Ausbauziele von Biomethan durch neues KWKG gefährdet

(WK-intern)Der Fachverband Biogas e.V. begrüßt grundsätzlich die in Kürze in Kraft tretende Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes (KWKG). Die Politik unterstreicht damit nach Meinung des Verbandes die besondere Rolle der Kraft-Wärme-Kopplung im Rahmen der Energiewende.

Das KWKG fördert die Eigenstromnutzung bei Einsatz von Erdgas in einer KWK-Anlage. Dieser Effekt wird durch die KWKG-Novellierung 2012 noch verstärkt. Nach unseren Berechnungen bedeutet dies für Biomethan eine zunehmende Benachteiligung, da der biogene und nachhaltige Einsatzstoff im Gegensatz zu Erdgas mit der Förderung durch die KWKG-Novellierung nicht wirtschaftlich darstellbar ist.

Zudem führen die weit über die Vorschläge des Bundesumweltministeriums hinausgehenden Fördersätze des KWKG dazu, dass die über das EEG geförderte Biomethannutzung vor allem in industriellen KWK-Anlagen nicht mehr konkurrenzfähig ist. Biomethan wird aufgrund der ökonomischen Vorteile von Erdgas in diesem Bereich kaum mehr zu vermarkten sein.

Biomethan wird damit trotz der sehr positiven Klimabilanz im KWK-Bereich von einer Verwertung bei Industriekunden ausgeschlossen. Diese Weichenstellung ist fachlich nicht nachvollziehbar, da gerade hier ein ideales Anwendungsfeld für die bedarfsgerechte Strombereitstellung zur Entlastung der Stromnetze möglich wäre. Darüber hinaus ist Biomethan auch in Bezug auf die Energieeffizienz besonders förderungswürdig, da das EEG – anders als das KWKG – eine effiziente Wärmenutzung fordert und gleichzeitig CO2-neutral hergestellt wird.

Um Biomethan gegenüber Erdgas für Industriekunden wieder attraktiv zu machen, schlägt der Fachverband Biogas e.V. daher eine Eigenverbrauchs- oder Selbstnutzungsregel für Biomethan im EEG vor. So kann Biomethan an Industriekunden mit hohem Eigenstrombedarf vermarktet werden. Damit werden die Energienetze entlastet und die EEG-Umlage geschont. Einen entsprechenden Vorschlag wird der Fachverband Biogas mit dem Bundesumweltministerium diskutieren.

Aufgrund der nachhaltigen Erzeugungsart und der positiven Klimabilanz von Biomethan kann nach Ansicht des Arbeitskreises Gaseinspeisung im Fachverband Biogas e.V. durch eine solche Änderung ein neues Biomethan-KWK-Potenzial im Bereich der Industrie erschlossen werden. „Ohne die geforderte Änderung wird es kaum einen nennenswerten Zubau von Biomethan-KWK-Anlagen geben und der von der Bundesregierung angestrebte Anteil von sechs Prozent Biomethan am Erdgasverbrauch bis 2020 wird nicht ansatzweise erreicht“, mahnt der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez.

Andrea Horbelt
Fachverbandes Biogas e.V.
www.biogas.org

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