Umwelttechnik-Atlas 3.0 veröffentlicht, GreenTech-Branche auf Wachstumskurs

(WK-news) – Die Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 hat die Expansion der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz nicht bremsen können:

Der globale Markt für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz ist zwischen 2007 und 2010 um durchschnittlich 11,8 Prozent pro Jahr gewachsen und hat ein Volumen von 1.930 Milliarden Euro erreicht.

Die Marktprojektion aus der zweiten Auflage des Umwelttechnik-Atlas – 1.670 Milliarden Euro – wurde also übertroffen.

Als Katalysatoren für das Wachstum der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz haben sich zum einen die dynamische Entwicklung der Umwelttechnik-Dienstleistungen erwiesen, zum anderen die „grünen“ Konjunkturprogramme, die international als Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise beschlossen wurden.

Im Jahr 2011 beziffert sich das Volumen des globalen Marktes für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz auf 2.044 Milliarden Euro
Den größten Anteil daran stellt mit einem Volumen von 720 Milliarden Euro der Leitmarkt Energieeffizienz; im Jahr 2007 lag sein Volumen bei 538 Milliarden Euro. Diese Expansion wird getrieben von steigenden Energiepreisen sowie der Knappheit von Energieressourcen bei steigender Nachfrage. Vor diesem Hintergrund setzt sich weltweit die Einsicht in die Notwendigkeit durch, den Energieverbrauch so weit wie möglich zu reduzieren. Deshalb sind Produkte und Verfahren zur Verbesserung der Energieeffizienz zunehmend gefragt. Der Leitmarkt Energieeffizienz umfasst mit vier Marktsegmenten die wesentlichen Hebel, um den Energieverbrauch zu senken: energieeffiziente Produktionsverfahren, Querschnittstechnologien für Industrie und Gewerbe, energieeffiziente Gebäude und energieeffiziente Geräte. Die Verbesserung der Energieeffizienz wird in den nächsten Jahren für alle Volkswirtschaften von herausragender Relevanz sein. Deshalb sind weiterhin deutliche Zuwachsraten in diesem Leitmarkt zu erwarten.

Weltweit werden die sechs GreenTech-Leitmärkte im Jahr 2025 ein Gesamtvolumen von rund 4.400 Milliarden Euro erreichen
Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 5,6 Prozent. Die Branche Umwelttechnik und Ressourceneffizienz bleibt also nach dem Auslaufen der in den Jahren 2008 und 2009 verabschiedeten Konjunkturprogramme auf Wachstumskurs. Die Energieeffizienz wird nach den vorliegenden Prognosen auch im Jahr 2025 mit einem Volumen von 1.236 Milliarden Euro den größten Anteil am weltweiten GreenTech-Markt einnehmen.

Das weltweite Wachstum der „grünen“ Märkte setzt positive Impulse für GreenTech-Anbieter aus Deutschland
Die deutsche GreenTech-Branche wuchs zwischen 2007 und 2010 jahresdurchschnittlich um 12 Prozent. Im Jahr 2011 hat die Umwelttechnik und Ressourceneffizienz „made in Germany“ ein Marktvolumen von 300 Milliarden Euro erreicht. Dank ihrer guten Positionierung auf internationalen Märkten profitieren die deutschen GreenTech-Unternehmen von der gestiegenen Nachfrage im In- und Ausland. Auch in Deutschland zeigt sich analog zum globalen GreenTech-Markt die Dominanz der Energieeffizienz: Mit 98 Milliarden Euro entfällt auf diesen Leitmarkt fast ein Drittel des Gesamtvolumens der deutschen Umwelttechnik-Branche. Daran zeigt sich die Stärke der deutschen Anbieter, die bei Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz eine führende Position halten. Vor allem in den Bereichen Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR) sowie bei anderen Querschnittstechnologien (beispielsweise Elektromotoren, Wärmepumpen etc.) können Hersteller aus Deutschland ihre Stärken ausspielen.

