Pilotprojekt GeneSys: Wichtige Erkenntnisse für die tiefe Geothermie

Erdwärme-Projekt GeneSys in Hannover hat die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
Erdwärme-Projekt GeneSys in Hannover hat die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)

(WK-intern) – Mit dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Erdwärme-Projekt GeneSys in Hannover hat die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) seit dem Jahr 2008 wichtige Erkenntnisse über die mögliche geothermische Nutzung von Sedimentgesteinen des Norddeutschen Beckens gewonnen.

Das für Norddeutschland richtungsweisende Projekt stellt mit dem Einbohrlochkonzept bis in eine Tiefe von 3 901 Meter einen wichtigen wissenschaftlich-technischen Schritt für zukünftige tiefengeothermische Vorhaben dar. Für die deutsche Forschung und Entwicklung ist das Pilotprojekt daher eine notwendige und erfolgreiche Investition (Gesamtkosten etwa 20 Mio. Euro).

Im tiefsten Punkt des Bohrloches wurde eine außergewöhnlich hohe Temperatur von 169 ⁰C gemessen. Durch das Projekt sind bessere Aussagen über die petrologischen und petrophysikalischen Eigenschaften tieferer Gesteinsformationen möglich. Nach einem erfolgreichen Wasser-Frac im Frühjahr 2011 haben jedoch Salzausfällungen bei der Rückförderung des heißen Wassers das Bohrloch in einer Tiefe von circa 650 Meter verstopft. Dadurch sind eine Wasserzirkulation und die angestrebte Beheizung des GEOZENTRUM Hannover (GZH) mit seinen mehr als 1 000 Mitarbeitern und zahlreichen Laboren derzeit nicht möglich.

Die BGR hat jetzt drei Optionen zur Fortführung des Geothermie-Projekts geprüft. Eine komplette Verfüllung schließen die BGR-Experten aus. Durch einen Umbau zu einer tiefen Erdwärmesonde könnten nach den derzeitigen technologischen Möglichkeiten allerdings nur etwa 20 bis 25 % der im GZH benötigten Wärmemenge bereitgestellt werden. Daher ist geplant die Bohrung für zukünftige Tests, Messungen und Untersuchungen offen zu halten, um später doch noch eine wirtschaftliche Nutzung des Bohrloches infolge Technologiefortschritts zu ermöglichen. „Wir haben unser Hauptziel, das GZH geothermisch zu beheizen, nicht erreicht, jedoch ist dies für die Zukunft nicht auszuschließen“, so BGR-Präsident Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel.

Die BGR ist die zentrale geowissenschaftliche Beratungseinrichtung der Bundesregierung und gehört zum Geschäftsbereich des BMWi. Als geowissenschaftliches Kompetenzzentrum berät und informiert sie die Bundesregierung und die deutsche Wirtschaft in allen geowissenschaftlichen und rohstoffwirtschaftlichen Fragen. Ihre Arbeit dient einer ökonomisch und ökologisch vertretbaren Nutzung und Sicherung natürlicher Ressourcen und somit der Daseinsvorsorge.

Weitere Informationen:
http://www.genesys-hannover.de/Genesys/DE/Hannover/hannover_node.html

PM: BGR

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