Bioanorganische Chemie forscht nach neuen Energiespeichern

Die Wissenschaftler, die am Institut forschen MPI für chemische Energiekonversion
Die Wissenschaftler, die am Institut forschen MPI für chemische Energiekonversion

(WK-intern) – Auf der Suche nach neuen Energiespeichern

Das Max-Planck-Institut für bioanorganische Chemie in Mülheim an der Ruhr wird umgewidmet.

Aufgrund seines neuen Forschungsschwerpunktes im Bereich Energieforschung wird es künftig Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion heißen.

Das Max-Planck-Institut für bioanorganische Chemie erforscht schon seit vielen Jahren die chemischen Prozesse der Photosynthese grüner Pflanzen. Dabei wird Wasser gespalten und die entstehenden energiereichen Zwischenprodukte mit CO2 in stabile Speichermoleküle für Sonnenenergie umgewandelt. „Leider verhindert die Komplexität der daran beteiligten Reaktionen eine direkte Kopie dieses Verfahrens für die Energiespeicherung aus regenerativen Quellen“, sagt Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin.

Deshalb soll dieses Forschungsgebiet nun deutlich erweitert werden. Das Institut wird sich zukünftig vermehrt mit den Grundfragen der chemischen Wandlung und Speicherung von Energie befassen. Ziel ist es dabei, Reaktionen zu erforschen, an denen nur Moleküle beteiligt sind (homogene Katalyse), und solche, die an der Oberfläche von Festkörpern stattfinden (heterogene Katalyse). Diese können entweder direkt durch Sonnenlicht angetrieben werden oder elektrische Überschussenergie speichern. Dadurch könnten aus Wasserstoff solare Energieträger hergestellt werden.

Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung begrüßt die Entscheidung für die Umwidmung des Max-Planck-Instituts in Mülheim. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagte nach der Entscheidung der Senatsversammlung: „Die Anforderungen an unsere Energieversorgung sind 100 Jahre nach der Gründung des MPI für Kohlenforschung andere geworden. Wir müssen Energie effizienter nutzen als bisher. Und wir brauchen mehr erneuerbare Energien und Möglichkeiten ihrer Speicherung. Damit die chemische Energie¬umwandlung und -speicherung noch intensiver erforscht werden kann, wird das bestehende Institut zum Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion in Mülheim erweitert. Die Landesregierung unterstützt dieses Projekt.“

Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze sagte: „Das klare Bekenntnis der Max-Planck-Gesellschaft für Nordrhein-Westfalen als Standort für herausragende Energieforschung freut uns sehr. Energiewende und Klimawandel gehören zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Die Entscheidung für Mülheim ist damit zugleich ein wichtiges Signal für mehr Forschung in diesem zentralen Fortschrittsfeld.“

Das neue Institut für chemische Energiekonversion wird sich vor allem auf Katalysatoren konzentrieren, die in der Lage sind, beteiligte Reaktionen zu beschleunigen. Die Aktivierung kleiner Moleküle wie Wasser, Stickstoff und Kohlendioxid, die häufig in der Natur vorkommen, wird das zentrale Arbeitsgebiet des neuen Institutes sein. „Es wird damit Teil des Mülheimer Chemie-Campus sein, der in langer Tradition dem zentralen Anliegen der Chemie weiter verbunden bleibt: (Speicher-) Stoffe zu schaffen“, so Schlögl. Mit der Erweiterung des bisher auf molekulare Prozesse spezialisierten Institutes um Arbeitsgebiete der Festkörper- und Grenzflächenchemie und der Entwicklung neuer analytischer Verfahren für reagierende Grenzflächen wird sich das Institut erheblich vergrößern und zugleich seine interdisziplinäre Forschungstradition zwischen Synthese und Charakterisierung weiterführen.

„Die Max-Planck-Gesellschaft zeigt auf diese Weise, wie sie sich kontinuierlich erneuert und die Grenzen des Wissens erweitert“, sagt Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. „Zugleich übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung, indem wir erhebliche Ressourcen auf das Thema Energieversorgung fokussieren. Denn um ein nachhaltiges und dauerhaft stabiles Energiesystem zu entwickeln, bedarf es unbedingt weiterer Fortschritte in der Grundlagenforschung.“

Kontakt:
Prof. Dr. Robert Schlögl
Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft
E-Mail: acsek@fhi-berlin.mpg.de

Prof. Dr. Ferdi Schüth
Max-Planck-Institut für Kohlenforschung
E-Mail: schueth@mpi-muelheim.mpg.de

PM: Barbara Abrell
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

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