Inhouse-PrePreg-Anlage der neusten Generation nimmt Betrieb auf

Feierliche Inbetriebnahme: Firmenchef Udo Tartler (li.) mit Professor Gerhard Ziegmann (TU Clausthal-Zellerfeld) und Janina Reimers (TU Clausthal-Zellerfeld) vor der neuen PregPreg-Anlage.
Feierliche Inbetriebnahme: Firmenchef Udo Tartler (li.) mit Professor Gerhard Ziegmann (TU Clausthal-Zellerfeld) und Janina Reimers (TU Clausthal-Zellerfeld) vor der neuen PregPreg-Anlage.

(WK-intern) – Startschuß für hochproduktive Systemlösung

Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld und des Isoliertechnik-Spezialisten Vitec realisierte Maschinenbauer Tartler eine innovative Inhouse-PrePreg-Anlage für die Produktion von Glasfaserfasermatten. Die Anlage der neusten Comatic-Generation ging Mitte September in Betrieb. Sie ermöglicht die maßgeschneiderte und vollautomatisierte Fasermatten-Imprägnierung zur Herstellung von Vakuum-Isolier-Auskleidungen für Gefrierräume. Moderne Steuerungstechnik, integrierte Handlinggeräte und synchronisierte Applikationstechnik machen sie zu einer hochproduktiven Systemlösung.

Lützelbach – Seit Anfang 2011 lag Professor Gerhard Ziegmann von der TU Clausthal-Zellerfeld die Anfrage der Firma Vitec vor: Der Hersteller von Vakuum-Isolierelementen suchte dringend nach einer Lösung für die automatisierte Benetzung von Fasermattentextilien und Faserhalbzeugen (Matten, Gewebe etc.). Der wissenschaftliche Leiter des Instituts für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik führte das Unternehmen daher mit dem hessischen Anlagenbauer Tartler zusammen, der als Spezialist für die Kunstharz-Applikationstechnik gilt. Daraus entstand schließlich ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem es Anlagenbauer Tartler gelang, in nur acht Monaten eine moderne Harzauftraganlage für die Inhouse-PrePreg-Fertigung zu projektieren, zu konstruieren und zu montieren. Mitte September diesen Jahres wurde diese hochproduktive Zwei-Komponenten-Systemlösung nun bei Vitec in Betrieb genommen, wo sie in einem automatisierten Prozess mit hoher Präzision kontinuierlich Epoxidharze auf Fasermatten aufträgt.

Die neue PrePreg-Anlage der Baureihe Comatic setzt sich zusammen aus Dosier- und Applikationseinheit. Bei der Dosier- und Mischeinheit handelt es sich um eine Modifikation der NODOPUR-Serie von Tartler, die mit Zuführ- und Entnahmetechnik in automatisierte Fertigungslinien integriert wird. Sie zeichnet sich durch eine moderne Steuerung (Siemens) aus und ermöglicht im Fall der neuen PrePreg-Anlage Dosierverhältnisse von 100:20 bis 100:50 (Harz:Härter). Außerdem verfügt sie über eine automatische Volumenstrom-Regelung!

Mit der Applikationseinheit der neuen Comatic lassen sich bis zu drei Gewebelagen einzeln oder sogar parallel anwählen, automatisch einziehen und mit einer exakt dosierten Epoxidharz-Matrix tränken. Das geschieht, indem das Kunstharz flächig auf eine Spezialfolie aufgetragen wird und sich über den Kapillareffekt gleichmäßig in den eingezogenen Fasermatten verteilt. Die getränkten Textilien lassen sich anschließend direkt (!) weiterverarbeiten – oder aber sie werden mit einer von oben zugeführten Schutzfolie für die Lagerung und den Transport als Coil vorbereitet. Dabei sichert, ja fördert die Schutzfolie die Verbindung von Textilmatte und Matrix. So können die imprägnierten Halbzeuge jederzeit wieder aufgerollt, gelagert und zeitversetzt weiter verarbeitet werden. In jeder Phase gewährleisten Handlinggeräte für die Bestückung der GFK-Rollen, für das Einlegen der Matten (auch Fabrics genannt) und für die Entnahme der benetzten Fasermatten einen kontinuierlichen und wirtschaftlichen Produktionsprozess.

Direktverarbeitung sichert Qualität und Flexibilität

Es ist vor allem die intelligente Kombination von präziser Dosier- und Mischtechnik mit einer synchronisierten Applikationstechnik und integrierten Handhabungstechnik, die die neue Comatic von Tartler zu einer hochfunktionellen Systemlösung für den Kunstharzauftrag macht. Isolierkörper-Hersteller Vitec profitiert außerdem davon, dass sich die Anlage mit jedem marktüblichen Epoxidharz betreiben lässt, wodurch sich eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Matte-Matrix-Rezepturen ergibt.

Grundsätzlich bietet die automatisierte PrePreg-Fertigung von Glas, Kohlenstoff- oder Aramid-Fasermatten in einer Inhouse-Anlage viele Vorteile. Vor allem versetzt die neue Comatic einen Hersteller wie Vitec in die Lage, seine Produktion flexibel am aktuellen Bedarf auszurichten und stets „frische” Harze und Textilien online einsetzen zu können, was ein großes Qualitätsplus darstellt. Darüber hinaus wird im Vergleich zu den konventionellen PrePregs keine Kühlung für Transport und Lagerung benötigt, was die gesamte Energiebilanz der Prozesskette verbessert.

PM: Tartler GmbH

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