In den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten jagen Jäger nur noch bleifrei

Kleine Füche beim Spiel in Oldenbüttel / Foto: HB
Kleine Füche beim Spiel in Oldenbüttel / Foto: HB

(WK-intern) – “In den Landeswäldern soll ab 1. April kommenden Jahres nur noch bleifreie Büchsenmunition verwenden werden”, stellt der Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, Tim Scherer, heute (28. Juni 2012) fest.

“Unsere Förster werden schon so früh wie möglich vor diesem Termin darauf umstellen.”

Schon lang ist bekannt, dass Greifvögel die Eingeweide oder Fleischreste geschossener Tiere fressen, schwere Bleivergiftungen erleiden können. 40 Prozent aller Seeadler in Deutschland sterben auf diese Weise. Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten richten sich deshalb nach den Grundsätzen der zeitgemäßen und naturnahen Jagd. Dass Verwenden bleifreier Munition ist deutlich verträglicher für die Umwelt.

Der Entscheidung der Forstanstalt waren einvernehmliche Beratungen im Verwaltungsrat unter dem neuen Vorsitzenden, Umweltstaatssekretär Dr. Ulf Kämpfer, vorausgegangen. Er sieht in der Entscheidung der Landesforsten ein Zeichen, dass andere Jägerinnen und Jäger ermuntern wird, bereits vor eventuellen gesetzlichen Regelungen einen Munitionswechsel zu vollziehen.

Blei vorbei

“Unsere Seeadler und andere Wildtiere sollen nicht mehr durch bleihaltige Munition vergiftet werden. Dass in den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten ab 1. April 2013 nur noch bleifreie Büchsenmunition verwendet wird, ist ein guter Schritt, um die Verwendung bleihaltiger Munition in unserem Land generell zu beenden”, begrüßt Umweltstaatssekretär Dr. Ulf Kämpfer die heute einstimmig getroffene Entscheidung des Verwaltungsrates der Landesforsten.

Die ökologischen Wirkungen von bleihaltiger Munition sind seit Jahrzehnten bekannt: Insbesondere Greifvögel, die an Kadavern geschossener Tiere fressen, vergiften sich durch Büchsenmunition, die Blei enthält oder durch Bleischrot, das mit  Schrotflinten verschossen wird. Untersuchungen belegen, dass 40 Prozent aller tot gefunden Seeadler an Bleivergiftungen gestorben sind.

Kämpfer, der in seiner Funktion als Staatssekretär in dieser Woche den Vorsitz der Verwaltungsrates der Landesforsten übernommen hatte, sieht in der Entscheidung der Forstanstalt ein Signal an alle Jäger unseres Landes, ihren Beitrag zu einer ökologisch verträglichen Jagd zu leisten.

Damit bleihaltige Munition im gesamten Land nicht mehr erlaubt ist – so wie im Koalitionsvertrag festgelegt – ist eine Änderung des Landesjagdgesetzes erforderlich. Unabhängig davon wird die Agrarministerkonferenz im Herbst 2012 über bleifreie Büchsenmunition beraten. “Ich hoffe, dass die Bundesregierung ihre schon zu lang dauernden Untersuchungen über Alternativen zu den Bleigeschossen zügig abschließt. Künftig sollten einheitliche gesetzliche Regelungen überall in Deutschland für eine bleifreie Jagd sorgen”, so Kämpfer.

Bleifreie Munition ist seit Jahren im Handel erhältlich. Andere Länder haben damit gute Erfahrungen gemacht.

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