DSU: Die Energiewende in Deutschland ist -drahtlos-kopflos-konzeptionslos-liquiditätslos… -alternativlos?

Stromnetze / Foto: HB
Stromnetze / Foto: HB

(WK-intern) – Ein visionärer Vorschlag zur Lösung eines hausgemachten Problems.

Prolog: Als Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe in Japan mit ihren furchtbaren Folgen für die dort lebenden Menschen und die Umwelt hat die Bundesregierung im März 2011 gegen ihre vorherige Überzeugung den endgültigen Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen.

Die Umstellung unserer Energieversorgung ohne Nutzung der Kernkraft soll bis zum Jahre 2022 abgeschlossen sein. Das Fernziel ist eine Energieversorgung ausschließlich aus erneuerbaren Energien.

Die Deutsche Soziale Union stellt sich dieser Problematik und möchte an der Lösung der mannigfaltigen Probleme mitarbeiten und in Verantwortung für Deutschland und Gottes Schöpfung konstruktive Lösungsvorschläge in die öffentliche Diskussion einbringen.

Wir handeln aus der Überzeugung heraus, dass es sich dabei um eine nationale Aufgabe von einer Größe und Bedeutung handelt, die keine Lobbyinteressen und keine Parteizänkereien und auch keine egoistischen schnellen Gewinnmitnahmen dulden kann.

Es geht um eine langfristige Absicherung unserer Volkswirtschaft,unserer Bevölkerung, und wir stehen in der Pflicht, den nachfolgenden Generationen ein gut bestelltes Feld zu hinterlassen.

In dieser Überzeugung ist dieser Handlungsvorschlag entstanden.

1.Status Präsens
Die deutsche Energieversorgung basierte bisher auf der Nutzung der Kernkraft, der Verstromung fossiler Energieträger , der Wasserkraft und in geringem, aber ansteigendem Maße der Nutzung erneuerbarer Energien, wie Windenergie, Solarenergie und Biogas.

Alle diese Technologieen haben ihre Berechtigung , wenn sie vernünftig geplant, platziert und eingesetzt werden. So ist es zum Beispiel unvernünftig, landwirtschaftliche Nutzfläche durch Subventionen der Nahrungsmittelproduktion zu entziehen und dort „Energiepflanzen“ anzubauen. (Auf einem ha Raps entstehen schlußendlich etwa 1200l Biodiesel.) Um diesen herzustellen, die Felder vorzubereiten, zu ernten und das Endprodukt herzustellen dürfte etwa die Hälfte des Ertrages investiert sein und das ist eine optimistische Schätzung.Hingegen ist die Herstellung von Biogas aus Pflanzenresten, Gülle und ähnlichen Reststoffen umweltentlastend, ressourcenschonend und kostensparend und deshalb durchaus positiv zu bewerten.

Die Nutzung der verfügbaren Sonnenenergie bietet sich an vielen Stellen an, vor Allem bei Gebäudesanierungen, Fassaden- und Dacherneuerungen. Wichtig ist die Einbindung der gewonnenen Energiemenge in den Bedarf des entsprechenden Gebäudes und seiner Nutzer, respektive seiner Bewohner.

Windenergie ist in reichem Maße durch schon vohandene, genehmigte und beantragte Offshore Anlagen in den deutschen Küstengewässern in Nord- und Ostsee verfügbar. Derzeit sind zu den bestehenden Anlagen im Nordseebereich 30 Anlagen genehmigt und weitere 69 beantragt. Dabei handelt es sich um ein privat finanziertes Investitionsvolumen von über 100 Milliarden €.
Durch die Windverhältnisse an der Küste handelt es sich dabei um grundlastfähig verfügbaren Strom, der aber nicht an der Küste gebraucht wird, sondern in den Industriezentren in Nordrheinwestfalen, in München ,Stuttgart,sowie in Leipzig, Chemnitz und weiteren industriellen Ballungsgebieten. Die Überlegung, wie diese gewaltige verfügbare Energiemenge von Nord nach Süd gelangen könnte, war bisher nicht in ausreichendem Maße Gegenstand der energiepolitischen Überlegungen der Bundesregierung. Deshalb müssen momentan bestehende Windkraftanlagen oft abgeschaltet werden, weil die bestehenden Netze den bereitgestellten Strom schlichtweg nicht aufnehmen können.
Bei Abnahme der zur Verfügung stehenden Energiemenge haben die Investitionen in Windkraftanlagen derzeit eine Rendite von 8-9%.p.a.

