Netzausfallkosten vermeiden und Haftungsrisiken senken

(WK-intern) – Aktuelles BET-Gutachten zeigt Potenziale zur kurzfristigen technischen Optimierung des Offshore-Netzes

Berlin – Ein Gutachten, das im Auftrag der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE und des Offshore Forums Windenergie vom Energieberatungsunternehmen BET Aachen erstellt wurde, lässt erhebliche Potentiale zur kurzfristigen technischen Optimierung des Offshore-Netzes erkennen.

Das Gutachten belegt, dass durch die Verbindung der einzelnen Offshore-Netzanbindungen untereinander die Kostenrisiken durch mögliche Netzsausfälle drastisch minimiert, und ein effizientes Netzanschlussmanagement erreicht werden können.

„Die sogenannte „Vermaschung“ der Clusteranbindungen bietet – neben energiewirtschaftlichen Vorteilen – kurzfristig erschließbare und effiziente Lösungspotentiale, die helfen die Haftungsrisiken zu senken und Verzögerungen durch eine effiziente Auslastung der Netzinfrastruktur aufzufangen“, erklärt Jörg Kuhbier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE. „Die Ergebnisse des BET-Gutachtens sollten insofern kurzfristig bei der Umsetzung der Lösungsansätze der AG Beschleunigung insbesondere bei der notwendigen gesetzlichen Regelung zur Haftung bei Netzfehlern sowie bei der Erarbeitung des Offshore-Netzplans Berücksichtigung finden“, so Kuhbier weiter.

Die Bundesregierung hat angekündigt bis Mitte Juni 2012 eine gesetzliche Regelung für die Haftungsfrage bei Netzverzögerungen und -fehlern vorzulegen und zugleich Finanzierungsmodelle, wie z.B. durch eine temporäre KfW-Beteiligung für die anstehenden Netzanschlüsse zu prüfen. Bereits Ende 2012 wird der vom BSH zu erstellende erste Offshore-Netzplan erwartet.

Die BET-Analyse hat gezeigt, dass in allen Windpark-Clustern ökonomisch sinnvolle Verbindungsleitungen zwischen den Clusteranbindungen realisiert werden können. Diese können in Extremfällen ein hohes Schadenspotential abwehren.

„Die vermeidbaren Verluste durch die zusätzliche Vermaschung des zweiten und dritten Clusteranschlusses im DolWin-Cluster (D3 zu D2) belaufen sich nach der Untersuchung für ein Jahr Ausfall der Netzanbindung DolWin 2 auf rund 290 Millionen Euro. Gegenüber

einem Szenario ohne jegliche Verbindung im Cluster DolWin, wie bisher in vorliegenden Versicherungsszenarien angenommen, ergibt sich aus der Vermaschung sogar ein Vorteil von 1,57 Milliarden Euro.“, so Dr. Uwe Macharey, Projektleiter bei der BET Aachen.

Die Untersuchung des DolWin-Clusters ergab außerdem, dass das von TenneT gewählte Anschlussmanagement teilweise bereits Übergangslösungen zur Nutzung der vorhandenen Netzkapazitäten wie zum Beispiel die abschnittsweise Inbetriebnahme der Offshore-Windparks berücksichtigt. Die Analyse hat ergeben, dass dieses Konzept grundsätzlich geeignet ist, die knappe Ressource Netzanbindung volkswirtschaftlich effizient einzusetzen und die Netzanbindung weiterer Windparks zu beschleunigen bzw. entstehende Verzögerungen in bestimmten Clustern teilweise aufzufangen. Allerdings bedarf es der Weiterentwicklung und konsequenten Verfolgung, um die knappe volkswirtschaftliche Ressource Netz optimal zu nutzen.

„Grundsätzlich sollte ein Offshore-Netz einer ganzheitlichen Ausbauplanung folgen und nicht nur Teilaspekte aufgreifen“,  betont Dr. Ursula Prall von Offshore Forum Windenergie. „Die Realisierungsphasen der Windparks sowie des Netzes, die Systemsicherheit, die Reduzierung von Ausfallrisiken, die Aspekte der europäischen Vernetzung sowie ökologische Kriterien sind in ihrer Gesamtheit zu berücksichtigen“, so Dr. Prall weiter.

Das BET-Gutachten mit den entsprechenden Analysen finden Sie hier.

PM: Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE
Katja Weinhold
presse@offshore-stiftung.de
www.offshore-stiftung.de

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