Netzanschluss für den Trianel Windpark Borkum wird verschoben

Areva Multibrid Anlage (c) DOTI GmbH
Areva Multibrid Anlage (c) DOTI GmbH

(WK-news) – Bau von Offshore-Windpark wird ausgebremst

Aachen/Bremerhaven – Aufgrund von Verzögerungen beim Netzanschluss durch den Übertragungsnetzbetreiber Tennet wird sich die Inbetriebnahme des Trianel Windparks Borkum bis zum 2. Quartal 2013 verschieben.

Obwohl die Windenergieanlagen des Herstellers AREVA Wind planmäßig geliefert werden konnten, führten Produktionsengpässe bei einigen Zulieferern dazu, dass die Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co KG (TWB) den gesamten Errichtungszeitplan für den Windpark in der Nordsee neu ausrichten muss.

Tennet hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass sich der Netzanschluss um vier bis fünf Monate verspätet. Zudem lassen dringend benötigte Offshore-Komponenten länger als geplant auf sich warten. So hängt die Fertigung der 700 Tonnen schweren dreibeinigen Fundamente (Tripods) durch die Georgsmarienhütte AG-Tochter Weserwind AG ebenfalls deutlich hinter dem Zeitplan. Auch die Fertigstellung der Umspannplattform, mit deren Hilfe der auf dem Meer erzeugte Windstrom an Land gebracht wird und die eigene Stromversorgung sichert, ist erheblich verzögert. Die Umspannplattform wird von Alstom Grid verantwortet. Sowohl die Tripods als auch das Umspannwerk sollen dennoch in 2012 installiert werden, die entsprechenden Errichtungszeitfenster mit den Installationsunternehmen sind vertraglich gesichert.

„Aufgrund der Gesamtsituation werden wir die Errichtungskampagne für die Windenergieanlagen um mehrere Monate verschieben“, erläutert Klaus Horstick, Geschäftsführer der Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH, den neuen Zeitplan. Ursprünglich war die Fertigstellung der ersten Ausbaustufe mit 40 Windkraftanlagen und einer Leistung von 200 MW für Ende des Jahres geplant.

Seit Baubeginn am 1. September 2011 war die Errichtung des Trianel Windparks Borkum bisher planmäßig vorangeschritten. Ein halbes Jahr nach Baustart hat die Jack-Up-Barge „Goliath“ alle der insgesamt 120 Pfähle zur Befestigung der Tripods in den Meeresboden gerammt. Auch der Hersteller der Windenergieanlagen (WEA) AREVA Wind liefert planmäßig. Bereits im März dieses Jahres wurden von AREVA Wind die ersten 20 von insgesamt 40 Gondeln für den Trianel Windpark Borkum übergeben. Die einzelnen Komponenten der Windkraftanlagen – Turmsegmente, Rotorblätter und die Gondeln – warten nun auf ihre Endmontage. Derzeit werden die ersten Fundamente (Tripods) für den Gesetzentwurf zum Baufeld, 45 Kilometer nordwestlich vor der Nordseeinsel Borkum, gebracht und in den Meersboden eingelassen.

Für die am Windpark beteiligten 33 Stadtwerke und Trianel werden durch eine Verschiebung erhebliche Mehrkosten entstehen. „Derzeit gehen wir von einer benötigten Nachfinanzierung in Millionenhöhe aus“, beziffert Geschäftsführer Klaus Horstick die voraussichtlich entstehenden Kosten. „Unsere Gesellschafter haben sich mehrheitlich dafür entschieden, gemeinsam diese Hürde zu nehmen und den Ausbau der Offshore-Windenergie voranzutreiben.“

Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen begrüßt Trianel die Absicht der Bundesregierung, im Sommer einen Gesetzentwurf vorzulegen, der insbesondere die Haftungsfragen löst und den Ausbau der Offshore-Windenergie unterstützt. „Von den aktuellen Problemen der noch jungen Offshore-Industrie ist die gesamte Branche betroffen. Wenn der von der Regierung geplante Ausbau gelingen soll, müssen die Investitionsrisiken minimiert werden“, so Horstick. Dessen ungeachtet werde Trianel alle nötigen Schritte unternehmen, die durch die Verzögerungen entstandenen zusätzlichen Kosten den Verursachern in Rechnung zu stellen.

PM: Elmar Thyen, Leiter Unternehmenskommunikation
e.thyen@trianel.com
http://www.trianel.com

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