Kernkraftwerk Obrigheim: Komponenten werden zur weiteren Bearbeitung abtransportiert

Kernkraftwerk Obrigheim / Bild: Wikipedia
Kernkraftwerk Obrigheim / Bild: Wikipedia

(WK-news) – EnBW/Obrigheim. Im Kernkraftwerk Obrigheim laufen die Vorbereitungen für den Abtransport von zwei Dampferzeugern sowie zwei Motoren auf dem Wasserweg zur weiteren Bearbeitung durch die Energiewerke Nord GmbH (EWN) in Lubmin.

Am Donnerstag, den 24. Mai 2012, verlässt das Binnenschiff mit den Großkomponenten den Betriebshafen.

In den Dampferzeugern wurde das Speisewasser in Wasserdampf umgewandelt, der die Turbinen des Kraftwerks zur Stromproduktion angetrieben hatte.

Die Stahlzylinder sind ca. 17 Meter lang, haben einen Durchmesser von ca. 3,5 Metern und wiegen jeweils rund 160 Tonnen. Die beiden Motoren hatten die Hauptkühlmittelpumpen angetrieben. Sie sind ca. 4 Meter hoch und wiegen jeweils rund 22 Tonnen.

Bei der Energiewerke Nord GmbH werden die Komponenten zerlegt, dekontaminiert und zur Entsorgung verarbeitet. Die verbleibenden leichtradioaktiven Reststoffe werden konditioniert, also zur Endlagerung präpariert. Zu einem späteren Zeitpunkt werden sie nach Obrigheim zurücktransportiert, wo sie bis zu ihrem Abtransport in ein zukünftiges Endlager zwischengelagert werden.

Die Planung und Durchführung des Transports erfolgt nach Erteilung der erforderlichen Genehmigungen und unter der Aufsicht der zuständigen Behörden.

Im Mai 2005 hatte die EnBW den Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks Obrigheim nach 37 Betriebsjahren gemäß Kernenergievereinbarung eingestellt. Anschließend waren in der so genannten Nachbetriebsphase die Stilllegung und der Abbau vorbereitet worden. Mit der Erteilung der 1. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung hatte im Herbst 2008 der eigentliche Abbau des Kraftwerks begonnen. Im Oktober 2011 hat die EnKK die 2. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung erhalten. Der Schwerpunkt des Abbauumfangs liegt auf Anlagenteilen im Kontrollbereich, dem nuklearen Teil der Anlage. Der Abbau des Kerns der Anlage, der Reaktordruckbehälter, der den Reaktorkern mit den Brennelementen umschloss, der zugehörigen Reaktoreinbauten und des sogenannten biologischen Schildes (Stahlbetonwand zur Abschirmung der Strahlung aus dem Reaktordruckbehälter), ist Gegenstand einer weiteren (dritten) Abbaugenehmigung. Im Rahmen einer vierten Abbaugenehmigung sollen Restsysteme wie beispielsweise der Reaktorgebäudekran, die Kanalisation und lufttechnische Anlagen abgebaut werden.

PM: EnBW

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