Chancen und Herausforderungen der Brennstoffzellenindustrie in Deutschland

Elektrode-Membran-Einheit (MEA) Foto: Fraunhofer IKTS
Elektrode-Membran-Einheit (MEA) Foto: Fraunhofer IKTS

(WK-news) – VDMA: Brennstoffzellen-Bilanz-Barometer: Status der Technologieeinführung

Die Brennstoffzellenindustrie in Deutschland ist auf dem Vormarsch: Industrie und Politik haben die Potentiale von Brennstoffzellen für Klima- und Ressourcenschutz, Umsatz und Beschäftigung erkannt.

Johannes Schiel, Geschäftsführer VDMA Brennstoffzellen: „Mit gut 100 Millionen Euro sind die erwarteten Umsätze in 2012 in Deutschland zwar noch überschaubar, die Potentiale sind jedoch enorm. Bis 2020 kann mit einem Umsatz von über einer Milliarde Euro gerechnet werden.“

Autos und Busse sind dabei nicht berücksichtigt. „Deutschland hat das industrielle Know-how zur Entwicklung, Serienfertigung und internationalen Vermarktung von Brennstoffzellen. Dabei müssen wir uns im Wettbewerb mit Nordamerika und Asien behaupten“, so Schiel. Die Einführung der Technologie schafft einen Heimmarkt als Schaufenster für Energietechnik, weckt weiteres Innovationspotential, und sichert Technologie „Made in Germany“ mit erheblichem Exportpotential.

2011 war die Brennstoffzellen-Bilanz noch wechselhaft. Für 2012 hingegen sagt das VDMA Brennstoffzellen-Barometer Hochdruck voraus: Der globale Umsatz der Brennstoffzellenindustrie kann eine Milliarde Euro übertreffen – überwiegend in kleinen und großen stationären Anwendungen. Die Transportanwendung wird in den nächsten Jahren stark aufholen. Brennstoffzellen werden heute in Deutschland, Europa und weltweit entwickelt, demonstriert und in ersten Bereichen erfolgreich vermarktet. Sie werden optimiert und beschleunigt in Häusern und Fahrzeugen eingeführt. Zur Marktdurchdringung müssen die Kosten entlang der Wertschöpfungskette jedoch weiter reduziert und die Lebensdauer verlängert werden.

Guido Gummert, Vorsitzender VDMA Brennstoffzellen und Geschäftsführer von BAXI Innotech: „Hocheffiziente Brennstoffzellen können eine wichtige Rolle für die Energiewende spielen, wenn die politischen Rahmenbedingungen entsprechend der Ziele der Bundesregierung ausgestaltet werden.“ Insbesondere der gerade anlaufende Markteintritt von Brennstoffzellenanlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bietet riesige Chancen im kleinsten Leistungsbereich. Die Novelle des KWK-Gesetzes kann hier wichtige Impulse setzen. „Die laufende Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zur Technologieeinführung stationärer Brennstoffzellen sollte so bald wie möglich fertiggestellt und die Umsetzung kurzfristig geprüft werden“, so Gummert. „Wenn der Rahmen stimmt, können Brennstoffzellen aus Deutschland Keller und Kraftfahrzeuge in Europa erobern. Anderenfalls kommt die Technologie aus Asien und Amerika“.

Im Public Forum des Gemeinschaftsstands Wasserstoff + Brennstoffzellen auf der Hannover Messe geben Gummert und Schiel einen Einblick in die Aktivitäten der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen und stellten Erfolgsgeschichten von ausgewählten Unternehmen der Brennstoffzellenindustrie vor. Neben dem Unternehmen BAXI Innotech aus Hamburg, Teil der BDR Thermea Gruppe, des drittgrößten europäischen Heizgeräte-Herstellers, sind dies oft noch kleine Unternehmen, wie die mit Venture Kapital ausgestatteten Hersteller von Brennstoffzellen Hausenergieanlagen Ceramic Fuel Fells aus Heinsberg oder Elcore aus München mit jeweils etwa 60 Mitarbeitern. Alle drei Unternehmen sind Vorreiter bei der Technologieeinführung von stationären Brennstoffzellen. Aber auch familiengeführte Automobilzulieferer wie Freudenberg oder Truma sind längst mit Komponenten oder Systemen in die Brennstoffzellentechnologie eingestiegen. Weltmarktführer im Bereich der netzfernen Stromversorgung ist mit über 24.000 verkauften Brennstoffzellensystemen im Leistungsbereich von 25 bis 250 Watt das 200 Mann Unternehmen SFC Energy in Brunnthal bei München.

VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen:
Hersteller von Brennstoffzellen für Heizgeräte, Notstromanlagen und Spezialfahrzeuge sowie Zulieferer von Komponenten bündeln ihre Kräfte in der VDMA Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen. Mit 60 führenden Unternehmen ist die Arbeitsgemeinschaft Speerspitze der Brennstoffzellenindustrie in Deutschland. Sie bietet den Unternehmen eine Kommunikationsplattform zur Vernetzung und gemeinsamen Interessenvertretung, schafft Klarheit über die Brennstoffzellen-Industrie in Deutschland auch jenseits des Automobils und trägt die neuesten Entwicklungen, die Chancen und Herausforderungen in die Öffentlichkeit.

PM: VDMA

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top