DESERTEC Foundation zu Rio+20: Eine grünere Zukunft beginnt mit Lösungen und nicht mit Konsens

Dr. Thiemo Gropp, Vorstand der DESERTEC Foundation
Dr. Thiemo Gropp, Vorstand der DESERTEC Foundation

(WK-intern) – Ein Statement zur Rio+20 Konferenz von Dr. Thiemo Gropp, Vorstand der DESERTEC Foundation

Hamburg – Die Augen der Welt richten sich auf Rio, wo diese Woche tausende Vertreter von Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus der ganzen Welt zusammentreffen, um Wege zu finden, die Armut zu verringern und die Umwelt zu schützen.

Rio+20, die Konferenz der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung, steht für den jahrelangen Versuch der internationalen Gemeinschaft, Vereinbarungen zu diesen Themen zu treffen.

Jahrzehntelang verhandelten Regierungen über international bindende Vereinbarungen zum Klimaschutz. Der Erfolg hält sich in Grenzen: Die CO2 Emissionen sind laut der Internationalen Energieagentur heute höher, als je zuvor.

Die Diskussion über die Umsetzung vorhandener Lösungen spielt derzeit kaum eine Rolle. Dabei müssen wir uns gerade jetzt auf genau solche Lösungen konzentrieren und Maßnahmen ergreifen, um deren weltweite Umsetzung zu beschleunigen.  Die schnelle weltweite Umstellung auf erneuerbare Energien ist so eine Lösung. Sie bietet nicht nur eine CO2-freie Energieversorgung und die Möglichkeit, den steigenden Energiebedarf einer wachsenden Weltbevölkerung zu decken, sondern würde auch das Wirtschaftswachstum von der Nachfrage nach endlichen Brennstoffressourcen entkoppeln. Dies wäre ein effektiver Beitrag zur globalen Armutsbekämpfung.

Der „Grüne Klimafonds“ der Vereinten Nationen könnte ein Schlüssel sein, um diese Energiewende zu beschleunigen. Er könnte die nötige finanzielle Unterstützung und langfristige Sicherheit bieten, um Investitionen in die Umsetzung der Energiewende zu lenken. Dies würde Entwicklungs- und Schwellenländer ermöglichen, ihren stark wachsenden Strombedarf zu decken und gleichzeitig eine Infrastruktur aufzubauen, um ihre nachhaltigen Energiequellen zu nutzen – verbunden mit der Chance auf den Aufbau neuer Industrien und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Industrienationen würden von einer gesteigerte Nachfrage nach ihren grünen Technologien und Dienstleistungen profitieren. Ein solches Investment würde die Weltwirtschaft sowohl kurzfristig stimulieren, als auch die Grundlage für ein langfristiges Wachstum schaffen.  Die Schaffung eines internationalen Klimaschutzfonds würde sich gleich mehrfach auszahlen. Sowohl für den Klimaschutz, als auch für Entwicklungs- und Sicherheitspolitik.

Allerdings darf die Implementierung eines internationalen Klimaschutzfonds nicht bis 2020 warten und noch weniger darauf, dass, wie in Durban vorgeschlagen, erst ein Nachfolgeprotokoll für Kyoto beschlossen wird. Die Zeit läuft ab. Die Internationale Energieagentur stellte Ende letzten Jahres klar, dass die Entscheidungen über unsere globale Energieversorgung, die wir in den nächsten fünf Jahren treffen, bestimmen werden, ob wir den Klimawandel noch aufhalten können. Das schaffen wir nicht durch 7 weitere Jahre am Verhandlungstisch.  Falls nötig müssen wir eine Koalition der Willigen bilden, von Ländern und Staatenbündnissen, die  international zusammenarbeiten, um ihre besten und günstigsten Standorte für erneuerbare Energien gemeinsam zu nutzen.

Nach Ausbruch der Finanzkriese 2008 haben unsere Politiker nicht jahrelang über einen weltweiten Konsens verhandelt, wer exakt wie viel der Last zu tragen hat. Stattdessen haben sie zügig gemeinsame Rettungspakete geschnürt und Milliardensummen in die Weltwirtschaft gepumpt. Der Klimawandel ist ein bei weitem größerer Notfall. Wir sind inmitten einer Klimakrise, die ganze Teile der Erde unbewohnbar machen und damit Massenmigration und Konflikte verursachen kann. Auch hier besteht der dringende Bedarf an einer politischen Reaktion, die Ergebnisse liefert, bevor es zu spät ist.

Wenn unsere Regierungen ihre Verantwortung für zukünftige Generationen ernsthaft wahrnehmen wollen, müssen Sie jetzt handeln.

Weitere Informationen
Das Ziel der DESERTEC Foundation ist die weltweite Umsetzung des DESERTEC-Konzepts, einer Lösung für Klimaschutz, Energiesicherheit und Entwicklung in der die energiereichsten Standorte der Welt genutzt werden, um nachhaltigen Strom aus erneuerbaren Energien zu produzieren.  Die sonnenreichen Wüsten dieser Welt spielen in diesem Lösungsvorschlag eine zentrale Rolle.

In Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika hat die gemeinnützige Stiftung bereits jahrelange Erfahrung gesammelt in der Verbreitung von Wissen in Gesellschaft und Politik über die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteile eines Übergangs zu erneuerbaren Energien. Durch Projekte in Marokko, Ägypten und Tunesien sowie durch die Gründung des DESERTEC University Networks unterstützt die DESERTEC Foundation Wissenstransfer und Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Die Stiftung fördert den Austausch und die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, wie beispielsweise durch die Gründung der Industrieinitiative Dii GmbH. Inzwischen ist die DESERTEC Foundation mit rund 30 Mitarbeitern sowie regionalen Netzwerk-Koordinatoren und einer großen Gemeinschaft von Unterstützern rund um den Globus aktiv. Weitere Informationen unter: www.desertec.org/de/ / Stiftungsvorstand / Aufsichtsrat

PM: Michael Straub
Kommunikationsleiter
DESERTEC Foundation
M: +49 (0)176 6231 0987
Email: press@DESERTEC.org
Website:  www.DESERTEC.org/de

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