Deutsche Bioethanolwirtschaft vermisst konstruktive Lösung bei EU-Beratungen über Biokraftstoffe

(WK-intern) – Gegenwärtig wird in Brüssel auf Kabinettebene der beteiligten EU-Generaldirektionen über neue Auflagen für Biokraftstoffe beraten.

Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) teilt mit, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen keine konstruktive Lösung für die europäische Energie- und Klimaschutzpolitik sein können.

Im Mittelpunkt der aktuellen Beratungen in Brüssel steht dem Vernehmen nach ein Maßnahmenpaket, welches teilweise aus den Ergebnissen eines Berichts des International Food Policy Research Institute (IFPRI) vom vergangenen Jahr abgeleitet wird:

1. So sollen sogenannte iLUC-Werte in die Treibhausgas-Bilanzierung von Biokraftstoffen aus pflanzlichen Ölen, Zucker sowie Stärke einbezogen werden. (iLUC steht für indirect Land Use Change, d.h. indirekte Landnutzungsänderungen.) Jedoch sind direkte Maßnahmen gegen Landnutzungsänderungen wie die Regenwaldrodung zur Palmölproduktion in Indonesien nicht vorgesehen.

2. Die erforderliche Treibhausgasminderung soll für alle Biokraftstoffe von gegenwärtig 35 Prozent auf mindestens 50 bzw. 60 Prozent aus neuen Produktionsanlagen steigen. Außerdem soll von dem Mindestanteil in Höhe von 10 Prozent erneuerbare Energie im Verkehr die Hälfte mit Biokraftstoffen aus Abfall, Reststoffen, Zellulose und Algen erfüllt werden. Diese Biokraftstoffe sollen bis zu vierfach auf die Erfüllung des Mindestanteils angerechnet werden.

Dietrich Klein, Geschäftsführer des BDBe: „Die deutsche Bioethanolwirtschaft lehnt iLUC-Werte für europäische Biokraftstoffe strikt ab und warnt davor, gesetzliche Änderungen auf den IFPRI-Bericht zu stützen. Dieser kann nicht als Grundlage für gesetzliche Maßnahmen in Betracht kommen.“

Anstelle von iLUC-Werten für europäische Biokraftstoffe fordert der BDBe wirksame Schutzmaßnahmen gegen Regenwaldrodung in den betroffenen Regionen Südamerika und Südostasien. Verschärfte Auflagen für Biokraftstoffe aus europäischer Biomasse können den Regenwald nicht schützen.

Der Vorschlag, die Hälfte der erneuerbaren Energie im Verkehr mit Biokraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen zu leisten, ist aus Sicht des BDBe gegenwärtig unrealistisch, weil diese in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung stehen werden.

Dietrich Klein, Geschäftsführer des BDBe: „Anstelle einer vierfachen Anrechnung von Biokraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen fordern wir eine wirksame und wettbewerbsneutrale Förderung. Dies kann durch einen zusätzlichen und spezifischen Mindestanteil für solche Biokraftstoffe erreicht werden. Diese Abfälle und Reststoffe, wie zum Beispiel Stroh für Bioethanol, müssen in einer abschließenden Positivliste zur Klarstellung eindeutig gesetzlich definiert werden. Damit würden die Ziele der Erneuerbare-Energien-Richtlinie noch wirksamer als bisher unterstützt.“

PM: Carola Wunderlich
Tel. 030 – 301 29 53-13
presse@bdbe.de

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