Messung der Zahlungsbereitschaft für den Klimaschutz

Prof. Bodo Sturm (HTWK Leipzig, mitte) im Gespräch mit Prof. Carsten Vogt (Hochschule Bochum, rechts) (c) HTWK Leipzig/Stephan Thomas
Prof. Bodo Sturm (HTWK Leipzig, mitte) im Gespräch mit Prof. Carsten Vogt (Hochschule Bochum, rechts)
(c) HTWK Leipzig/Stephan Thomas

(WK-intern) – Ökonomen fragen: Was ist uns Klimaschutz wert?

Experten diskutieren statistische Methoden in Leipzig – Ziel: Messung der Zahlungsbereitschaft für den Klimaschutz

Leipzig – An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) treffen sich am 1. und 2. November Wirtschaftswissenschaftler aus Leipzig, Bochum, Berlin, Mannheim und Frankfurt/Oder zu einem zweitägigen Workshop. Thema sind „Empirische Methoden zur Messung der Zahlungsbereitschaft für globalen Klimaschutz“. Der Workshop wird im Rahmen des BMBF-Projektes „Gerechtigkeit und die Zahlungsbereitschaft für das globale öffentliche Gut Klimaschutz – eine empirische und theoretische Analyse (FairPayClim)“ durchgeführt.
Die Forscher treffen sich in Leipzig, um aktuelle Forschungsergebnisse vorzustellen und um die Vor- und Nachteile von Methoden zu diskutieren, mit denen sich die Zahlungsbereitschaft für den Klimaschutz messen lässt: „Das Messen der Zahlungsbereitschaft für den Klimaschutz geschieht mithilfe von Befragungen oder Feldexperimenten. Dabei konstruieren wir zum Beispiel Situationen, in denen die Teilnehmer Geld erhalten – und sich dann entscheiden müssen, ob sie davon etwas für den Klimaschutz wieder ausgeben wollen. Dieses Geld investieren wir dann – ganz real – zum Beispiel in den Kauf und die Stilllegung von Zertifikaten aus dem EU-CO2-Emissionshandel“, erklärt Professor Bodo Sturm, der an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der HTWK Leipzig Volkswirtschaftslehre und Statistik lehrt und zur Zahlungsbereitschaft für den Klimawandel forscht.
Befragungen und Feldexperimente dienen dazu, Erkenntnisse über Einstellungen der Teilnehmer zu gewinnen: „Politiker eines Landes müssen sich letztlich bei Klimaschutz-Verhandlungen daran orientieren, was ihre Wähler überhaupt wollen. Wir stellen uns deshalb die Frage: Wieviel Klimaschutz zu welchem Preis wollen die Deutschen? Wieviel sind wir bereit, für den Klimaschutz wirklich zu zahlen? Denn Klimaschutz verursacht Kosten. Wir werden nur bereit sein, diese Kosten zu tragen, wenn der Nutzen durch Klimaschutz entsprechend groß ist. Die Zahlungsbereitschaft für den Klimaschutz ist damit ein guter Indikator, mit dem man die Entscheidungsspielräume der Politik eines jeweiligen Landes messen kann“, erklärt Professor Sturm: „Schließlich stellt sich die spannende Frage, ob sich die Zahlungsbereitschaft für Klimaschutz zwischen den Staaten unterscheidet und was das für die Verhandlungen mit sehr unterschiedlichen Beteiligten auf den Klimagipfeln bedeutet. Ein wichtiges Ziel unserer Forschung ist daher – neben der Verbesserung der Erhebungsmethode – den Verhandlungspartnern relevante Handlungsempfehlungen zu geben.“
Professor Bodo Sturm selbst forscht in mehreren Projekten zum Klimaschutz und arbeitet dafür mit Partnern aus Bochum oder Mannheim (ZEW – Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung) zusammen. Er betreut auch die Nachwuchsforschergruppe „RegAWa“ (Regionale Anpassung an den globalen Wandel“) von HTWK Leipzig und Universität Leipzig mit.

PM: Prof. Dr. rer. pol. Bodo Sturm
Professor für Volkswirtschaftslehre und Quantitative Methoden
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
HTWK Leipzig
Tel. +49 341 3076-6388
E-Mail: bodo.sturm@wiwi.htwk-leipzig.de

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