Bundesregierung beschließt 60% mehr Holzeinschlag, Ökosysteme bedroht

Auenwald in Scheswig-Holstein / Foto: HB
Bedrohter Auenwald in Scheswig-Holstein, Oldenbüttel / Foto: HB

(WK-intern) – Der größte Teil des Holzeinschlags geht in den Export

Exportprodukt Deutscher Wald?

Die Bundesregierung hat 2011 in ihrer Nationalen Waldstrategie 2020 eine Erhöhung des Holzeinschlags um 60 Prozent beschlossen, um einer drohenden nationalen „Holznot“ zu begegnen.

Tatsächlich ging der meiste Teil der Produktionssteigerung in den letzten Jahren aber in den Export. Das Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie von 2007, Wälder mit natürlichem Zuwachs auf fünf Prozent der Waldfläche auszuweiten, wäre damit unmöglich, viele Ökosystemfunktionen von Wäldern u.a. zur langfristigen Stabilität wären gefährdet. Wird der Deutsche Wald Opfer des Wirtschaftswachstums? Dr. Georg Winkel im Nefo-Interview über Interessenkonflikte in der Waldpolitik und den Wert von Totholz für Käfer.

Bedrohter Seeadlerhorst in Oldenbüttel S-H / Foto Hb
Bedrohter Seeadlerhorst in Oldenbüttel S-H / Foto Hb

„Bezüglich der Holzerzeugung wäre es auf den ersten Blick zwar nachhaltig, den Wald komplett „abzuschöpfen. Nachhaltigkeit kann jedoch nicht nur in Bezug auf eine Funktion des Waldes betrachtet werden.“ warnt Dr. Georg Winkel vom Institut für Forst- und Umweltpolitik an der Universität Freiburg. Der Wald leistet unverzichtbare Dienste für die Gesellschaft. Er soll auch weiterhin das Klima kühlen, Wasser aufbereiten, CO2 speichern, Erdrutsche verhindern und Regen und Sauerstoff produzieren, Entspannung und Erholung fördern und nicht zuletzt einen Lebensraum für Tiere und Pflanzen sein. Doch dazu müssten sie langfristig gegenüber den zunehmenden Herausforderungen wie Schädlingsinvasionen oder Trockenheit gewappnet werden. Der Schlüssel dazu wird in naturnahen Wäldern hoher biologischer Vielfalt gesehen. Die Nationale Waldstrategie blendet das Wissen über die Bedeutung der Vielfalt jedoch aus.

NeFo beschäftigt sich im Wissenschaftsjahr 2012 des BMBF unter dem Motto „Zukunftsprojekt Erde“ mit der Biodiversität und deren mannigfaltigen Nutzen für den Menschen, den so genannten Ökosystemdienstleistungen.

Artikel und Interview zum Thema finden Sie in unserem Webportal http://www.biodiversity.de

Bedrohte Tierarten, Störche, Oldenbüttel S-H / Foto: HB
Bedrohte Tierarten, Störche, Oldenbüttel S-H / Foto: HB

Ansprechpartner:

Sebastian Tilch
NeFo-Pressereferent
E-Mail: sebastian.tilch@ufz.de
Web: http://www.biodiversity.de

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NEFO) ist eine Kommunikationsplattform für Wissenschaftler und Anwender von Wissen zur biologischen Vielfalt. Das Projekt wird im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland e.V. durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ein wichtiges Ziel ist es, die Forschung unterschiedlicher Disziplinen, die sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen zur Biodiversität befasst, stärker ins öffentliche Licht zu stellen. Hierzu stehen direkte Ansprechpartner für Fragen aus Medien, Politik und Öffentlichkeit bereit, arbeiten aktuelle Themen auf und vermitteln Experten. Projektpartner sind das Museum für Naturkunde Berlin, Universität Potsdam und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ.

PM: Sebastian Tilch
Pressearbeit
Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung

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