Das große Sterben der Deutschen Solar-Industrie – Solarhybrid, Solar Millennium, Solon, Q-Cells

Gegen die Billig-Produkte der Chinesen im Bereich Photovoltaik scheint kein deutsches Kraut mehr gewachsen zu sein. Deutschlands Krautrocker des Solar-Booms gehen dem Ende entgegen.  Einer nach dem anderen packt die Instrumente in den Keller.  Nachdem Solarhybrid, Solar Millennium und Solon bereits das zeitliche mehr oder weniger gesegnet haben, folgte gestern nun Q-Cells, die ebenfalls Insolvenz anmelden mußten. Und auch Phoenix Solar fängt an zu wackeln.

Der Vorstand der Q-Cells hatte gestern beim zuständigen Amtsgericht in Dessau Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das zuständige Insolvenzgericht in Dessau hat Herrn Henning Schorisch von hww wienberg wilhelm Insolvenzverwalter, Halle / Saale, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Dieser Schritt war notwendig geworden, weil das Management von Q-Cells SE nach intensiver Prüfung von alternativen Konzepten zur Umsetzung der Finanzrestrukturierung zu der Einschätzung gelangt war, dass die Fortführungsprognose für das Unternehmen nicht mit hinreichender rechtlicher Sicherheit wiederhergestellt werden kann. Diese war nach der letztinstanzlichen Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 27. März 2012 im Fall Pfleiderer nicht mehr gegeben.

Die Q-Cells SE hatte in den letzten Monaten eine grundlegende Einigung mit den wesentlichen Anleihegläubigern der ausstehenden Wandelschuldverschreibungen erzielt. Außerdem hatten die zuständigen malaysischen und deutschen Behörden die Lösung unterstützt. Damit war das Unternehmen auf gutem Wege, die weitgehende Entschuldung und den mittelfristigen Geschäftsplan erfolgreich umzusetzen und damit mittelfristig wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.

Dr. Nedim Cen, Vorstandsvorsitzender der Q-Cells SE kommentierte: „Es ist leider die brutale Realität, dass die geplante Finanzrestrukturierung trotz eines schlüssigen und mit allen Beteiligten verhandelten Restrukturierungskonzepts nun an Berufsklägern und einer offensichtlich falschen Entscheidung des Gerichts scheitert. Jetzt heißt es für uns, den Insolvenzverwalter nach besten Kräften bei der Erarbeitung eines neuen Konzeptes zu unterstützen, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu sichern.“
(Pressemeldung Q-Cells)

Gestern brachen dann auch die Aktien von Phoenix Solar ein, fast 30% weniger Wert wurden angezeigt. Für einen Kredit in der Größe von ursprünglich 150 Millionen Euro musste ein Stillhalteabkommen verlängert werden. Als Folge brachen Phoenix-Aktien am Dienstag ein.

Viele, viele tausend Arbeitsplätze bei den Herstellern sind nun in Gefahr oder schon verloren gegangen.
Trotzdem wird sich die Solartechnik nicht aufhalten lassen. Auch wenn nun die Billig-Produkte aus Asien nun noch mehr verarbeitet und auf Deutschlands Dächer platziert werden. Die deutschen Unternehmen aber müssen umdenken, neue Qualitätsprodukte “erfinden” und sich damit einen neuen Markt suchen.

CIS

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