Fachverband Biogas: Biogasmengenverdopplung kann Energiewende beschleunigen

(WK-news) – Fachverband Biogas begrüßt Vorschlag von Ministerpräsident Seehofer

Biogas wird Lücken in der Energiewende schließen

Energieversorgung der Zukunft ist dezentral

Freising – Der Fachverband Biogas e.V. begrüßt den Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, die Energiewende mit dem weiteren Ausbau der Biogasnutzung beschleunigt voranzubringen. „Biogas kann einen wesentlichen Beitrag auf dem Weg zur regenerativen Energieversorgung der Zukunft leisten“, unterstreicht der Geschäftsführer des Fachverbandes, Dr. Claudius da Costa Gomez.

In Bayern ist ein ausreichend großer Substratpool aus Gülle, Festmist und landwirtschaftlichen Nebenprodukten vorhanden, der es erlaubt, die momentan in Biogasanlagen erzeugte Strommenge zu verdoppeln. Derzeit stehen in Bayern 2.372 Biogasanlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 674 Megawatt, die bei 8.000 Volllaststunden 5,4 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugen. Aufgrund der Speicherbarkeit von Biogas würde es Sinn machen, die zusätzlichen Potenziale nicht in Grundlast zu nutzen, sondern in eine bedarfsgerechte Stromerzeugung zu integrieren.

Ein Netz von Biogasanlagen wäre dann durchaus in der Lage, die von Ministerpräsident Seehofer genannte Peak-Leistung von 2.000 Megawatt bereitzustellen. Durch die sukzessive Umstellung der bestehenden Biogasanlagen auf die bedarfsgerechte Stromproduktion könnte diese Leistung noch deutlich erhöht werde. Der Fachverband Biogas sieht hier ein technisches Potenzial von insgesamt 4.000 Megawatt. Mit dieser Kraftwerksleistung könnten die bei Solaranlagen und Windrädern auftretenden Einspeiselücken problemlos geschlossen werden.

Neben der klassischen Verwertung von Biogas in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) direkt am Ort der Entstehung kann Biogas auch aufbereitet und als Biomethan ins Gasnetz eingespeist werden. Als Erdgas-Äquivalent trägt es dann dazu bei, dass langfristig auch die großen Gas und Dampfkraftwerke (GuD) über heimische regenerative Quellen versorgt werden können.

Die Politik muss nun entscheiden, wie die Energiewende umgesetzt werden soll – sowohl in Bayern als auch in Deutschland. „Energiewirtschaftlich erscheint es sinnvoll, dezentral einspeisende fluktuierende Photovoltaik- oder Windenergieanlagen mit dezentralen KWKAnlagen auszugleichen“, sagt da Costa Gomez. So könnte der in jedem Fall notwendige Netzausbau optimiert und damit auch reduziert werden. Aus Sicht des Fachverbandes Biogas ist die Dezentralisierung der Stromversorgung eine logische Konsequenz aus der Entscheidung, die Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen.

Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. ist mit rund 4.600 Mitgliedern Europas größte Interessenvertretung der Biogas-Branche. Er vertritt bundesweit Hersteller, Anlagenbauer und landwirtschaftliche wie industrielle Biogasanlagenbetreiber. Die Biogas-Branche hat inzwischen über 40.000 Arbeitsplätze zumeist in ländlichen Regionen geschaffen.

PM: Fachverband Biogas e.V. Fachverband Biogas e.V.
Andrea Horbelt & Bastian Olzem
Pressesprecherin Referatsleiter Politik
andrea.horbelt@biogas.org & bastian.olzem@biogas.org
www.biogas.org

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