Die Bundesnetzagentur meldete in ihrem Bericht vom 4.05.2012 einen Neubaubedarf an Hochspannungsleitungen von knapp 4000km, einen Akutbedarf von 1800km. Davon sind bisher 200km realisiert, aber erst 100km in Betrieb. Die Planung von Freileitungstrassen in diesem Umfang nimmt Jahre in Anspruch, allein schon aus der Problematik der Grundstücksverhandlungen heraus. Darüber hinaus ist der Bau im Gelände, in landwirtschaftlichen Nutzflächen, im Gebirge und in Waldgebieten mehr als aufwändig.

2.Lösungsvorschlag
Die Bundesregierung bekennt sich nicht nur zur Umstellung der Energieversorgung, sondern auch zur Umstellung des Individualverkehrs in Richtung Elektromobilität. Dafür muß gleichermaßen die Energie zum Verbraucher gebracht werden. Wenn man den gegenwärtigen Treibstoffverbrauch auf der Basis von Mineralöl in ein entsprechendes Äquivalent an Elektroenergie umrechnet, kann man den veranschlagten Bedarf an Netzneubau getrost verdoppeln.

Die Lösung könnte folgendermaßen aussehen:
Deutschland hat das dichteste Autobahnnetz Europas. Alle wichtigen Ballungsgebiete, Großstädte, Industriezentren, Häfen sind auf diese Art und Weise einzigartig in Europa miteinander verbunden. Der Grund, auf dem dieses Autobahnnetz angelegt ist, gehört ausschließlich der Bundesrepublik Deutschland. Die Verbindungen zwischen Energieerzeuger und Verbraucher wären mit dieser Trassenführung fast optimal gewährleistet. Es drängt sich also der Gedanke auf, die notwendigen Stromtrassen entlang der Bundesautobahnen zu installieren. Damit wäre der Grundstückserwerb erledigt.
Des Weiteren wäre die Bereitstellung von Elektroenergie für den Straßenverkehr ebenfalls gewährleistet.
Ein nicht zu unterschätzender Faktor, sowohl bei der Bauausführung, als auch bei der späteren Wartung ist die verkehrsmäßige Zugriffsmöglichkeit zu jeder Tages- und Nachtzeit und unter jeglichen Witterungsbedingungen. Es ließe sich auch schwere Technik innerhalb kürzester Zeit an jeden Punkt der Trasse transportieren.
Die Umweltbelastung durch die Baumaßnahmen wäre vergleichsweise gering, weil die Trasse an sich schon erschlossen ist.
Meines Erachtens sollte man einer unterirdischen Verlegung als Kabel den Vorzug geben.
Erstens ist dabei das Problem der elektromagnetischen Strahlung gebannt, was bei einer Ausführung in Form von Freileitungen mit Sicherheit viele Umweltaktivisten mobilisieren würde. Außerdem liegt die Überlegung nahe, bei der Ausführung eines solch gewaltigen Tiefbauprojektes gleich mehrere Versorgungsleitungen ins Erdreich einzubringen. Genannt seien Gas, Wasser, Datenkabel usw. – Dies könnte für manchen Anbieter eine lohnende Investition in die Zukunft sein.

Die aufgezeigten Vorteile dieser Verfahrensweise dürften die Mehrkosten der Kabelvariante gegenüber der Freileitungsvariante weitgehend kompensieren.
Wenn man sich unser Autobahnnetz auf der Karte betrachtet, wird einem aufmerksamen Betrachter sofort klar, dass wir, diesem Vorschlag folgen wollend, zunächst zwei Trassen favorisieren müssten. Eine von der Nordsee nach Süden, welche das Ruhrgebiet und Frankfurt und Stuttgart und München erreicht. Die zweite Trasse müsste von der Ostseeküste aus Berlin tangieren, Leipzig, Chemnitz und Zwickau erreichen.

3.Wie beherrschen wir die Netzschwankungen?
Es liegt in der Natur der erneuerbaren Energieträger wie Sonne und Wind, dass sie sich in ihrem Aufkommen nicht an dem momentanen Bedarf von Industrie und Bevölkrung orientieren, sondern die Kraft je nach Tageszeit und Wetterlage liefern. Folgerichtig müssen wir mit einer völlig anderen Kennlinie zurechtkommen, als das bei der Bereitstellung von Energie aus herkömmlichen Kraftwerken der Fall war, unabhängig vom bisherigen Energieträger.

