Jahreskonferenz diskutiert aktuelle Fragen der Bioenergieforschung

Die Gewinner der „Bioenergie-Bundesliga“ Quelle: Jens Hösel
Die Gewinner der „Bioenergie-Bundesliga“
Quelle: Jens Hösel

(WK-intern) – Talentsuche Bioenergie: Was gibt es Neues in der Bioenergietechnologie, wie sehen die Konzepte für die Bioenergie der Zukunft aus und welche Anforderungen ergeben sich aus dem EEG 2012?

Diese Fragen wurden am 05.11.2012 auf der Jahreskonferenz des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) initiierten Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“ aufgegriffen und umfassend diskutiert.

Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Praxis erläuterten einen ganzen Tag lang Fragen zur Energie- und Klimaeffizienz, zur Markteinführung innovativer Konzepte und zum Thema Nachhaltigkeit. Das Bundesumweltministerium setzt hierbei auf eine nachhaltige Energieversorgung mit zunehmend steigenden Anteilen Erneuerbarer Energien und ihrer effizienten Integration in den Markt. Daher muss die Energiebereitstellung der Zukunft kosteneffizient sein, im Einklang mit dem Netzausbau erfolgen und die Versorgungssicherheit gewährleisten. „Mit der Energiewende stehen wir vor einer völligen Transformation der Energieversorgung. Die Entwicklung im Ausbau der Erneuerbaren Energien ist in den letzten Jahren extrem schnell vorangegangen. Das EEG wurde immer wieder angepasst, eine erneute Novelle muss jedoch stärker die Herausforderungen der Systemintegration, der bedarfsgerechten Energieversorgung und der Bezahlbarkeit berücksichtigen. Zudem bedarf es künftig einer regionalen Koordinierung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und ihrer Netzintegration.“, so Dr. Karin Freier, MinR’in im BMU bei ihrer Eröffnungsrede. Die Energie aus Biomasse kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, da sie die einzige Energiequelle ist, die verlässlich produzieren kann und im Hinblick auf bedarfsgerechte Strombereitstellung Fluktuationen von Wind und Sonne ausgleichen kann.

Konkret praxisorientierte Fragen wurden am Nachmittag auf der Podiumsdiskussion erörtert. So ging es darum, wie Bioenergie effizienter gemacht werden kann und wo die größten Potenziale in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht liegen. Zudem diskutierten die Teilnehmer mögliche Entwicklungsziele für die Bioenergietechnologie von morgen und wie Bioenergie und Naturschutz künftig konfliktfrei zusammengehen können.

Höhepunkt der abschließenden Abendveranstaltung war die Auszeichnung der Gewinner der „Bioenergie-Bundesliga“. Den ersten Platz belegte die bayerische Gemeinde Stephanskirchen aus dem Landkreis Rosenheim, die Plätze zwei und drei gingen an den Vorjahressieger Hardegsen in Niedersachsen und die Stadt Malchin in Mecklenburg-Vorpommern. Die Bioenergie-Bundesliga ist ein interkommunaler Wettbewerb, der von C.A.R.M.E.N. e. V. im Rahmen des Projektes „BioKommunal“ (FKZ: 03KB040) betreut wird. Kommunen ab einer Größe von 2.000 Einwohnern sind dabei aufgerufen, ihren Einsatz von festen, flüssigen und gasförmigen Bioenergieträgern anzugeben. Das Augenmerk der Bioenergie-Bundesliga richtet sich vor allem auf regionale Stoffkreisläufe und auf die Nutzung biogener Reststoffe. Stephanskirchen konnte in diesem Jahr die meisten „Bioenergiepunkte“ pro Einwohner vorweisen.

Am 06.11.2012 fand das interne Treffen der Teilnehmer im BMU-Förderprogramm „Energetische Biomassenutzung“ statt. Aktuelle Entwicklungen in den laufenden Vorhaben, Vorstellung der neuen Projekte, Ergebnispräsentationen sowie Methodendiskussionen standen auf dem Programm.

Das Förderprogramm
Im Juni 2008 startete das im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative mit insgesamt 48 Millionen Euro unterstützte Förderprogramm zur Optimierung der energetischen Nutzung von Biomasse. Nach fast vierjähriger Laufzeit wurden bisher 75 Projekte bzw. 176 Einzelprojekte mit rund 34.7 Millionen Euro gefördert. Im Fokus der Förderung stehen insbesondere Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur praxistauglichen Weiterentwicklung wettbewerbsfähiger Technologien, systemflexibler Anlagenkonzepte und Produkte für eine nachhaltige und effiziente Erzeugung von Strom und Wärme aus Biomasse, hier vor allem aus biogenen Rest- und Abfallstoffen. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH ist für die wissenschaftliche Begleitung des Förderprogramms zuständig. Mit der fachlichen und administrativen Koordination des Programms hat das BMU den Projektträger Jülich (PtJ) beauftragt. Stichtage für die Einreichung neuer Projektskizzen beim PtJ sind der 22. November 2012 und 2013.

PM: DBFZ

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top