InnovationCity Ruhr ist Vorbild für den Klimaschutz

(WK-news) – Aufbruchsignal für die beschleunigte Energiewende

Umweltminister Johannes Remmel sieht in einem ambitionierten Klimaschutz und der beschleunigter Energiewende großes Potenzial für die NRW-Wirtschaft und die heimischen Kommunen.

“Klimaschutz und die Energiewende sind Fortschrittsmotoren für Wirtschaft und Umwelt. Zu den Profiteuren gehören auch Städte und Gemeinden, weil sich die Nutzung erneuerbarer Energien positiv auf die kommunale Wertschöpfung auswirkt.

Wir wollen wirksamen Klimaschutz sicherstellen und zugleich die heimischen Standorte stärken.

Der richtige Weg ist dafür, Ökologie und Ökonomie zusammenzuführen”, betonte der Minister anlässlich seines Besuchs der InnovationCity Ruhr in Bottrop. Die beschleunigte Energiewende öffnet den Kommunen finanzielle Spielräume, weil die Wertschöpfung vor Ort stattfindet. So betrug der Beitrag der Erneuerbaren Energien zur kommunalen Wertschöpfung im Jahr 2010 laut einer Schätzung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung 10,5 Milliarden Euro.

Minister Remmel informierte sich heute (10. Mai) anlässlich der 20. Etappe der Klimaschutztour gemeinsam mit einer Delegation der EnergieAgentur.NRW über das Projekt. “InnovationCity ist ein Aufbruchsignal für die gesamte Region. Hier  wird ein ganzer Stadtteil in einer der stärksten Industrie- und Energieregionen Europas zur Modellstadt der beschleunigten Energiewende”, erklärte der Minister. “Innovation City ist zugleich ein Schaufenster für die Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Die Landesregierung wird dieses Vorhaben der NRW-Industrie unterstützen.”

Im Süden der Stadt Bottrop entsteht auf einer Fläche von 2.500 Hektar das Modell für die energetische Modernisierung des gesamten Ruhrgebiets. Ziel ist es, den Energiebedarf der InnovationCity mit seinen 69.000 Einwohnern mit Hilfe von Klimaschutz- und Energieeffizienzprojekten um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Dazu gehören Projekte für Mobilität, Gebäude und Energieeffizienz in der Industrie. Unlängst wurde dem Projekt der Immobilien-Award eines Immobilien-Fachmagazins verliehen.

Minister Remmel begrüßte den Modellcharakter der InnovationCity Ruhr: “In Nordrhein-Westfalen wurde von der EnergieAgentur.NRW bereits mit den 50 Solarsiedlungen und dem Projekt 100 Klimaschutzsiedlungen Pionierarbeit geleistet. Mit InnovationCity sind wir ebenfalls auf einem guten Weg. Wenn wir nachweisen, dass die systematische energetische Sanierung in einem Umfeld gelingt, das stark durch die schwerindustrielle Vergangenheit geprägt ist, dann haben wir damit eine Blaupause für die Sanierung von Stadtquartieren weltweit geliefert.”

Gerade im Gebäudebestand gibt es noch große klimarelevante Potenziale. Altbauten gelten nicht erst seit Kurzem als Energiefresser. “Häuser aus den 50-er oder 60-er Jahren, deren energetischer Standard seitdem nie den technischen Möglichkeiten, den energetischen Notwendigkeiten und den klimatischen Erfordernissen angepasst wurden, verbrauchen weit über 200 Kilowattstunden Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr. Richtig saniert lässt sich der Verbrauch deutlich unter 100 Kilowattstunden senken”, so der Minister.

Seit März läuft im Rahmen der InnovationCity ein Zukunftshauswettbewerb, der Bestandsgebäude unterschiedlichen Typs (Ein- oder Zweifamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Wohn-Geschäftshaus) sucht, die als Musterhäuser zu Plus-Energie-Häusern umgewandelt werden sollen. Plus-Energie-Häuser produzieren mehr Energie, als sie verbrauchen. “Schon im Vorfeld ist die Resonanz in der Stadt sehr groß”, sagte InnovationCity Ruhr-Geschäftsführer Burkhard Drescher zum Wettbewerb. Drescher: “Er ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, Bottrop zur Modellstadt für Klimaschutz zu machen.” Inzwischen haben sich rund 70 Hausbesitzer mit ihren Immobilien beworben.

“Wenn es gelingt, Häuser, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen, in den Markt einzuführen, wird dies in Zeiten der beschleunigten Energiewende einen großen Schub für das klimagerechte Bauen geben”, prognostizierte Andreas Gries von der EnergieAgentur.NRW.

Die Energiewende sorgt aber nicht nur im privaten Wohnumfeld für Veränderungen. Das Unternehmen Technoboxx hat in jüngster Vergangenheit seine Energiestruktur zur Versorgung hochenergetischer Produktionsprozesse, wie zum Beispiel Schweißen, Walzen oder Drehen auf der Basis von Erneuerbare-Energien-Technologien weiterentwickelt. Auf einer Dachfläche von 1.500 Quadratmetern erzeugen beispielsweise rund 300 Photovoltaik-Module eine Energiemenge von 150.000 Kilowattstunden im Jahr – dies ist mehr Strom als Technoboxx verbraucht. Zudem werden Pellet- und Scheitholzbrenner für die Warmwasserbereitung und die Versorgung der effizienten Fußbodenheizung genutzt.

“Innovation City” ist ein weiteres Aushängeschild aus NRW für ambitionierten Klimaschutz und die beschleunigte Energiewende. Die Landesregierung hat in den letzten 20 Monaten 8  zentrale Leitentscheidungen getroffen und Großprojekte aufgelegt, um die Energiewende in NRW weiter zu beschleunigen. Mit dem Entwurf für das erste deutsche Klimaschutzgesetz, dem KlimaschutzSTART-Programm und dem neuen Windenergie-Erlasse haben wir zudem Planungssicherheit für die nächsten 30 bis 40 Jahre geschaffen. Remmel: “Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.”

InnovationCity Ruhr ist die 20. Station der “NRW-Klimaschutztour” von Minister Remmel. Ziel der Besuchsreihe ist es, das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken, aber auch wichtige Projekte des Klimaschutzes, der Klimaanpassung, der Energieeffizienz und der beschleunigten Energiewende zu präsentieren sowie auf den fortschreitenden Klimawandel in NRW hinzuweisen. Der Auftakt der Tour war im Juli 2011. Im Fokus der Klimaschutztour 2012 von Minister Remmel steht im ersten Halbjahr der Klimawandel und wie die Folgen für NRW abgemildert werden können: Die Landwirtschaft muss sich auf veränderte Vegetationsperioden einstellen, Städte müssen ihre Bürgerinnen und Bürger vor den Folgen von Hitzeperioden in den Sommermonaten schützen, steigende Temperaturen von Flüssen stellen im Sommer Kraftwerksbetreiber vor Probleme und auch die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten verändert sich durch die Erwärmung. Das Umweltministerium lässt die Folgen des Klimawandels regelmäßig untersuchen und hat eine Vielzahl an Anpassungsmaßnahmen eingeleitet. Unter anderem zeigen die NRW-Klimakommunen Bocholt und Saerbeck beispielhaft Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen.

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