Im Jahr 2025 wird für die Umwelttechnik und Ressourceneffizienz ein Marktvolumen von 674 Milliarden Euro prognostiziert
Mit einem Volumen von 220 Milliarden Euro wird der Leitmarkt Umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung dann voraussichtlich den größten Anteil am Gesamtmarkt der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz in Deutschland stellen. Dieser Leitmarkt umfasst drei Handlungsfelder, die für eine klimaverträgliche Energieversorgung entscheidend sind: erneuerbare Energien, die umweltschonende Nutzung fossiler Energieträger und Energiespeicherung. In Deutschland wird die Entwicklung des Leitmarktes Umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung ganz wesentlich vom Ausbau der erneuerbaren Energien getrieben. Daraus resultiert nicht nur ein Ausbau der Kapazitäten zur Stromerzeugung aus regenerativen Quellen, sondern auch ein zunehmender Bedarf an Speichertechnologien, denn die fluktuierende Einspeisung von erneuerbaren Energieträgern macht es schwieriger, das für die Netzstabilität erforderliche Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und Stromnachfrage auszubalancieren. Um einen Ausgleich herzustellen, spielen Speichertechnologien in den nächsten Jahrzehnten eine zunehmend wichtigere Rolle. Vor diesem Hintergrund ist in den nächsten Jahren ein deutliches Wachstum des Leitmarktes Umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung zu erwarten.

Starke Position der Umwelttechnik und Energieeffizienz auf dem Weltmarkt und am Standort Deutschland
Ein Anteil von 15 Prozent am Weltmarkt ist ein Indikator für die exzellente internationale Positionierung deutscher GreenTech-Anbieter. Auch künftig werden sie vom global zunehmenden Bedarf nach Produkten und Lösungen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz profitieren. Der Weltmarktanteil von „GreenTech made in Germany“ wird nach vorliegenden Prognosen im Jahr 2025 nach wie vor bei 15 Prozent liegen. Diesen Anteil zu halten, ist ein Zeichen für die Stärke der deutschen Branchenakteure: Sie müssen sich auf den internationalen Märkten gegen neue, offensiv auftretende Wettbewerber behaupten, die an den GreenTech-Wachstumschancen partizipieren wollen. Dazu zählen nicht nur Firmen aus Industriestaaten, sondern auch Konkurrenten aus den Schwellenländern; vor allem die Volksrepublik China treibt ihre Exporte in den Bereichen Photovoltaik und Windkraft vehement voran.

Der GreenTech-Anteil am Bruttoinlandsprodukt liegt inzwischen bei elf Prozent; bis 2025 soll dieser Anteil 15 Prozent betragen. Damit spiegelt sich die bedeutende Rolle der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz in Deutschland im wachsenden Beitrag dieser Branche zur Wirtschaftsleistung im Inland wider.
Das Wachstum der GreenTech-Branchen lässt sich zudem an den Beschäftigtenzahlen ablesen. 2011 gab es in diesem Wirtschaftszweig bezogen auf die sechs Leitmärkte 1,4 Millionen Arbeitsplätze. Bis 2025 ist mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl auf 2,4 Millionen zu rechnen.

Charakteristika der GreenTech-Branche in Deutschland
Die Umwelttechnik und Ressourceneffizienz ist eine typische Querschnittsbranche. Viele Unternehmen aus „klassischen“ Industriezweigen wie der Elektrotechnik, dem Maschinen- oder Fahrzeugbau haben in die Umwelttechnik diversifiziert. Gerade diese Verankerung in ihren Herkunftsbranchen hat sich für die Entwicklung der Umwelttechnik in Deutschland als ein wesentlicher Erfolgsfaktor erwiesen. Umgekehrt verdanken jedoch auch die klassischen Industriebranchen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz wertvolle Impulse für Innovationen und Differenzierung am Markt.

