Regenerative Energie speichern

Chemiker der Universität Jena lassen ein mit Helium gefülltes Haifischmodell fliegen. Das Besondere: die winzigen Antriebe und die Steuerung werden durch eine neuartige Batterie auf Polymerbasis mit Strom versorgt. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU
Chemiker der Universität Jena lassen ein mit Helium gefülltes Haifischmodell fliegen. Das Besondere: die winzigen Antriebe und die Steuerung werden durch eine neuartige Batterie auf Polymerbasis mit Strom versorgt. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU

(WK-intern) – Auftakt-Workshop der Forschergruppen zu neuartigen Energiespeichern an der Universität Jena

Mobil telefonieren, mit dem Laptop unterwegs arbeiten und die Kamera ist sowieso immer dabei – dank handlicher „Akkus“ haben wir uns mittlerweile daran gewöhnt, elektrische Geräte überall und jederzeit nutzen zu können. Allerdings haben die praktischen Energiespeicher ihre Grenzen. So stehen bis heute etwa für überschüssigen Strom aus regenerativen Energiequellen wie Solar- oder Windkraft keine geeigneten Speichermöglichkeiten zur Verfügung.

Um Energiespeicher auch für solche Dimensionen zu entwickeln, haben sich jüngst Wissenschaftler in zwei Forschergruppen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Hermsdorf zusammengeschlossen.

Am Montag (14. Mai) haben sich die beiden vom Freistaat Thüringen mit über zwei Millionen Euro geförderten Gruppen zu ihrem Auftakt-Workshop an der Uni Jena getroffen und damit ihre Arbeit offiziell aufgenommen.

„Wir wollen Energiespeicher entwickeln, die eine risikoarme, klimafreundliche und nachhaltige Energieversorgung ermöglichen“, erläutert Prof. Schubert das gemeinsame Ziel. Potenziell sei diese neue Generation von Batterien aber nicht nur in der Speicherung von Lastspitzen in Kraftwerken einsetzbar, sondern auch als Fahrzeugbatterien oder Akkus für Mobiltelefone und Laptops bzw. Biochips und intelligente Verpackungen. „Dafür suchen wir nach neuen Materialien, die bisher nicht zur Energiespeicherung eingesetzt werden“, so der Direktor des Instituts für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie der Uni Jena weiter. Beispielsweise untersuchen die Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut in Hermsdorf vorwiegend keramische Materialien, während in der Gruppe um Prof. Schubert an der Uni Jena Polymere im Vordergrund stehen.

„Wichtig ist, dass wir uns nicht allein auf die Grundlagenforschung konzentrieren, sondern die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zur Produktentwicklung abdecken“, sagt Schubert. Um das zu ermöglichen, haben sich die Wissenschaftler Verstärkung aus der Wirtschaft geholt: Während ihres Auftakt-Workshops hat sich der Industriebeirat der Forschergruppen konstituiert. Zu den Sprechern des Gremiums gehören Dr. Matthias Sturm (E.ON Thüringer Energie AG), Dr. Eduard Heyl (Laborchemie Apolda), Klaus Berka (Analytik Jena) und Michael Müller (Rauschert Heinersdorf-Pressig GmbH). Die beiden Forschergruppen bilden die Keimzelle des in Gründung befindlichen neuen Forschungszentrums für Energie- und Umweltforschung in Jena (CEEC). In diesem werden zukünftig die Forschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des IKTS Hermsdorf im Bereich der Energie- und Umweltforschung gebündelt.

Kontakt:
Prof. Dr. Ulrich S. Schubert
Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Humboldtstr. 10, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948201
E-Mail: ulrich.schubert[at]uni-jena.de

PM: Dr. Ute Schönfelder
Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle
Friedrich-Schiller-Universität Jena

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