Umfrage 2012 zu Super E10: Akzeptanz und Wahrnehmung

(WK-intern) – Nach zehn Monaten hat TNS Infratest im Auftrag des BDBe eine bundesweite Befragung zur Nutzung der Kraftstoffsorte Super E10 und Wahrnehmung von Bioethanol wiederholt:

Inzwischen hat ein Drittel der Haushalte mit einem Benzin-Pkw schon Super E10 getankt.

Die Zurückhaltung der anderen Haushalte wird weiterhin zumeist mit technischen Bedenken begründet.

Zum Zeitpunkt der ersten repräsentativen Erhebung im Juli 2011 war Super E10 nur an rund der Hälfte aller 14.800 Tankstellen in Deutschland erhältlich.

Bis dahin hatte ein Viertel der Personen, die über einen Benzin-Pkw verfügten, die neue Kraftstoffsorte schon getankt. Ein flächendeckendes Angebot bestand erst ab etwa Oktober 2011. Das Ergebnis der erneuten Umfrage zeigt, dass der Anteil von 24 auf 33 Prozent gestiegen ist. Dies entspricht einem Zuwachs um 37,5 Prozent.

Weiterhin regionale Unterschiede
Im Sommer 2011 hatte in den südlichen Bundesländern mehr als jeder Dritte und in den östlichen gut jeder Vierte bereits E10 getankt, im Westen und im Norden Deutschlands nur jeder Zehnte. Dies war auf die noch nicht flächendeckende Verfügbarkeit zurückzuführen, denn z.B. in Nordrhein-Westfalen wurde Super E10 erst nach den Sommerferien schrittweise eingeführt. Der Norden und Westen Deutschlands haben in den vergangenen zehn Monaten erst allmählich aufgeholt: Der Anteil der Nutzer stieg im Norden von 11 auf 26 Prozent und im Westen von 15 auf 35 Prozent. Spitzenreiter bleibt wie in 2011 der Süden Deutschlands mit einem Nutzeranteil von 38 Prozent.

Immer noch technische Bedenken
Zwei Drittel der im gesamten Bundesgebiet befragten Personen mit Benzin-Pkw gaben in der aktuellen Befragung an, noch kein Super E10 getankt zu haben. Wie im Juli 2011 begründen sieben von zehn dies mit technischen Bedenken und der Sorge um den Motor. Dies bedeutet, dass die im Internet veröffentlichten Aussagen der Autohersteller zur E10-Verträglichkeit durch die Deutsche Automobil Treuhand (DAT-Liste) die Autofahrer offensichtlich nicht erreichen.
Dietrich Klein, Geschäftsführer des BDBe, zieht daraus den Schluss, dass weitere Informationsmaßnahmen notwendig sind. „Wenn mindestens 90 Prozent der Pkw mit Benzinmotor in Deutschland für Super E10 geeignet sind und trotzdem zwei Drittel der Autofahrer daran zweifeln, ist die Aufgabe klar. Kommunikation über das Internet reicht nicht. Die Autofahrer müssen direkt informiert werden. Das muss an den Tankstellen, besonders aber in den Autowerkstätten passieren. Das ist Aufgabe der Autohersteller.“
Klein weist darauf hin, dass die Einführung von Super E10 besser läuft als seinerzeit die Einführung des bleifreien Benzins: „Bei E10 ist nach weniger als einem Jahr ein Marktanteil von gut 13 Prozent erreicht. Bleifreies Benzin hat nach zwei Jahren nur zehn Prozent Marktanteil gehabt und zehn Jahre gebraucht, um sich als Standardsorte zu etablieren.“

Einstellungen zu Klimafreundlichkeit und Preis
Für nahezu sechs von zehn Befragten, die über einen Benzin-Pkw verfügen, ist es wichtiger, dass ein Biokraftstoff klimafreundlich ist, als ein günstiger Preis. Die Antwort auf die Frage nach dem Grund für die Wahl von Super E10 zeigt jedoch, dass mehr als drei Viertel (78 Prozent), den  Preisvorteil gegenüber Super (E5) nennen.

Nicht nur Haushalte mit Benzin-Pkw sehen weitere Vorteile
Bundesweit geht knapp die Hälfte der Befragten – unabhängig davon, ob ein Auto mit Benzin-Motor gefahren wird – davon aus, dass Produktion und Nutzung von Bioethanol die Abhängigkeit von Erdöl verringert.
40 Prozent sind der Meinung, dass Bioethanol aus heimischer Erzeugung zusätzliche Arbeitsplätze auf dem Land schafft.
36 Prozent der Bevölkerung stimmte der Aussage zu, dass Bioethanol zur Reduktion von Treibhausgasemissionen beiträgt und klimafreundlich ist.

Schlussfolgerung aus der Umfrage
Aus Sicht von Richard Hilmer, Geschäftsführer TNS Infratest Sozialforschung, ist die Aufklärung der Verbraucher über technische Aspekte auch acht Monate nach der flächendeckenden Einführung von E10 immer noch vordringlich, „um die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Verträglichkeit von Super E10 für das eigene Fahrzeug und technischen Bedenken abzubauen.“

PM: Carola Wunderlich
wunderlich@bdbe.de
www. bdbe.de

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top