Ein Problem ist die Speicherung.
Die bisherigen Technologien reduzierten sich auf solche wie beispielsweise Pumpspeicherkraftwerke. Da die Möglichkeiten für einen Ausbau in Deutschland als begrenzt zu bewerten sind, und der Neubau sowohl zeitlich, als auch umfänglich unmöglich ist, sollte man einen neuen Denkansatz wagen.
Zum Ersten ist es an nahezu jedem Ort möglich, mit Stromspitzen Wasserstoff und in weiterer Folge Methan herzustellen, welches auch problemlos mit bekannten Technologien speicherbar ist und im Blockkraftwerk jederzeit bedarfsgerecht verstromt werden kann.
Außerdem ließen sich damit Autos mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren betreiben.

Zum Zweiten gibt es kein vernünftiges Argument gegen die Heizung von Gebäuden mit Strom. Der Wirkungsgrad liegt sogar bei 100%, abgesehen von ca 6% Leitungsverlusten. Das schafft kein anderer Energieträger. Man müsste nur bauseitig darauf eingehen. Es wäre z.B. möglich, neue Eigenheime mit Pufferspeichern auszustatten, Schätzgröße 10-20 Kubikmeter, die mit Nachtstrom,bzw. Spitzenstrom beheizt werden und die Wärme nach Bedarf elektronisch gesteuert abgeben. In der Industrie wären die Dimensionen natürlich erheblich größer.

4.Wer soll das bezahlen und wie soll die „Macht“ über das Netz gestaltet werden?
Wir sprechen hier über eine Aufgabe, die jeden Staatshaushalt überfordern würde.
Es geht um Investitionssummen, die ihresgleichen suchen und ich bin außerstande, sie auch nur annähernd seriös zu beziffern.
Die Sachlage ist so, dass die Erzeugungsanlagen sich in privater Hand befinden.
Die Energiversorger bilden ein Gemenge aus Stadtwerken, die sich in kommunaler Hand befinden und aus privaten Anbietern unterschiedlicher Rechtsformen.
Die Deutsche Soziale Union ist immer dafür eingetreten, Schlüsselpositionen, wie Energie, Wasserversorgung, Bahn, Post usw. in staatlicher Hand zu belassen, um der Bevölkerung größtmögliche Sicherheit und Schutz vor Spekulationen zu sichern. Dies ist nicht gelungen und wir leben jetzt leider mit den Folgen verfehlter Politik.

Auf deutschen Sparkonten liegen Guthaben in Billionenhöhe.
Was liegt also näher, als diese Schlüsselposition des Netzbetriebes, einer absoluten Machtposition in der zukünftigen Energieversorgung, in Volkes Hände zu geben. Man könnte dieses Mammutprojekt durch eine neu zu schaffende Aktiengesellschaft finanzieren, deren Kapitalgeber die Bürger der Bundesrepublik Deutschland wären und das Ganze so organisieren, dass jeder Deutsche einen gewissen Betrag mit einer fest garantierten Rendite investieren darf, die zur Altersversorgung in einem zu schaffenden Rahmenprogramm dient. Damit hätte der Souverän eine gewisse Kontrolle über die Entwicklung der Energiepreise, eine weitere Sicherheit gegen Altersarmut und der Staat als Bauherr wäre finanziell entlastet. Diese Finanzierung würde dem sozialen Ausgleich im Sinne des Grundsatzprogramms der Deutschen Sozialen Union entsprechen.

5. Abschließende Argumente und Aufzählung der Nebenwirkungen dieses Projektes:
–Es ist kein Grunderwerb notwendig.
–Wir schützen unsere landwirtschaftlichen Familienbetriebe
–Die Baustellen sind unkompliziert unter allen Bedingungen und jederzeit erreichbar.
–Die Projektierung ist vergleichsweise einfach.
–Der Zielstellung Elektromobilität wird der Weg geebnet.
–Die Arbeitslosigkeit wird signifikant sinken.
–Wir werden spürbar unabhängiger von fossilen Energieträgern.
–Deutschland kann seinen Technologievorsprung im Bereich Energie weiter ausbauen und damit neue Märkte bedienen.
–Wir machen einen Quantensprung in Punkto Umweltschutz.
–Das Projekt ist sozial, denn es gibt keine Verlierer, nur Gewinner, und die Gewinne werden, diesem System folgend, sozialisiert.

PM: Jens Reissig
JensReissig@gmx.net

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