Welt-Umweltbericht GEO 5: Wissenschaftler warnen vor dauerhafter Wasserknappheit

Trinkwasser / Foto: HB
Trinkwasser / Foto: HB

(WK-intern) – Kasseler Wissenschaftler warnen vor dauerhafter Wasserknappheit.

Sie sind an der fünften Auflage des Welt-Umweltberichts „GEO 5“ beteiligt, der am Vorabend der Rio+20 Konferenz in Brasilien (20. bis 22. Juni) veröffentlicht wird.

Dr. Martina Flörke, eine der Autorinnen, leitet eine Forschungsgruppe zum Thema Wasserressourcen (Globale und Regionale Dynamiken/GRID) am CESR. Mit dem dort entwickelten, globalen Wassermodell WaterGAP wurden für den Umweltbericht Simulationen durchgeführt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Durch technischen Fortschritt und effizienten Umgang mit Wasser kann zwar die zukünftige globale Wassernutzung deutlich reduziert werden. Die Anzahl der Menschen, die vermutlich von Wasserknappheit bedroht sein wird, kann dadurch nicht erheblich vermindert werden. Grund ist der Klimawandel, der einerseits durchaus regional zu einem Rückgang der Wassernutzung führt, andererseits erhöht sich aber der Wasserverbrauch für Bewässerung regional. Zudem wird in wachsenden Städten auch der Wasserbedarf steigen.

Der von den Vereinten Nationen (UNEP) herausgegebene Welt-Umweltbericht beschreibt den Handlungsbedarf für den globalen Schutz der Umwelt und stellt eine wichtige Grundlage für zukünftige Maßnahmen dar. Mehrere hundert Wissenschaftler haben an diesem Report gearbeitet und erstmalig 90 der bedeutendsten Umweltziele bewertet, darunter das Thema Wasser/Trinkwasser/Hygiene. Das Center for Environmental Systems Research (CESR) der Universität Kassel lieferte für das Kapitel „Szenarien und nachhaltige Transformation“ den Beitrag zum Thema „Entwicklung globaler Wasserressourcen bis 2050“.

Als mögliche politische Ansätze, um den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu gewährleisten und um Wasserknappheit (Wasserstress) in der Zukunft entgegenzuwirken, schlägt die Kasseler Arbeitsgruppe um Dr. Flörke vor:

  • Investitionen in Forschung, Entwicklung und Ausbildung, insbesondere im Bereich der Steigerung von Bewässerungseffizienz·
  • Regulation der Ausdehnung von bewässerten Flächen
  • Verwendung von Abwasser und entsalztem Meerwasser, um Trinkwasserressourcen zu schonen
  • Wiederverwendung von Wasser in der verarbeitenden Industrie
  • Investitionen in Geräte und Verfahren zur Wiederverwendung von Grauwasser (Abwasser aus inländischen Aktivitäten)
  • Investitionen in Bildung, um das Bewusstsein für die Notwendigkeit, Wasser zu sparen, zu erhöhen und die Verbindung zwischen Trinkwasser und Gesundheit/Krankheit zu verdeutlichen
  • Investitionen in die Infrastruktur von Wasserver- und –entsorgung, um den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen zu gewährleisten
  • Verringerung von Kühlwassernutzung zur Erzeugung von Strom und
  • Entwicklung von Anpassungs-und Reduktionsmaßnahmen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern.

PM: Dr. Guido Rijkhoek
Kommunikation, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Kassel

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