Alstom verbucht Anstieg um 19% des Auftragsniveau

2011-03-23_Alstom's 6 MW offshore wind turbine_1 (copyright Alstom)
2011-03-23_Alstom’s 6 MW offshore wind turbine_1 (copyright Alstom)

(WK-intern) – Im ersten Halbjahr 2012/13 entwickelte sich Alstoms Ergebnis planmäßig

Vom 1. April 2012 bis zum 30. September 2012 verbuchte Alstom ein gutes Auftragsniveau in Höhe von 12,1 Milliarden Euro, was einem Anstieg um 19% im Vergleich zum 1. Halbjahr des Vorjahres entspricht.

Als Motor diente vor allem das sehr positive Halbjahresergebnis des Transportsektors. Der Umsatz stieg im selben Zeitraum um 4% auf 9,7 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis erhöhte sich auf 703 Millionen Euro. Dies führte zu einer Vergrößerung der Gewinnspanne auf 7,2% bzw. zu einer Verbesserung um 50 Basispunkte. Das Nettoergebnis betrug 403 Millionen Euro, und der freie Cashflow stieg mit 101 Millionen Euro wieder ins Plus.

„In einem nach wie vor anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld erzielte die Gruppe während des ersten Halbjahrs 2012/13 ein gutes Ergebnis. Der Auftragswert stieg um 19%, was dazu führte, dass wir im vierten Halbjahr in Folge eine Book-to-Bill-Ratio (Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz) von größer als 1 verbuchen konnten. Durch die Erholung des Umsatzes in Verbindung mit strenger Kostenkontrolle und guter Auftragsausführung vergrößerte sich die Gewinnspanne auf 7,2%. Der freie Cashflow stieg mit 101 Millionen Euro wieder ins Plus. Diese guten Ergebnisse stehen mit unseren 3-Jahres-Prognosen in Übereinstimmung: In diesem und den nächsten beiden Geschäftsjahren dürfte der Umsatz um mehr als 5% pro Jahr steigen. Die Gewinnspanne sollte kontinuierlich wachsen. Sie wird im März 2015 voraussichtlich bei etwa 8% liegen. Der freie Cashflow sollte in jedem dieser drei Geschäftsjahre positiv ausfallen“, erklärte Patrick Kron, Vorsitzender und CEO von Alstom.

Eine Welt voller Herausforderungen
Während der ersten 6 Monate des Geschäftsjahres 2012/13 blieben die makro-ökonomischen Bedingungen weiterhin schwierig. In den entwickelten Ländern schwächelte das wirtschaftliche Umfeld; in einigen Schwellenländern verlangsamte sich das Wachstum.
Im Bereich der Stromerzeugung blieb die Nachfrage nach Kohletechnologien stabil, vorwiegend aufgrund von Aufträgen aus Asien; gleichzeitig stieg der Gasanteil schrittweise an, der fehlenden Erholung in den entwickelten Ländern zum Trotz. Thermal Services und die Umweltkontrollsysteme entwickelten sich sehr dynamisch weiter. Bei Renewable Power (erneuerbare Energien) war der Markt für Wasserkraft durch den Mangel an Großprojekten vorübergehend beeinträchtigt. Bei den Onshore-Windanlagen herrschte noch immer beträchtlicher Preisdruck, während bei den Offshore-Parks die Aussichten durchaus günstig waren.
Der Transmissionsmarkt bietet weiterhin gemischte Zukunftsperspektiven: Einerseits herrschen Überkapazitäten bei den Transformatoren, andererseits entwickeln sich die Spitzensegmente (Leistungselektronik, Smart Grids) sehr dynamisch weiter.
Schließlich entwickelte sich die Nachfrage im Schienenverkehrsbereich weiterhin rege. Getragen wurde sie von den Anforderungen in den europäischen Städten und den Expansionswünschen in den Entwicklungsländern.

