WAB: Offshore-Windenergie ist noch ausbaufähig

(WK-intern) – Gute Stromausbeute der ersten Projekte.

Aber: Branche wartet nach wie vor auf Lösung der Haftungsfrage.

Bremen – Die Windenergie-Agentur WAB zieht eine gemischte Bilanz zur Offshore-Entwicklung in Deutschland im letzten Jahr.

Dies gab der Verbund im Rahmen der gerade stattfindenden Offshore-Konferenz und -Messe WINDFORCE 2012 in Bremen bekannt.

„Wir stehen bei der Offshore-Windenergie noch am Anfang“, sagt Ronny Meyer, Geschäftsführer der WAB. Nach Angaben der Experten der WAB drehen sich derzeit (Juni 2012) rund 55 Anlagen in der deutschen Nordund Ostsee mit einer Leistung von rund 215 Megawatt (MW). Im Jahr zuvor (Juni 2011) waren es rund 45 Anlagen, die ans Netz angeschlossen waren. Die Ziele der Bundesregierung sehen etwa 2.000 Anlagen (10.000 MW) bis 2020 vor – bereits über 9.000 MW sind davon vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie derzeit genehmigt.

In der Nordsee befinden sich mit Borkum Riffgat und Borkum West II momentan zwei Windparks im Bau. Den Baubeginn für 2012 haben Global Tech 1, Meerwind Süd, Ost und Nordsee Ost sowie Balic 2 angekündigt.

Zusammen vereinen die vor Baubeginn stehenden Projekte rund 1.000 MW Leistung. „Wir sehen in diesem Jahr, dass auch auf See weiter gebaut wird, aber Offshore-Wind beginnt schon weit vor dem eigentlichen Bau“, betont Meyer. Schon seit Monaten prägen daher die Vorbereitungen für den Bau der Hochseewindparks an der Küste das Bild.

Sorge bereitet Ronny Meyer von der WAB nach wie vor der seeseitige Netzanschluss. Der verantwortliche Netzbetreiber hatte Ende 2011 angekündigt, das Ausbautempo für die seeseitigen Netzanschlüsse zu verlangsamen. „Wir haben als Industrie bereits Ende März gute Vorschläge zur Lösung auf den Tisch gelegt und die Bundesregierung hat angekündigt, insbesondere für die Haftungsfragen eine Lösung noch vor der Sommerpause anzubieten. Darauf warten wir immer noch dringend“, so Meyer.

Auch die Besucher der WINDFORCE 2012-Konferenz und -Messe haben bei einer TED-Umfrage dies als größte Herausforderung formuliert. Die Branchenteilnehmer gehen aber weiterhin von einem geringen bis starken Wachstum der Branche aus. „Die WINDFORCE 2012 zeigt, dass die Industrie bereit steht“, sagt Meyer.

Meyer weist auch darauf hin, dass die Branche mit den Betriebsergebnissen der ersten deutschen Offshore-Windparks alpha ventus und Baltic 1 sehr zufrieden sein kann. „Die Ergebnisse übertreffen bei weitem die Erwartungen.“ Mit Volllaststunden von über 4.500 pro Jahr gehört die Offshore-Windenergie zu den tragenden Säulen der Energiewende. Ronny Meyer: „Ohne Offshore-Windenergie wird es keine Energiewende geben!“ Er weist aber auch darauf hin, dass alle erneuerbaren Energien für die Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele gebraucht werden.

PM: Ronny Meyer
Geschäftsführer der WAB
ronny.meyer@wab.net
www.wab.net

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