Tübingen: 75 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen sind lokal steuerbar

Luftaufnahme von Tübingen / Bild: Wikipedia
Luftaufnahme von Tübingen / Bild: Wikipedia

Tübingen gewinnt internationalen Preis: Stadt und universitäre Initiativen werden ausgezeichnet

Oberbürgermeister Boris Palmer hat heute in Florida den 2012 EE Visionary Award entgegen genommen.

Ausgezeichnet wurden damit drei Tübinger Projekte:

Die städtische Klimaschutzkampagne Tübingen macht blau, die studentische Initiative Greening the University sowie das Projekt Clear-Up, das vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen getragen wird.

„75 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen sind lokal steuerbar“, sagte der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer bei der Preisübergabe in Orlando. Die Rolle der Kommunen und der lokalen Initiativen sei deshalb gar nicht hoch genug einzuschätzen. „Gerade im Kleinen kann man Großes bewirken“, betonte Palmer. Deshalb sei es besonders erfreulich, dass dieses lokale Engagement durch die Auszeichnung des Energy Efficiency Global Forum sichtbar gemacht werde.

Schulterschluss und Synergieeffekte in Sachen Energieeffizienz seien in Tübingen besonders ausgeprägt, so das Stadtoberhaupt. Damit hatte das Energy Efficiency Global Forum den Tübinger Preis auch begründet: Zwar seien ähnliche Projekte wie die in Tübingen auch anderswo zu finden, nirgends jedoch in dieser Dichte und Vielfalt. In der Begründung für den Tübinger Preis heißt es:

„Der diesjährige europäische Sieger ist die Stadt Tübingen, die sowohl den absoluten Energieverbrauch als auch den Energieverbrauch pro Kopf zwischen 2004 und 2009 um sieben bzw. zwölf Prozent verringern konnte und das, obwohl die Bevölkerung der Stadt in diesem Zeitraum um 5,3 Prozent wuchs. Die Speerspitze der Tübinger Anstrengungen ist (der Grüne) Oberbürgermeister Boris Palmer, der die Auszeichnung im Namen seiner Stadt entgegen nehmen wird. Eine Vielzahl städtischer Projekten hat eine bessere Energieausnutzung zum Ziel, wie beispielsweise die Klimaschutzkampagne Tübingen macht blau.

Die Verbesserung der Energieeffizienz städtischer Gebäude und die Förderung moderner Heizungspumpen sind zwei der 23 Projekte, die in der städtischen Klimaschutzkampagne Tübingen macht blau eine Rolle spielen. Greening the University möchte das Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung in Lehre, Forschung und Verwaltung verankern. Im Projekt Clear Up koordiniert das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen 22 Forschungspartner aus Industrie, Forschungseinrichtungen und Universitäten aus ganz Europa. Gemeinsam untersuchen sie Möglichkeiten, Wohnungen nachhaltiger zu bewirtschaften.

Für Tübingen macht Blau ist es nicht die erste Auszeichnung. So gewann die Kampagne unter anderem den Bundeswettbewerb Kommunaler Klimaschutz 2009 des Bundesumweltministeriums und wurde von der Energieagentur dena als Good Practice Projekt ausgezeichnet. Auch Greening the University wurde bereits geehrt: Die Initiative wurde 2010 als offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Die Universität Tübingen erhielt 2011 als erste süddeutsche Hochschule das europäische Umweltzertifikat EMAS.

Der EE Visionary Award wird vom Energy Efficiency Global Forum vergeben, einem einmal jährlich stattfindenden internationalen Expertentreffen zur Energieeffizienz. Organisiert wird die Konferenz in diesem Jahr von der Alliance to Save Energy, einem US-amerikanischen überparteilichen Zusammenschluss von Unternehmen, Politikern und Behörden sowie der Southeast Energy Efficiency Alliance, einer regionalen Untergruppe.

Neben Tübingen erhalten in diesem Jahr Melbourne in Australien, Masdar City im Emirat Abu Dhabi und der Buffalo Medical Campus in Buffalo NY, USA eine Auszeichnung.

Weitere Informationen
http://eeglobalforum.org
www.tuebingen-macht-blau.de
www.greening-the-university.de

PM: Michael Seifert
Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

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