Gutes Auftragsniveau
Im ersten Halbjahr 2012/13 wurden Aufträge im Wert von 12,1 Milliarden Euro verbucht, also 19% mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Motor dieser Entwicklung war die sehr starke Geschäftsleistung des Transportsektors. Zum 30. September 2012 belief sich der Auftragsbestand der Gruppe auf 52 Milliarden Euro, was dem Umsatz von 31 Monaten entspricht.

Der Sektor Thermal Power verbuchte im Laufe des Halbjahres Zuschläge für 5 Gasturbinen (2 in Israel, 2 in Großbritannien und 1 in China) sowie mehrere Aufträge für Kohle- und Nuklearanlagen. Gleichzeitig profitierte der Sektor weiterhin von einer regen Geschäftstätigkeit bei den Umweltschutzsystemen und im Bereich Thermal Services.

Der Sektor Renewable Power verzeichnete gute Ergebnisse im Bereich Windkraft (insbesondere in Brasilien), erhielt jedoch nur Zuschläge für kleinere und mittlere Wasserkraft-Projekte.

Der Sektor Grid wies ein hohes Auftragsniveau aus: Der Wert der Verträge belief sich auf 2,2 Milliarden Euro. Dazu gehörte auch ein strategisch bedeutsamer Auftrag für eine 800 kV-Ultra-Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (UHGÜ) in Indien.

Der Sektor Transport konnte in diesem Halbjahr mit dem besten Geschäftsergebnis seit 2008 aufwarten. Die Geschäftstätigkeit blieb in Westeuropa weiterhin rege. Dafür sorgten insbesondere ein Signalsystem in Amsterdam, Regionalzüge in Deutschland und Schweden, Hochgeschwindigkeitszüge in der Schweiz sowie S- und U-Bahnen in Frankreich. Was die Schwellenländer anbelangt, konnte Alstom zwei U-Bahn-Verträge in Lateinamerika unterzeichnen.

Erholung der operativen Leistung

Der Halbjahresumsatz belief sich 2012/13 auf 9,7 Milliarden Euro, was einem Anstieg um 4% gegenüber den 9,4 Milliarden Euro entspricht, die im ersten Halbjahr 2011/12 erwirtschaftet wurden. Der Umsatz von Thermal Power und Transport stieg um jeweils 5% bzw. 13%. Renewable Power nahm 17% weniger ein. Grund sind die in diesem Zeitraum deutlich gesunkenen Einkünfte aus den großen laufenden Wasserkraftprojekten in Lateinamerika. Im Sektor Grid blieb der Umsatz stabil.

Getragen von gestiegenen Umsätzen, guter Projektausführung und strengen Kostenkontrollen erhöhte sich das Betriebsergebnis auf 703 Millionen Euro und lag damit 12% höher als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Gleichzeitig stieg die Gewinnspanne im ersten Halbjahr 2012/13 um 50 Basispunkte auf 7,2%. Die Gewinnspanne des Sektors Thermal Power entwickelte sich positiv: Begünstigt hauptsächlich durch die gute Projektausführung, die kostensenkenden Maßnahmen und den Umsatzanstieg stieg sie von 9,2% auf 10,6%. Im Sektor Renewable Power sank die Gewinnspanne von 7,3% auf 5,7%. Beeinträchtigt wurde sie von den geringeren Volumina und vom Preisverfall im Bereich Windkraft. Im Sektor Grid vergrößerte sich die Gewinnspanne von 5,8% im ersten Halbjahr 2011/12 auf 6,1% im ersten Halbjahr 2012/13. Dies ist die Folge einer insgesamt guten Projektausführung in Verbindung mit einer Kostenoptimierung. Im Sektor Transport wuchs die Gewinnspanne dank der Erholung der Umsatzzahlen von 5,0% auf 5,3%.

Das Nettoergebnis belief sich auf 403 Millionen Euro gegenüber 363 Millionen Euro in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2011/12 (+11%). In diesem Posten wurde der Beitrag von Transmashholding mit 34 Millionen Euro berücksichtigt. In der Vergleichsperiode des Vorjahres belief sich dieser Beitrag auf 15 Millionen Euro.