Die deutsche GreenTech-Branche ist mittelständisch geprägt. Kleine und mittlere Unternehmen bilden in Deutschland die große Mehrheit der Akteure im Wirtschaftszweig Umwelttechnik und Ressourceneffizienz. Die durchschnittliche Belegschaftsgröße liegt bei rund 300 Mitarbeitern. Neun von zehn Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von weniger als 50 Millionen. Im Durchschnitt liegt der Jahresumsatz eines GreenTech-Unternehmens in Deutschland bei knapp 27 Millionen Euro. Die Relation Umsatz pro Mitarbeiter liegt im Branchendurchschnitt bei 90.000 Euro – und damit niedriger als in den „klassischen“ Industriezweigen wie der Elektrotechnik (circa 220.000 Euro) oder dem Fahrzeugbau (etwa 470.000 Euro). Die starke Rolle des Mittelstandes zeigt sich in allen Leitmärkten der deutschen Umwelttechnik und Ressourceneffizienz. Viele kleine und mittlere Unternehmen zeichnen sich durch Flexibilität und Innovationsstärke aus und bieten differenzierte Lösungen und Verfahren an, sodass die eher kleinteilige Branchenstruktur keinen Wettbewerbsnachteil auf den globalen Märkten darstellen muss.

Über 80 Prozent der GreenTech-Unternehmen in Deutschland haben 2010 einen positiven Jahresüberschuss erwirtschaftet. Im Durchschnitt aller Unternehmen liegt die Profitabilität bei sechs Prozent. Energieeffizienz erweist sich auch hier als führend: Elf Prozent der Unternehmen dieses Leitmarktes erzielen eine Profitabilität von mehr als 20 Prozent.

Der Geschäftsentwicklung in den nächsten Jahren sehen die deutschen Unternehmen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz mit Optimismus entgegen: Sie erwarten bis 2015 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 10,6 Prozent. Differenziert nach Leitmarktfokus zeigt sich, dass die Unternehmen der Umweltfreundlichen Energien und Energiespeicherung die höchsten Erwartungen an ihre Umsatzentwicklung haben (13,7 Prozent). Im Einklang mit der positiven Einschätzung der Umsatzentwicklung gehen die Unternehmen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz in Deutschland davon aus, dass die Beschäftigtenzahl jährlich durchschnittlich um 8,4 Prozent wächst.

Globale Megatrends als Wachstumstreiber
Die Zuversicht der deutschen GreenTech-Akteure gründet sich auf das absehbare Wachstum des globalen Marktes für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz. Diese Entwicklung wird ganz wesentlich von fünf Megatrends getrieben, die in den nächsten Jahrzehnten weltweit die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen prägen: demografische Entwicklung, Urbanisierung, Globalisierung, Ressourcenknappheit und Klimawandel.

Demografische Entwicklung
Im Jahr 2030 werden voraussichtlich circa 8,3 Milliarden Menschen auf der Erde leben – ein Fünftel mehr als heute. Bis 2050 – so die Prognosen der Vereinten Nationen – wird die Einwohnerzahl der Erde auf mehr als neun Milliarden Menschen angewachsen sein. Dabei verläuft die Bevölkerungsentwicklung regional unterschiedlich: Während in Europa im Jahr 2050 voraussichtlich 19 Millionen Menschen weniger leben werden als heute, wird sich die Einwohnerzahl Afrikas im selben Zeitraum verdoppeln; die Einwohnerzahl Asiens wird bis 2050 um eine Milliarde Menschen zunehmen.

Urbanisierung
Für das Jahr 2010 weist die Statistik der Vereinten Nationen weltweit erstmals mehr Stadt- als Landbewohner aus. 2030 werden voraussichtlich zwei Drittel der Weltbevölkerung in städtisch geprägten Gebieten leben. Das Wachstum der Städte findet vor allem in Asien und Afrika statt, wo immer mehr Megacities entstehen, also Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern. Das rasante Wachstum der Städte verstärkt den Druck auf die Umwelt. Aufgrund ihres Energiebedarfs, des Verkehrsaufkommens und der dort angesiedelten Industrie haben Städte einen Anteil von bis zu 80 Prozent an den globalen CO2-Emissionen.

