Die lange schon erwartetet Technik, die Energie aus Grubenwasser schöpft

Förderturm Steinkohlezeche
Förderturm Steinkohlezeche: HB

(WK-intern) – Der Bine-Infodienst berichtet von einer lange schon erwartetet Technik, die Energie aus Grubenwasser schöpft

Das WK hat in zahlreichen Artikeln immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die kilometerlangen Schächte im Ruhrgebiet als Wärmequelle genutzt werden sollten.

Endlich ist ein Pilotprojet begonnen.

Die Salzbergwerkstollen, wie die Asse oder Gorleben sind im Grunde nichts anderes, statt diese mit radioaktiven Abfällen zu zerstören könnte über ein Rohrsystem mit Wärmetauscher ununterbrochen Energie gewonnen werden.
Die riesigen Tagebergbaugruben für Braunkohle werden nach der Ausbeutung meist wieder zugeschüttet. Warum werden da nicht Rohrleitungen auf 100 – 400 Metern Tiefe gleich eingearbeitet und über dieses Systeme ganze Städte beheizt?

Wir können nur immer wieder auf diese Möglichkeiten hinweisen und weiter hoffen dass die Politik und zum Beispiel die RWE, die solchen Tagebergbau betreibt einmal wach werden.

Wenn sich Privatleute in ihrem Garten ein Rohrsystem  mit Wärmetauscher als umweltfreundliche und günstige Heizung bauen lassen, wie viel ertragreicher könnte das im großen Stiel bei solchen Projekten erstellt werden.

Wenn wir wirklich eine Energiewende und Unabhängigkeit in der Energieversorgung wünschen, dann dürfen wir nicht auf diese Quellen verzichten.

Solche Projekte können nur von den Energieriesen wie E.ON, RWE, EnBW, Vattenfall, den Bundesländern oder dem Bund berieben und vorfinanziert werden, es können sprudelnde Geldquellen werden und den eigenen Energiereichtum im Vorbeigehen sichern, wenn dies wirklich gewollt ist. Weiter könnten wir auf fragwürdige Techniken wie das “fracking”, was in anderen Ländern schon verboten ist, verzichten.

Lesen Sie auch unseren Artikel vom 19. Februar 2012 – Geothermie aus den Schächten der Zechen könnte das Ruhrgebiet heizen und kühlen

HB

Nun zum Artikel: Energie aus Grubenwasser schöpfen:

Schematische Darstellung der Wärmeauskopplung des Grubenswassers © Stadtwerke Bochum
Schematische Darstellung der Wärmeauskopplung des Grubenswassers © Stadtwerke Bochum

Wasser aus Schächten in stillgelegten Bergwerken enthält Energie, die zur Wärmeversorgung genutzt werden kann.

In einem Bochumer Pilotprojekt sollen eine benachbarte Feuerwache und zwei Schulen mittels Wärmepumpen so beheizt werden.

Im Mai geht die Anlage in Betrieb. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) förderte das Projekt mit 500.000 Euro.

Im Pilotprojekt „Wärme aus Grubenwasser“ wurde ein neues Konzept Erdwärmegewinnung aus Grubenwasser für die Beheizung von Bestandsgebäuden entwickelt, erprobt und optimiert. Das Pilotprojekt nutzt Grubenwasser als Energieträger zur Wärmeversorgung. In der Nähe des Schachts Arnold befinden sich zwei Schulen und die Bochumer Hauptfeuerwache. Durch die Nutzung der Wärme aus dem Grubenwasser kann bereits ein jährlicher Brennstoffbedarf von rund 1.200 MWh in den nahegelegenen Gebäuden eingespart werden. Das entspricht einer Reduzierung der jährlichen CO2-Emissionen von 245 t/a. An diesem Standort könnte zudem das Grubenwasser als Wärmequelle für mehrere Wärmepumpenanlagen mit einer gesamten Heizleistung von bis zu 4,5 MW genutzt werden.

Künftige Wärmenutzung und Wasserverschmutzung

Das Bebauungsgebiet an der ehemaligen Zeche Robert Müser soll mittelfristig als größeres Gewerbe- und Industriegebiet genutzt werden, daher könnten künftig weitere Gebäude mit Wärme versorgt werden. Das Projekt soll aber auch einen Einstieg in vergleichbare Projekte an den anderen Standorten im Ruhrgebiet ermöglichen, an denen nochmals 90 Millionen m³ Grubenwasser jährlich gehoben werden. Das Pilotprojekt kostete rund 1,2 Millionen Euro. Die Errichtung, Inbetriebnahme sowie der Betrieb wurden vom BMWi im Rahmen der Forschungsinitiative EnEff:Wärme mit 500.000 Euro gefördert.