Positiver freier Cashflow und solide Finanzstruktur
Der freie Cashflow stieg im ersten Halbjahr 2012/13 ins Plus, auf 101  Millionen Euro, und konnte sich damit gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres (-914 Millionen Euro) deutlich verbessern.

Nach Zahlung der Dividende erreichte die Nettofinanzverschuldung der Gruppe
2.871 Millionen Euro zum 30. September 2012. Zum 31. März 2012 hatte sie 2.492Millionen Euro und zum 30. September 2011 2.748 Millionen Euro betragen.

Das Eigenkapital blieb während dieses Zeitraums mit 4.449 Millionen Euro zum 30. September 2012 praktisch stabil. Zum 31. März 2012 hatte es 4.434 Millionen Euro betragen.

Mit einer Brutto-Liquidität von 1,6 Milliarden Euro Ende September 2012, einer freien Kreditlinie über 1,35 Milliarden Euro und progressiven Rückzahlungsterminen der Schulden von September 2014 an verfügt der Konzern weiterhin über eine solide Bilanz.

Zum 1. Oktober 2012 führte die Gruppe im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens eine Grundkapitalerhöhung über 350 Millionen Euro durch. Am 4. Oktober 2012 lancierte Alstom eine neue Anleiheemission über 350 Millionen Euro. Diese geht mit einer jährlichen Couponzahlung von 2,25% einher und ist im Oktober 2017 fällig. Diese beiden Finanztransaktionen tragen zur Wahrung der soliden Finanzstruktur der Gruppe bei.

Positionsabsicherung in bestimmten Schlüsseltechnologien und -regionen

In der ersten Jahreshälfte 2012/13 setzte Alstom seine Strategie der Suche nach neuen Partnern und der selektiven Übernahmen fort und investierte in Forschung und Entwicklung. Weitere Investitionsaufwendungen sollten die Präsenz des Unternehmens auf den dynamischen Märkten ausbauen.

Um sein Portfolio an Technologien zur Nutzung der Meereskraft zu vergrößern, unterzeichnete der Sektor Renewable Power im September 2012 ein Abkommen mit Rolls-Royce, das ihm die Akquisition von Tidal Generation Ltd. (TGL), einer bislang 100%igen Tochtergesellschaft von Rolls-Royce, zusichert. TGL ist ein Vorreiter auf dem Gebiet der Konzeption, Entwicklung und Herstellung von Gezeitenströmungsturbinen, die die Energie der Gezeitenströme auffangen und umwandeln, um damit Elektrizität zu erzeugen.
Im September 2012 unterzeichnete der Sektor Grid eine Absichtserklärung mit der Toshiba Corporation, die auf die Fortentwicklung der Zusammenarbeit im Bereich Smart Grids abzielt. Dabei geht um Systeme, die eine breit angelegte Einbindung erneuerbarer Energiequellen in das Netz unterstützen.

Alstom hat seine Forschungs- und Entwicklungsausgaben im ersten Halbjahr auf 351 Millionen Euro erhöht. Der Schwerpunkt liegt auch künftig auf Gasturbinen, weiteren erneuerbaren Energien, Smart Grids und Energiemanagement sowie auf Transporttechnologien, die auf die Anforderungen der Städte abgestimmt sind.

Die Investitionsaufwendungen blieben mit 186 Millionen Euro weiterhin hoch, und die vier Sektoren setzten ihre Investitionstätigkeit vor allem in den Schwellenländern fort.

3-Jahres-Prognosen bestätigt
Die Gruppe bestätigt ihre Prognose eines Umsatzwachstums von über 5% pro Jahr für dieses und die kommenden beiden Geschäftsjahre und rechnet auch künftig mit einer allmählichen Vergrößerung der Gewinnspanne, die im März 2015 bei etwa 8% liegen soll. Des Weiteren bekräftigt der Konzern, dass der freie Cashflow in jedem der drei genannten Geschäftsjahre voraussichtlich positiv ausfallen wird.

Den halbjährlichen Geschäftsbericht finden Sie hier.

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