Tief und viel gemessen: Globales Ozeanbeobachtungsprogramm ARGO feiert das 1.000.000 Tiefseemessprofil

(WK-intern)Am 31. Oktober 2012 um 16:50:07 Uhr – zwölf Jahre nach Beginn des internationalen Ozeanbeobachtungsprogramms ARGO – erreichte das „ein-millionste“ Messprofil die globalen ARGO-Datenzentren in Brest/Frankreich und Monterey/Kalifornien.

Gesendet hat es der ARGO-Float Nummer 5901891 der University of Washington über Satellit aus dem tropischen Südpazifik ungefähr in der Mitte zwischen Papua Neuguinea und Peru (Position 16,6°S und 128,2°W).

Der Float gehört zu dem Argo-Projekt, einem Programm mit ca. 3.500 dieser ca. ein Meter großen Treibbojen, die physikalische Daten wie Temperatur, Salzgehalt und Wasserdruck bis in eine Wassertiefe von 2.000 m für die wissenschaftliche Ozean-, Wetter- und Klimaforschung erheben. An dem Projekt sind 20 Länder weltweit beteiligt. Es läuft unter der Aufsicht der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission (IOC) der Vereinten Nationen.

Mit den gewonnen Daten lassen sich u.a. der Verlauf und die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Meere feststellen. Sie sind Grundlage für die Modellierung des Klimageschehens, in dessen Entwicklung die Ozeane eine wichtige Rolle spielen. Sie spielen auch bei der Überwachung von tropischen Wirbelstürmen eine wesentliche Rolle. Eine genaue Kenntnis der Verteilung der kritischen Wassertemperaturen höher als 26,5°C in den Ozeanen ermöglicht eine bessere Vorhersage über die Entstehung, die mögliche Stärke und die Zugbahnen von Hurrikans und Taifunen.

ARGO-Floats sind ca. ein Meter große, mit einer Satellitenantenne ausgestattete Röhren, die mit Messsensoren bestückt sind. Üblicherweise werden sie von Forschungsschiffen ausgelegt und führen dann autonom bis zu fünf Jahre lang vertikale Profilmessungen durch. In der Regel sinken sie nach dem Ausbringen in eine Wassertiefe von 1.500 m und treiben zehn Tage mit der Strömung. Anschließend sinken sie auf 2.000 m und beginnen dann einen etwa zehnstündigen Aufstieg zur Datenerhebung. Ein Pumpensystem sorgt für die Tauchfähigkeit des Floats. Nach dem Auftauchen werden die Messdaten per Satellit an die globalen Datenzentren gesendet. Ein neuer Tauchzyklus beginnt.

Das Programm wird von meereskundlichen Einrichtungen in aller Welt getragen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) koordiniert und betreut den deutschen Beitrag und stellt die dauerhafte Datenerfassung sicher. Zu den deutschen Teilnehmern gehören neben dem BSH die Universität von Hamburg, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) sowie das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (IFM Geomar). Einsatzgebiete der rund 180 deutschen ARGO-Floats sind der Nordatlantik, das Europäische Nordmeer und der Antarktische Ozean. Rund 50 Argo-Floats setzt das BSH jährlich aus.

Das BSH ist Partner für Seeschifffahrt, Umweltschutz und Meeresnutzung, der Seeschifffahrt und maritime Wirtschaft unterstützt, Sicherheit und Umweltschutz stärkt, nachhaltige Meeresnutzung fördert, Kontinuität von Messungen gewährleistet und über den Zustand von Nord- und Ostsee kompetent Auskunft gibt. Das BSH mit Dienstsitz in Hamburg und Rostock ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Susanne Kehrhahn-Eyrich

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