Eine besondere Herausforderung stellt die aggressive chemische Zusammensetzung des Grubenwassers dar – mit besonderen Ansprüchen an die Materialwahl des Wärmeübertragers. Zudem ist das Grubenwasser verschmutzt und mit teils größeren Partikeln versetzt. Risiko: Die Auskopplung von Grubenwasserwärme über Wärmeübertrager ist bisher nicht erprobt. Hierzu wurden verschiedene Systeme (Platten-, Spiral- und Rohrbündelwärmeübertrager) und Sonderkonstruktionen zur Auskopplung der Grubenwasserwärme untersucht.

Statusseminar „Dezentrale Energiesysteme“
Das Bochumer Projekt und weitere Pilot- und Demonstrationvorhaben werden beim BMWi-Statusseminar „Dezentrale Energiesysteme“ vorgestellt, welches im Rahmen der 20. Fachmesse „Energieeffizienz 2012“ und AGFW-Vortragstagung am 16. und 17. April 2012 in Kooperation mit dem Projektträger Jülich stattfindet. Energieeffizienz und Fernwärme sind die Themenschwerpunkte des Statusseminars. Anmeldungen für das Statusseminar sind noch möglich.

Quelle: BINE

Hier ein Bericht der RWE über das firmeneigene Braunkohlenrevier (Wenn man vom Ruhrgebiet über die Autobahnen nach Aachen fährt, kann man unter Umständen eine Blick in diese riesigen Gruben erhaschen, wo die weltgrößten Bagger klein wie Spielzeuge aussehen) Quelle: RWE http://www.rwe.com/web/…:

Der Tagebau Hambach von der benachbarten Sophienhöhe gesehen / Foto: Wikipedia
Der Tagebau Hambach von der benachbarten Sophienhöhe gesehen / Foto: Wikipedia

Tagebau Hambach

Im Herzen des rheinischen Braunkohlenreviers

Der Tagebau Hambach liegt zwischen Jülich im Kreis Düren und Elsdorf (Erftkreis) mitten im Herzen des rheinischen Braunkohlenreviers. Er wurde 1978 in der Nähe des Niederzierer Ortsteils Hambach begonnen und ist zur Zeit rund 370 Meter tief. Unter seinem 85 Quadratkilometer großen Abbaufeld lagern 2,5 Milliarden Tonnen Braunkohle, die bis zu 450 Meter tief liegen.

Größte Bagger der Welt im Einsatz

Im Tagebau Hambach arbeiten die größten Bagger der Welt: Sie sind 220 Meter lang, 96 Meter hoch und 13.500 Tonnen schwer. Sie können täglich 240.000 Tonnen Kohle oder Kubikmeter Abraum fördern – genug, um ein Fußballstadion 30 Meter hoch zuzuschütten.

Der größte Teil des Abraums – im letzten Jahr rund 250 Millionen Kubikmeter – wird auf der bereits ausgekohlten Seite des Tagebaus Hambach wieder verkippt. Die geförderte Braunkohle gelangt auf der 22 Kilometer langen Hambachbahn, einer zweigleisigen Werksbahnstrecke, zu den Abnehmern – den Kraftwerken und Veredlungsbetrieben an und auf der Ville im Osten des Tagebaus. Der Tagebau Hambach förderte pro Jahr rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle.

Beliebtes Ausflugziel entstanden

Weithin sichtbares Markenzeichen des Tagebaus ist die Sophienhöhe, ein künstlicher, bewaldeter Berg, der die ebene Bördenlandschaft um 200 Meter überragt. Er birgt einen Teil der Aufschlussmassen des Tagebaus und ist mittlerweile ein beliebtes Ausflugsziel in der Region.

Daten, Zahlen, Fakten:

Tagebau Hambach (Stand Ende 2011)

Größe des genehmigten Abbaufeldes ha 8.500
Betriebsfläche (Anfang 2011) ha 3.932
Kohleinhalt (ab Anfang 2011) Mio. t 1.660
Verhältnis Abraum zu Kohle (Gesamtlagerstätte) 5,2 : 1
jährliche Abraumleistung Mio. m³ 250-300
jährliche Kohlenförderung Mio. t 40

Schaufelradbagger

Anzahl der Geräte 2 1 5
Kapazität ( m³ / Tag ) 110.000 200.000 240.000

Absetzer

Anzahl der Geräte 1 6
Kapazität ( m³ / Tag ) 150.000 240.000

Bandanlagen

Gesamtlänge km 100

Rekultivierung

Landinanspruchnahme bis Ende 2011 ha 5.355
Wiedernutzbarmachung bis Ende 2011 ha 1.381
davon landwirtschaftlich ha 14
davon forstwirtschaftlich ha 1.367

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