HSH: Deutschland bleibt Europas Windmarkt Nummer eins

Windpark / Foto HB
Windpark / Foto HB

(WK-news) – Hamburg/Kiel – Die Windenergie verzeichnete allein im vergangenen Jahr weltweit einen Zuwachs um 40 Gigawatt – das heißt, der Bestand an Windkraftanlagen ist 2011 um mehr als 20 % gestiegen.

      • Studie der HSH Nordbank untersucht nationale und internationale Branchen-Entwicklung
      • Ausbauziele bei Offshore zu optimistisch
      • Weiterhin stabiles Wachstum in Europa

Deutschland hält mit gut 2 GW neu installierter Leistung den Spitzenplatz im europäischen Ranking und den vierten Platz weltweit. Mit der zunehmenden regionalen Breite und der mehr als zwanzigjährigen Nutzung zeigt die Windenergie in der Bundesrepublik einen beachtlichen Reifegrad – die Branche ist erwachsen geworden. Dies ist ein Fazit der heute veröffentlichten Branchenstudie Windenergie der HSH Nordbank. Darin werden die nationale und internationale Branchen-Entwicklung beleuchtet und Einschätzungen zu den weiteren Perspektiven abgegeben. Die HSH Nordbank ist seit rund 25 Jahren im Bereich Erneuerbare Energien aktiv und damit einer der Pioniere in dieser Branche.

Windkraft leistet wichtigen Beitrag zu bezahlbarem Energiemix

Durch den Sprung auf das Meer und auch durch die effizientere technische Ausstattung von Schwachwind-Standorten im Binnenland bleibe diese Energieform auch künftig ein innovativer Sektor. „Der Strom aus Windkraft dürfte wegen des weiteren Preisverfalls und der stetig steigenden Effizienz der Anlagen noch billiger werden“, ist sich Lars Quandel, Leiter Renewable Energy der HSH Nordbank, sicher. Schon heute sei Strom aus Onshore-Anlagen unter günstigen Standortbedingungen im Vergleich zu Öl oder Gas wettbewerbsfähig. Quandel: „Die Windkraft wird langfristig einen wichtigen Beitrag zu einem bezahlbaren Energiemix leisten.“ Demzufolge werde diese regenerative Energieform in den nächsten Jahren weiterhin wachsen.

Der Wille zur Energiewende ist in der Gesellschaft und über Parteigrenzen hinweg fest verankert. Gesetzliche Vorgaben sollen die Umsetzung unterstützen. Doch der Ausbau der Höchstspannungsstromnetze kommt nur sehr schleppend voran, Haftungsfragen beim Offshore-Ausbau verunsichern Investoren. Solange diese Probleme nicht gelöst sind, ist an einen zügigeren Ausbau der Offshore-Windenergie nicht zu denken. „Deshalb scheinen die Ausbauziele der Bundesregierung für den Offshore-Bereich besonders ambitioniert und nicht mehr realistisch zu sein“, meint Lars Quandel. Demnach sollten bis 2022 13 GW Leistung in der Nord- und Ostsee, 11 GW davon in der Nordsee, installiert sein. Für die Onshore-Windenergie hatte die Bundesregierung ein Ziel von 45 GW bis 2020 genannt. „Die Onshore Zahlen sind leichter zu verwirklichen, angesichts der 30 GW bereits installierten Leistung“, betont der Leiter Renewable Energy der HSH Nordbank. Die südlichen Bundesländer in Deutschland – Bayern, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt – erschließen zunehmend weitere Flächen für die Produktion von Windenergie. Im Norden existiert noch ein erhebliches Potential durch eine Ausweitung der nutzbaren Flächen sowie durch die Möglichkeit von Repowering. „Trotz der Hindernisse beim Offshore-Windenergiebereich wird Deutschland voraussichtlich der wichtigste Windmarkt in Europa bleiben“, sagt Quandel.

Gestehungskosten für EE-Strom sinken

Vor dem Hintergrund des langfristigen anwachsenden Energieverbrauchs gewinnt die Windkraft auch unter wirtschaftlichen Aspekten an Bedeutung. Während die Gestehungskosten für Strom aus Erneuerbaren Energien tendenziell sinken, steigen die Preise für Strom aus fossilen Energierohstoffen. So ist ein Rückgang der Gestehungskosten bei Offshore-Windenergieanlagen unter günstigen Bedingungen auf etwa 11 Cent/kWh in 2020 möglich. Die Kosten für Strom aus den bereits wettbewerbsfähigen Onshore-Anlagen liegen derzeit zwischen 6 und 8 Cent/kWh und sind damit vergleichbar mit denen der konventionellen Kraftwerke aus den Bereichen Steinkohle, Braunkohle und Kernkraft.

Hohes Entwicklungspotential in Frankreich

Im europäischen Vergleich bietet derzeit der britische Windmarkt die aussichtsreichsten Perspektiven. Vor allem dank des sehr starken Offshore-Ausbaus – mehr als die Hälfte des Leistungsausbaus insgesamt – bleibt die Entwicklung der Windkraft in Großbritannien dynamisch. Frankreich, das bei der Stromproduktion stark von Kernkraft abhängig ist, hat ein vergleichsweise hohes Entwicklungspotential bei der Windkraft. Die Bedingungen gelten – nach Großbritannien – als die zweitbesten in Europa. Italien verfügt trotz Unklarheiten über die künftige Förderung und die mit der hohen Staatsverschuldung verbundenen Unsicherheiten noch immer über gute Wachstumschancen. Der Ausblick für den belgischen Windenergiemarkt ist vorsichtig optimistisch, für den niederländischen hingegen eher durchwachsen. Für die skandinavischen Länder wird mit einem stetigen Ausbau gerechnet, wobei in Dänemark, dem Altmeister der Windenergie, der zusätzliche Ausbau der Kapazitäten hauptsächlich durch Offshore-Anlagen erfolgen dürfte. Europaweit wird bis zum Jahr 2016 ein durchschnittliches Wachstum von 13,5 % erwartet.

PM: HSH

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