Globalisierung
Verschiedene Faktoren haben dazu geführt, dass sich das Tempo der Globalisierung in den letzten Jahrzehnten stark beschleunigt und zu einer engen Verflechtung der Weltwirtschaft geführt hat, sowohl der Kapitalmärkte als auch auf der Ebene der Realwirtschaft: Zwischen 1990 und 2008 wuchs das globale Bruttoinlandsprodukt jahresdurchschnittlich um 3,5 Prozent, während die Exporte mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 8,7 Prozent und die ausländischen Direktinvestitionen um 12,4 Prozent zulegten. Zusätzlich war ein starker Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen zu verzeichnen.

Ressourcenknappheit
Das Zusammenspiel von Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Industrialisierung, vor allem in den Schwellenländern, führt zu einer erheblichen Zunahme des globalen Energiebedarfs – und damit zu einer steigenden Nachfrage nach fossilen Energieträgern: Die Internationale Energie-Agentur (IEA) sagt für die Referenzperiode 2010 bis 2035 eine Zunahme des weltweiten Primärenergieverbrauchs um ein Drittel voraus. Mit 93 Prozent wird der überwiegende Teil des bis 2035 prognostizierten Anstiegs von Nicht-OECD-Mitgliedsstaaten verursacht.
Die Preise für mineralische Rohstoffe (Industrierohstoffe) befinden sich – von dem temporären Tief während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 abgesehen – in den letzten Jahren im Aufwärtstrend. Diese Tendenz wird sich fortsetzen: Das Wachstum in den Schwellenländern sowie der Anstieg der Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen bis 2050 lassen den Bedarf nach Rohstoffen weiter steigen. Bereits heute werden weltweit jedes Jahr 60 Milliarden Tonnen Rohstoffe verbraucht, 50 Prozent mehr als drei Jahrzehnte zuvor.

Klimawandel
Im Jahr 2010 erreichten die durch Verbrennung fossiler Energieträger verursachten CO2-Emissionen die Rekordhöhe von 30,6 Gigatonnen. Ohne Minderung der Treibhausgasemissionen halten Klimaforscher einen globalen Temperaturanstieg von drei bis sieben Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau für möglich. Die Auswirkungen einer globalen Erwärmung über die Zwei-Grad-Marke hinaus bedeuten für das Ökosystem Erde erhebliche, teilweise unkalkulierbare Risiken. Dazu gehören der Anstieg des Meeresspiegels, die Zunahme extremer Wetterereignisse wie Dürren, Starkregen und Überschwemmungen. Um den Anstieg der globalen Mitteltemperatur auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssen die globalen Treibhausgasemissionen um 50 bis 80 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 gesenkt werden.

Lösungen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz für die Herausforderungen der globalen Megatrends
Unter den Vorzeichen der Megatrends demografische Entwicklung, Klimawandel und Ressourcenknappheit gibt es langfristig keine Alternative zu einer nachhaltigen Umgestaltung der Ökonomie, in der wirtschaftlicher Erfolg, der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, sozialer Zusammenhalt und die Wahrnehmung internationaler Verantwortung ins Gleichgewicht gebracht werden. Diese Leitlinien der nachhaltigen Entwicklung sind die Orientierungspunkte bei der Transformation zu einer Green Economy.

Die Green Economy wird als Wirtschaftsform verstanden, die sich durch innovationsorientiertes, ökologisches und partizipatives Wachstum auszeichnet; sie wird von zwei Säulen getragen: einerseits von einer starken GreenTech-Branche, andererseits von Unternehmen aus klassischen Wirtschaftszweigen, die eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen und diese in alle Ebenen ihres Managementsystems integriert haben. Nach diesem Verständnis ist die Umwelttechnik und Ressourceneffizienz ein entscheidender Treiber für die Entwicklung hin zur Green Economy.

Diese Entwicklung lässt sich durch die bereits heute sichtbaren Ansätze und Produktinnovationen illus-trieren. Deshalb wird anhand von vier Transformationsfeldern konkret gezeigt, welche Lösungen die Umwelttechnik und Ressourceneffizienz für die drängenden Herausforderungen bereithält, mit denen die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten durch den demografischen Wandel, die Ressourcenknappheit, den Klimawandel und die Gefährdung der Biodiversität konfrontiert wird.

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