BSH veröffentlicht erstes Mal einen 50-Jahre-Eisatlas der Ostsee

Eisatlas vom BSH
Eisatlas vom BSH

(WK-intern) – Hamburg –  Die Häufigkeit des Eisauftritts hat ebenso wie die Zahl der Eistage seit 1961 kontinuierlich abgenommen.

Dennoch gibt es nach wie vor starke Winter mit bis zu 50 cm Eisdicke. Das ist ein Ergebnis des 50-Jahre-Eisatlas der Ostsee, den das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Zusammenarbeit mit polnischen Partnern erstmals herausgegeben hat. Er dokumentiert die Eisentwicklung der letzten 50 Jahre, erfasst die statistische Häufigkeit des Eisauftretens, die Dauer der Vereisung und die Dicke des Eises an der westlichen und südlichen Ostseeküste und den vorgelagerten Gewässern. Damit beschreibt der Eisatlas sowohl die aktuellen Eisbedingungen als auch die Veränderungen der Eisverhältnisse im letzten halben Jahrhundert.

Der Eisatlas vergleicht auch die Eisverhältnisse in den verschiedenen 30-jährigen Zeiträumen 1961-1990, 1971-2000 und 1981-2010. 30-jährige Zeiträume werden verwendet, um so genannte Klimamittelwerte darzustellen.

Er beruht auf den Auswertungen der Eisdaten in der westlichen und südlichen Ostsee und an 14 Eisbeobachtungsstationen entlang der deutschen und polnischen Küste. Eisbeobachter aus den Wasser- und Schifffahrtsämtern, den Küstenschutzbehörden, Hafeneinrichtungen und ehrenamtliche Helfer haben die tägliche Eislage in ihren Bereichen gemeldet. Der Eisdienst des BSH, der auf dieser Basis jeden Winter die Schifffahrt informiert, hat die Daten gesammelt, ausgewertet und zusammengefasst.

Der Eisatlas richtet sich an die Seeschifffahrt ebenso wie an die Erbauer und Betreiber z.B. von Windenergieanlagen oder an die Fischerei. Er ist auch eine wesentliche Basis für Planungen an den Küsten. Weitere Nutzer sind wissenschaftliche Einrichtungen mit Messnetzen auf See oder Forschungsschiffe.
Die Veröffentlichung eines Eisatlases für die Deutsche Bucht ist für 2014 vorgesehen.

Die Eisbeobachtungen des BSH gehen auf den 1896 bei der Deutschen Seewarte in Hamburg geschaffenen Eisnachrichtendienst zurück. Seit 1928 erfolgen sie international einheitlich in dem zwischen Nord- und Ostseeanrainern vereinbarten Ostsee-Eiscode. Neben der Veröffentlichung aktueller Eisinformationen und der Beratung von Seeschiffen an der Küste von Nord- und Ostsee gehört zu den Aufgaben des Eisdienstes des BSH die Beratung deutscher Reedereien mit Schiffen in den Polarregionen und die Erstellung eisklimatologischer Gutachten für Wasserbauten, für Erweiterungen von Fahrwassern oder für Forschungsvorhaben, wie z.B. die Wiederansiedelung von Ostseekegelrobben an der deutschen Ostseeküste.
Mit Nachbarstaaten und in internationalen Organisationen arbeitet der Eisdienst an einer einheitlichen Darstellung der Eisentwicklung und des Eisauftritts.
Das BSH zeigt den Eisatlas auf der 4. Hamburger Klimawoche vom 28.09.2012 bis zum 30.09.2012 auf dem gemeinsamen Stand von BSH und DWD (Deutschen Wetterdienst) im Unileverhaus in der Hafencity Hamburg.

Das BSH ist Partner für Seeschifffahrt, Umweltschutz und Meeresnutzung, der Seeschifffahrt und maritime Wirtschaft unterstützt, Sicherheit und Umweltschutz stärkt, nachhaltige Meeresnutzung fördert, Kontinuität von Messungen gewährleistet und über den Zustand von Nord- und Ostsee kompetent Auskunft gibt.
Das BSH mit Dienstsitz in Hamburg und Rostock ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Zur Internetseite vom “Eisatlas

PM: Susanne Kehrhahn-Eyrich
Pressesprecherin
Tel.: 040/3190 – 1010
Mobil: 0151/11588574

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie  (BSH)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bernhard-Nocht-Str. 78, 20359 Hamburg
presse@bsh.de
www.bsh.de

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