EnBW Kraftwerke AG plant Modernisierung des Wasserkraftwerks Fridingen

(WK-news) – Erörterung für Umweltverträglichkeitsuntersuchung im Landratsamt Tuttlingen

Stuttgart/Fridingen – Die EnBW Kraftwerke AG möchte das Wasserkraftwerk Fridingen an der Donau rundum erneuern und ausbauen, um es in den nächsten Jahrzehnten weiterbetreiben zu können.

Hintergrund ist das Auslaufen der wasserrechtlichen Genehmigung im Jahr 2013. Ohne diese von den Behörden erteilte Genehmigung kann am Standort nicht weiter Strom aus Wasserkraft erzeugt werden. Geplant sind eine Modernisierung der 1924 gebauten Anlage sowie die Steigerung der Stromerzeugung. Betrachtet wird dabei nicht nur das Donaukraftwerk mit den dazugehörigen Wehranlagen, sondern auch das am gleichen Standort befindliche Bärakraftwerk aus dem Jahr 1915.

Am Montag fand im Landratsamt Tuttlingen ein so genannter Scoping-Termin statt. Hier wurde der Rahmen für die Umweltverträglichkeitsuntersuchungen festgelegt, die den Start für das Projekt bilden. Auf Grundlage dieser Untersuchungen wird im Anschluss die Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Ist sie abgeschlossen und positiv beschieden, kann das Unternehmen die nächsten planerischen Schritte für die Modernisierung einleiten. In der Umweltverträglichkeitsprüfung kommen Themen wie Fischschutz, Naturschutz, Wasserentnahme etc. auf den Prüfstand, um den Rahmen für die geplanten Bau- und Betriebsmaßnahmen festzulegen. Eingebunden sind dabei die Behörden, die Gemeinden und die Umweltverbände. Daran schließt sich dann der Genehmigungsprozess für den Weiterbetrieb an. Für die Modernisierung am Standort ist insbesondere die Erneuerung des Donauwehrs am Donaukraftwerk vorgesehen.  Außerdem sollen für beide Kraftwerke Fischaufstiegsanlagen gebaut werden. Ziel ist es, nach den Baumaßnahmen mehr Strom aus Wasserkraft zu erzeugen, die Wasserrahmenrichtlinie für die Durchgängigkeit des Gewässers umzusetzen und die denkmalgeschützte Gesamtanlage langfristig für den Betrieb zu erhalten. Die EnBW Kraftwerke AG plant für den Frühsommer eine öffentliche Veranstaltung in Fridingen, in der die Bevölkerung ausführlich über das Projekt informiert werden soll.

Das Wasserkraftwerk Fridingen wurde 1924 in Betrieb genommen und verfügt derzeit über eine installierte Leistung von 1,2 Megawatt. Mit einer Jahreserzeugung von rund 4,5 Millionen Kilowattstunden können ca. 2.800 Menschen versorgt werden. Die Donau wird direkt unterhalb der Bära-Mündung durch ein Wehr aufgestaut und das Wasser durch einen Einlaufkanal zum Kraftwerk geleitet. Nachdem es im Kraftwerk verarbeitet wurde, wird es über einen 1,3 Kilometer langen Stollen wieder in die Donau zurückgeführt. Auf diese Art und Weise wird die 11 Kilometer lange Donauschleife umgangen – eine ingenieurstechnische Meisterleistung aus den 1920er Jahren. Im gleichen Gebäude wie das Donaukraftwerk befindet sich auch das Bärakraftwerk, das 1915 erbaut wurde.

PM: EnBW

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