Video Bioenergie-Region: Bürger nehmen Energiewende selbst in die Hand

Video: Bioregion
Video: Bioregion

(WK-news) – „Das Geld des Dorfes dem Dorfe“ – Workshop der Bioenergie-Region H-O-T zum Thema Energiegenossenschaften Hohenlohe-Odenwald-Tauber:

Goldgräberstimmung in der Region:

Projektierer und Investoren aus ganz Deutschland liefern sich ein Hauen und Stechen um die besten Flächen für Energieprojekte. Der Hunger nach immer neuen Standorten für Windräder oder Photovoltaik-Anlagen wird dabei immer größer. Auf der Strecke bleiben meist die Bürger, die bislang nur wenig von den Entwicklungen profitieren konnten. Die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T) will dies nun ändern.


Wie können Bürgerinnen und Bürger dafür sorgen, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt? Die Antwort liefert ein altbewährtes Modell: Die Genossenschaft. „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das Vermögen viele“ – bis in die Gegenwart sind die Genossenschaften ihren Prinzipien treu geblieben: Mitgliederförderung, Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung werden heute so praktiziert wie vor 150 Jahren. Auch in unserer Region ist das Genossenschaftswesen fest verankert. Die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber will deutlich machen, wie mit Energiegenossenschaften Bürger und Gemeinden dazu motiviert werden können, vor Ort die Potenziale der Erneuerbarer Energien schnell und erfolgreich auszubauen. Gemeinsam mit der Agrokraft GmbH aus Bad Neustadt/Saale hatte man deshalb zu einem Workshop mit dem Thema „Die Genossenschaft – Gründung und Verwaltung am Beispiel der
Friedrich-Wilhelm Raiffeisen Energie eG“ in die Akademie für Landbau und Hauswirtschaft nach Kupferzell eingeladen. Gekommen sind viele Interessierte – Bürgermeister, Bankenvertreter, die regionale Wirtschaft und natürlich die Bürgerinnen und Bürger aus der Region H-O-T.

„Von den Bürgern, für die Bürger“ lautet das Credo von Michael Diestel, Geschäftsführer des Bauernverbands im Landkreis Rhön-Grabfeld, der mit seinem Konzept der Friedrich-Wilhelm Raiffeisen Energiegenossenschaft bereits viele nachhaltige Projekte im nördlichsten Landkreis Bayerns umgesetzt hat. „Ob die Photovoltaikanlage auf dem Kindergarten, oder Bayerns größter Windpark, unter dem Dach einer Energie eG ist alles möglich“ erklärt Michael Diestel. „Echte Bürgerbeteiligung“, schaffe für die örtlichen Projekte nicht nur hohe Akzeptanz, sondern auch breite Unterstützung.

Ein besonderes Augenmerk legte Diestel auf die Sicherung von Windkraftflächen für Bürgerprojekte und plädierte dafür, die Pachteinnahmen fair, unter allen im Eignungsgebiet gelegenen Grundstücksbesitzern zu verteilten. Den Ausbau der regenerativen Energien befürworten viele Menschen. Die Zustimmung gerät jedoch immer wieder ins Wanken, wenn ein Projekt vor der eigenen Haustür realisiert werden soll. Die Lösung ist denkbar einfach: Die Menschen müssen beteiligt werden. „Wer draufschaut, soll auch Nutzen haben“ bekräftigt Diestel. Ein Beispiel für erfolgreiches Flächenmanagement lieferte Landwirtschaftsmeister Karl Ehrmann am Beispiel des Windparks Ingelfingen-Stachenhausen im Hohenlohekreis. „Das sind Aufgaben, die man vor Ort nur gemeinsam angehen kann“ stellte Ehrmann dabei deutlich heraus.

Energiegenossenschaften sind keine anonymen Geldanlagen, sondern ermöglichen es, an einem langfristig angelegten Gemeinschaftsprojekt selbst mit Hand anzulegen. „Mit Genossenschaften nehmen Bürgerinnen und Bürger den Klimaschutz selbst in die Hand und zeigen, wie durch nachhaltiges Wirtschaften die Energiewende gemeistert und die Schöpfung bewahrt werden kann“ betont H-O-T Geschäftsführer Sebastian Damm. Die Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber will die Energiewende nicht nur gemeinsam finanzieren, sondern vor allem gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Region gestalten – und setzt dazu voll auf aktive Beteiligung durch Energiegenossenschaften.

PM & nähere Infos dazu gibt es im Internet unter www.bioenergie-hot.de.

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top