40.000 neue Arbeitsstellen sind nur eine positive wirtschaftliche Auswirkungen der Energiewende

Windrad / Foto: HB
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(WK-news) – Gutachten: Energiewende hat positive wirtschaftliche Auswirkungen

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, ZSW, hat im Auftrag des Umweltministeriums eine erste Abschätzung ausgewählter ökonomischer Wirkungen durch die Umsetzung der Klimaschutzziele in Baden-Württemberg vorgenommen.

Basis der Untersuchung war das „Energieszenario Baden-Württemberg 2050“ (Gutachten zur Vorbereitung eines Klimaschutzgesetzes für Baden-Württemberg), das die Landesregierung im Februar vorgestellt hat. Betrachtet wurden insbesondere die Handlungsbereiche erneuerbare Strom- und Wärmebereitstellung, energetische Wohngebäudesanierung, sowie die Beschäftigungswirkung als ein resultierender gesamtwirtschaftlicher Effekt.

Bei einer Gesamtbetrachtung der systemanalytischen Differenzkosten (Vergleich der Kosten erneuerbarer Energiebereitstellung mit Kosten der Energiebereitstellung auf konventioneller Basis) bis zum Jahr 2020 lassen sich die wesentlichen Ergebnisse des Gutachtens folgendermaßen zusammenfassen:

  • Spätestens ab dem Jahr 2030 wird die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien kostengünstiger sein, als die Erzeugung mit Hilfe konventioneller Energieträger und volkswirtschaftliche Einsparungen bringen.
  • Bereits 2016 werden die jährlichen volkswirtschaftlichen Mehrkosten durch Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor mit rund 1,6 Milliarden Euro ihren Höhepunkt erreicht haben und ab da stetig sinken, bis sie vermutlich sogar noch vor 2030 kostengünstiger als die konventionelle Alternative werden.
  • Im Bereich der Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien wurde der Zenit der jährlichen Mehrkosten bereits 2009 überschritten. Das ZSW rechnet damit, dass durch die steigenden Brennstoffpreise für fossile Energieträger bereits deutlich vor 2025 die Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmebereitstellung zu volkswirtschaftlichen Einsparungen führen wird.
  • Für den Arbeitsmarkt entfaltet insbesondere die Steigerung der Energieeffizienz durch Gebäudesanierungen eine positive Wirkung. Ausgehend von der im Energieszenario unterstellten ambitionierten Sanierungsquote von knapp 30 Prozent des aktuellen Wohnungsbestandes rechnet das ZSW vor allem im baden-württembergischen Handwerk mit einem Beschäftigtenzuwachs um rund 120 Prozent (35.000 Arbeitsplätze) auf dann etwa 64.000 Beschäftige bis zum Jahr 2020. Der Zubau von Anlagen erneuerbarer Energien sowie der Netzausbau schaffen weitere rund 5 000 Arbeitsplätze im Land. Um dieses Potenzial zu heben, sind jedoch zunächst Maßnahmen erforderlich, die die entsprechende kapitalintensive Sanierungstätigkeit auslösen.

Umweltminister Franz Untersteller hob hervor, dass das ZSW jetzt erstmalig eine seriöse Abschätzung ausgewählter ökonomischer Wirkungen der Energie- und Klimaschutzpolitik für und in Baden-Württemberg vorgelegt habe. Zwar gebe es bei einer solch umfangreichen Vorausschau naturgemäß eine ganze Reihe von Prämissen, aber dennoch mache die Abschätzung des ZSW eines sehr deutlich: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Steigerung der Energieeffizienz sind zwar heute mit höheren volkswirtschaftlichen und individuellen Kosten verbunden. Aber schon in weniger als 20 Jahren werden sich die Investitionen und Anstrengungen auszahlen. Wir selbst, sicher aber unsere Kinder werden ganz persönlich etwas davon haben.“

In seiner Untersuchung hat sich das ZSW auch mit weiteren gesamtwirtschaftlichen Effekten aus der Umsetzung des Energieszenarios Baden-Württemberg 2050 beschäftigt. Zu nennen ist die mit dem Klimaschutzgesetz angestrebte Reduktion von CO2-Emissionen sowie die durch die Senkung des Energiebedarfs entstehende Vermeidung von fossilen Brennstoffimporten. Das ZSW errechnet für Baden-Württemberg finanzielle Einsparungen durch den Verzicht auf Importe von insgesamt bis zu 9 Milliarden Euro bis 2020. Die Vermeidung von CO2-Emissionen wird über vermiedene Umweltschäden bilanziert. Ausgehend von einem CO2 Schadenswert von 75 Euro pro Tonne könnten bis zum Jahr 2020 rund 4,5 Milliarden Euro an Schadenskosten vermieden werden, so das ZSW.

Die „Erste Abschätzung ausgewählter ökonomischer Wirkungen der Umsetzung des Energieszenarios Baden-Württemberg 2050“ steht auch unter www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/90866

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

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