich damit die gesamtwirtschaftliche Energieeffizienz um fast ein Drittel verbessert. Im Jahresdurchschnitt der zurückliegenden 22 Jahre betrug der Effizienzzuwachs knapp 1,9 Prozent pro Jahr, er liegt damit aber noch deutlich unter der Zielvorstellung der Bundesregierung von 2,5 Prozent.

Die privaten Haushalte steigerten ihre Energieeffizienz im vergangenen Jahr besonders stark um knapp 6 Prozent. Während der Einsatz von Brennstoffen um 7,4 Prozent effizienter wurde, gab es beim Stromeinsatz nur eine Steigerung um 0,8 Prozent. Die AG Energiebilanzen eliminiert bei ihren Berechnungen den Einfluss der Witterung und den der Lagerbestandsveränderungen und erhöht damit die mittel- und langfristige Aussagekraft der Effizienzberechnungen. Zwar hat sich die Energieeffizienz bei den privaten Haushalten seit 1990 um rund ein Viertel verbessert, der Jahresdurchschnittswert von 1,4 Prozent liegt jedoch unter den Zuwächsen der anderen Sektoren und weist auf ein noch vorhandenes Effizienzpotential in diesem Bereich hin.

Im ausgesprochen heterogenen Sektor Gewerbe-Handel-Dienstleistungen (GHD) verbesserte sich die Energieeffizienz im vergangenen Jahr um reichlich 10 Prozent. Auch hier nahm die Effizienz beim Brennstoffeinsatz deutlich stärker zu als beim Stromeinsatz. Seit 1990 konnte der Bereich seine Energieeffizienz im Jahresdurchschnitt um 2,5 Prozent verbessern und liegt damit in der Effizienzwertung der wichtigen Verbrauchssektoren auf Platz zwei hinter dem Verkehr.

Auch die Industrie konnte ihre Energieeffizienz im vergangenen Jahr weiter optimieren.
Im Gegensatz zu den anderen Verbrauchsbereichen lag der Schwerpunkt der Steigerung hier allerdings beim Strom. Die Effizienz der strombezogenen Anwendungen stieg um 7,9 Prozent, die Gesamteffizienz verbesserte sich um 5,1 Prozent. Ein Teil der Zuwächse kann Strukturveränderungen und Produktionsverlagerungen geschuldet sein. Im langjährigen Jahresdurchschnitt kommt die Industrie auf Effizienzverbesserungen von gut 1,5 Prozent.

AG Energiebilanzen
Der Verkehrsbereich konnte im vergangenen Jahr vorwiegend konjunkturbedingt nur einen sehr geringen Effizienzzuwachs verbuchen. Im langjährigen Jahresdurchschnitt erzielt dieser Verbrauchsbereich jedoch Effizienzverbesserungen von 3,0 Prozent. Die Beobachtung der Energieeffizienz durch die AG Energiebilanzen ist ein wichtiger Beitrag zum Monitoring der Energiewende in Deutschland. Methoden und Grundlagen zur Berechnung der Energiebilanz wurden im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums aufwändig erarbeitet. Auf diesen Grundlagen berechnet die AG Energiebilanzen nunmehr regelmäßig aktuelle gesamtwirtschaftliche und sektorbezogene Statistiken zur Entwicklung der Energieeffizienz in Deutschland sowie Zeitreihen ab 1990.
Der aktuelle Bericht mit gesamtwirtschaftlichen und sektoralen Effizienzindikatoren ist verfügbar unter www.ag-energiebilanzen.de/?Effizienzindikatoren2011

PM: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V.

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