BUND: Verrat am Klimaschutz – EU will kein 30 Prozent CO2-Reduktionsziel

(WK-intern) – Berlin – Der BUND hat die Aussage der Europäischen Union, ihre Klimaziele bis auf weiteres nicht verschärfen zu wollen, als inakzeptabel kritisiert.

“Das ist Verrat am Klimaschutz. Der Klimawandel schreitet ungebremst voran, doch die EU lehnt sich zurück und will weiter machen wie bisher”, kritisierte Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender.

Die EU habe zum heutigen Ende der kleinen Klimakonferenz in Bangkok verlautbart, ihr CO2-Reduktionsziel vorerst auf minus 20 Prozent bis 2020 zu belassen und es nicht, wie von Klimawissenschaftlern gefordert, auf minus 30 Prozent anzuheben.

Kurz vor der Klimakonferenz in Doha, auf der über ein Fortführen des Kyoto-Protokolls und einen Weltklimavertrag ab 2015 entschieden werden soll, käme eine solche Entscheidung einer Bankrotterklärung für mehr Klimaschutz gleich, kritisierte Weiger.

Weiger: “Wir fordern Umweltminister Peter Altmaier auf, das 30-Prozent-Ziel auf keinen Fall widerstandslos fallenzulassen. Er selbst hat sich die 30-Prozent-Marke als zentrales Ziel seiner Amtszeit gesetzt. Dafür muss er jetzt – auch wegen seiner Glaubwürdigkeit in Sachen Energiewende – umso vehementer kämpfen.” Der Europäischen Union käme im internationalen Klimaschutz eine besondere Rolle zu. Sie werde von Industrie- als auch von Schwellen- und Entwicklungsländern als verantwortungsvoller Akteur gesehen. Bisher zögerliche Staaten könnten in Doha nur dann zu mehr Klimaschutz überredet werden, wenn die EU mit einem 30-Prozent-Ziel voranschreite.

Mit ihrer Entscheidung setze die EU nicht nur den internationalen Klimaschutz, sondern auch die Zukunft der europäischen Wirtschaft aus Spiel, so Weiger. Der Import von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas sei ein enormer Kostenfaktor für Wirtschaft und Verbraucher, der durch ambitionierten Klimaschutzziele und die Reduktion der Verbräuche reduziert werden könne und müsse. “Die Weigerung der EU, sich ein höheres Klimaschutzziel zu geben, verschiebt dringend notwendige Investitionen in klimafreundliche Technologien auf den Sankt Nimmerleinstag”, kritisierte der BUND-Vorsitzende.

PM: BUND

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