Neue Normenausschüsse für die Beschichtung an Rotorblättern von Windkraftanlagen

Rotorblätter / Foto: HB
Rotorblätter / Foto: HB

(WK-intern) – DIN Deutsches Institut für Normung e. V. zur Anforderungen an die Beschichtung von Windkraftrotorblättern

Die hohen Anforderungen an die Beschichtung von Windkraftanlagen betreffen gerade die Rotorblätter. Diese sollten nicht nur unterschiedlichen Umwelteinflüssen über einen Zeitraum von 20 Jahren standhalten, sondern müssen darüber hinaus vielfältigen Anforderungen gerecht werden. So bot die Reflektion von Sonnenlicht, durch die Rotorblätter, bis zur Einführung von matten Lacken, regelmäßig Grund zur Diskussionen in der Presse. Die Qualitätsansprüche resultieren u.a. daraus, dass eine Erneuerung der Beschichtung unverhältnismäßig teuer ist (Demontage).

Derzeit gibt es trotz vieler Neuerungen, in dem weiterhin wachsenden Markt, keine einheitlichen Qualitätsstandards. Doch gerade diese hoch beanspruchten und langlebigen Systeme benötigen klare Vorga-ben für die Prozesskette und die Anforderungen an die Qualität. Hier fehlen derzeit einheitliche Spezifikationen und Standards. Eine zielgerichtete Weiterentwicklung von Beschichtungsaufbauten für langlebige Rotorblätter von Windkraftanlagen, sowie eine Bewertung von Beschichtungsbetrieben bzw. Anlagenherstellern ist derzeit nicht möglich. Die Wahrscheinlichkeit von undefinierten Regressforderungen steigt mit der Anzahl an Beschichtungsstoffen die auf dem Markt erscheinen.

Bei einigen der zu prüfenden Eigenschaften kann man auf bestehende Normen zurückgreifen, z. B.

  • Haftfestigkeit nach DIN EN ISO 4624
  • Deckvermögen nach DIN EN ISO 2814
  • Glanz nach DIN EN ISO 2813

Für andere „neue“ Eigenschaften liegen noch keine geeigneten, genormten Prüfverfahren vor. Die fol-genden möglichen Prüfparameter wurden vorgeschlagen:

  • Regen- und Sanderosion
  • Hagelschlag
  • Beständigkeit gegen salzhaltige Luft.

Der neu gegründete Arbeitsausschuss NA 002-00-16 AA „Beschichtung an Rotorblättern für Windkraftanlagen“ des Normenausschusses Beschichtungsstoffe und Beschichtungen (NAB) im DIN soll die Lücken schließen. Für eine effektive Arbeit benötigen wir außer den Unternehmen, die sich mit der Beschichtung der Rotorblätter beschäftigen, auch die Unterstützung der Hersteller, Betreiber und Zertifizierer von Windkraftanlagen. Deshalb laden wir Sie zu einer aktiven Mitarbeit in dem vorgenannten Ausschuss ein.

Der Arbeitsausschuss NA 002-00-16 AA ist auch deutscher Spiegelausschuss zur neu gegründeten in-ternationalen Arbeitsgruppe WG 3 „Coating materials for wind-turbine and water-turbine rotor blades“ des Technischen Komitees ISO/TC 35 „Paints and varnishes“, deren Sekretariat vom DIN gehalten wird. Eine Mitarbeit in der ISO-Normung ist grundsätzlich nur über die Benennung als deutscher Experte durch den deutschen Spiegelausschuss möglich.

PM: Manuela Capar
Sekretariat Normenausschuss Beschichtungsstoffe und Beschichtungen (NAB)
manuela.capar@din.de
http://www.din.de
http://www.nab.din.de 

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top