Wenn die Geschäftsmodelle stimmen ist die Energiewende machbar

Dr. René Umlauft
Dr. René Umlauft

(WK-intern) – Dr. René Umlauft neuer Vorsitzender bei VDMA Power Systems

Frankfurt – „Die Energiewende ist noch realisierbar, aber es ist höchste Zeit zu handeln“, darin stimmten die Energieanlagenbauer im VDMA sowie die Spitzenvertreter des BDEW und des VKU auf der diesjährigen Mitgliederversammlung von VDMA Power Systems bei der Nordex SE in Rostock überein.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde Dr. René Umlauft, Sprecher des Vorstandes der MAN Diesel & Turbo SE, zum neuen Vorsitzenden von VDMA Power Systems gewählt.

Er dankte seinem Vorgänger Christof von Branconi für seinen Einsatz und seine äußerst erfolgreiche Arbeit. „Ich freue mich auf meine Aufgabe im VDMA und werde mich im Namen der Energieanlagenbauer für Rahmenbedingungen einsetzen, die eine Energiewende möglich machen“, so Umlauft.

Die Ziele der Energiewende sind klar formuliert. Der Ausstieg aus der Atomkraft soll bis 2022 erfolgen, die Kohlendioxidemissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent reduziert werden und der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromversorgung soll dann bei 35 Prozent liegen. „Im Prinzip ist auch klar, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diesen Wandel zu realisieren“, betonte Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. „Erneuerbare Kraftwerke und Stromnetze müssen ausgebaut, Speicherkapazitäten geschaffen und die Stromerzeugung aus thermischen Kraftwerken muss so flexibel gestaltet werden, dass sie einerseits die Netze stützt und andererseits den benötigten Strom produziert, wenn die fluktuierenden erneuerbaren Energien nicht zur Verfügung stehen“.

„Gemeinsam mit den Verbänden der Energiewirtschaft bestand Einigkeit darüber, dass die Restrukturierung der Stromerzeugungslandschaft zügig im Dialog mit allen Beteiligten angegangen werden muss“, so Herdan. „Die Energieanlagenbauer verfügen über alle Technologien, um die Energiewende umsetzen zu können. Sie brauchen aber langfristige Geschäftsmodelle, um die weiterhin notwendigen Investitionen in neue Kraftwerke, neue Stromnetze und Energiespeicher tätigen zu können“.

Bei dem derzeitigen Marktdesign stimmen aber die Geschäftsmodelle nicht und notwendige Investitionen unterbleiben. So ist für fossile Kraftwerkskapazitäten die Benutzungsdauer nicht kalkulierbar und Pumpspeicherkraftwerke geraten unter erheblichen Kostendruck. „Es ist dringend an der Zeit, die Business-As-Usual-Mentalität aufzugeben“, so Herdan. Vielmehr muss ein konsistentes Marktdesign entwickelt werden, welches sowohl die erneuerbaren Energien bedarfsgerecht Strom und Wärme produzieren, als auch die dringend notwendigen konventionellen Kraftwerke zum Einsatz kommen lässt. „Mit dem auf Grenzkosten basierten Strommarktdesign wird eine Energiewende nicht gelingen. Genauso wenig wird der unverständliche Egoismus der Bundesländer, jeweils ihre eigene Energiewende umsetzen zu wollen, der Energiewende zum Durchbruch verhelfen“, so Herdan weiter. Die Energieanlagenbauer stehen der Bundesregierung beratend zur Seite, um ein zukunftsfähiges Strommarktdesign zu entwickeln.

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