GLOBAL 2000 fordert Ausstieg aus Atomenergie und Energiewende bis 2050

(WK-news) – Österreich: Umweltminister Berlakovich gibt Energieautarkie als Ziel aus

Vorreiter ist Niederösterreich mit bereits 90% erneuerbarer Energie im Netz.

Wien – Die Super-GAUs von Tschernobyl und Fukushima haben die zerstörerische Kraft von Atomenergie mehr als deutlich aufgezeigt.

Im dicht besiedelten Europa sind 133 Reaktoren in Betrieb, davon 62 Hochrisikoreaktoren. Vor allem letztere sind sofort vom Netz zu nehmen: Erst diese Woche wurde eine Studie des Max Planck Instituts bekannt, die die Wahrscheinlichkeit für einen Super-GAU deutlich höher berechnet als bisher angenommen. Alle zehn bis 20 Jahre ist mit einem Super-GAU (größer als der größte anzunehmende Unfall) zu rechnen. Auch aus diesem Grund hat GLOBAL 2000 die europäische Bürgerinitiative “Meine Stimme gegen Atomkraft” initiiert und fordert den Ausstieg Europas aus der Atomkraft.

Dr. Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL 2000, erklärt: “Wir fordern auch eine Energiewende, die vor allem über Energieeffizienzmaßnahmen und einen völligen Umstieg auf erneuerbare Energien bis 2050 erzielt wird. Jede Bürgerin und jeder Bürger hat ein Recht auf sichere Energie. Atomkraft ist gefährlich, Europa muss so bald wie möglich aus der Atomkraft aussteigen. Spätestens seit unserer Petition “Abschalten! Jetzt!”, die im vergangenen Jahr allein in Österreich von über 700.000 Menschen unterschrieben wurde, wissen wir die Zivilbevölkerung hinter uns. Nun ist es an der Politik, zu handeln.”

Umweltminister DI Nikolaus Berlakovich spricht sich ebenfalls für einen Ausbau erneuerbarer Energien aus, auch er beharrt auf das Ziel Energieautarkie bis 2050: “Die stärkste Waffe gegen die Atomkraft ist die erneuerbare Energie. Gleichzeitig brauchen wir die Energiewende mit einer Reduktion des Energieverbrauchs und einem völligen Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Bis 2050 soll Österreich soviel Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen, dass wir unseren Energiebedarf selbst decken können. Das ist ein ehrgeiziges und lohnenswertes Ziel. Tschernobyl und Fukushima zeigen: Atomkraft ist eine Todesenergie. Sie bürdet den Generationen nach uns ökologische und finanzielle Lasten auf, die unkalkulierbar sind. Gemeinsam mit weiteren AKW-freien Staaten Europas wird sich Österreich auch weiterhin mit aller Kraft für eine ökologische Energiewende und für ein atomkraftfreies Europa einsetzen.”

Landesrat Dr. Stefan Pernkopf betont die Vorreiterrolle Niederösterreichs, bereits jetzt kommt ein überwiegender Großteil der Energie nicht aus fossilen oder atomaren Quellen: “Ich sage nein zu Atomstrom und ein klares Ja zum Ausbau der erneuerbaren Energie. Niederösterreich geht diesen Weg konsequent seit Jahren, wir sind Vorreiter in Österreich bei Biomasse, Windkraft und Photovoltaik. Aus neun von zehn Steckdosen kommt bereits Strom aus erneuerbarer Energie. Unser Ziel lautet aber, 100 Prozent des Stroms aus erneuerbarer Energie zu produzieren. Das wollen wir bis 2015 erreichen“.

Als Auftakt für das von GLOBAL 2000 eingereichte europäische Volksbegehren für einen Atomausstieg sowie für den Ausbau und die Förderung erneuerbarer Energien findet am 25. und 26. Mai am Gelände des nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks Zwentendorf ein großes Festival statt. Mehr als 80 Künstler, darunter Culcha Candela, Patrice, die Sofa Surfers und Kreisky, treten im Namen eines europaweiten Atomausstiegs auf. Die Band Fictionplay ist eine der Bands, die auf dem TOMORROW-Festival ihre Stimme gegen Atomkraft erheben. Dominik Essletzbichler, Gitarrist der Band, erklärt: “Eine sichere Zukunft für uns, unsere Kinder und unseren Planeten. Ganz Europa soll es hören: Atomstrom – Nein danke! Mit dem Schritt in ein atomstromfreies Europa nimmt der Umbruch unserer Zeit endlich Gestalt an.”

EVN-Vorstandssprecher Dr. Peter Layr freut sich, dass die EVN mit dem AKW Zwentendorf eine weltweit einzigartige Location zur Verfügung stellen kann: “Die EVN erzeugt heute in Zwentendorf mittels einer Photovoltaikanlage Strom aus Sonnenenergie. Die bestehende Anlage wird im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsmodells schon bald erweitert. Die Anteile am Sonnenkraftwerk waren innerhalb weniger Tage vergriffen, das Modell war ein voller Erfolg. Mit der Beteiligung können unsere Kunden ihren persönlichen Beitrag zur Energiewende leisten. Das AKW Zwentendorf ist für mich ein schönes Symbol für eine erneuerbare Energiezukunft”.

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