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WWF schlägt Alarm! Gas-Lecks in der Nordsee schaffen Todeszonen

In einer heutigen Pressemeldung warnt der WWF (World Wide Fund For Nature) vor den Gefahren und Unbeherrschbarkeit von Bohrungen in großer Meerestiefe der Nordsee. Ausschlaggabend ist der Unfall auf der Gasförderplattform Elgin in der Nordsee östlich von Aberdeen. Stephan Lutter, Meeresschutzexperte beim WWF Deutschland, sieht diesen Unfall als weiteren Beweis für die Gefährlichkeit der Arbeiten in der Nordsee.

Weiter heißt es in der Pressemeldung…
“Es scheint sich in diesem Fall um sogenanntes Saures Gas zu handeln, das mit Schwefelwasserstoff angereichert ist. Bei einem, wie von Experten befürchteten, langandauernden Gasaustritt könnten Todeszonen in der Umgebung entstehen und das Ökosystem der Nordsee schädigen.” Auch die Kohlenwasserstoffe und Kondensate aus dem eigentlichen Erdgas stellen in hohen Mengen eine Gefahr für Fische, Plankton und Bodenlebewesen dar.

Foto: Wikipedia CC

400 Förderanlagen befinden sich derzeit in der Nordsee

In der Nordsee gibt es alleine im britischen und norwegischen Sektor rund 400 Förderanlagen für unterseeische Gas- oder Ölvorkommen und dementsprechend ein Vielfaches an Bohrungen. Viele der Plattformen sind in die Jahre gekommen und technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand, wie der Ölaustritt bei der Plattform Gannet Alpha in derselben Region im Sommer 2011 schon zeigte.

“Jetzt muss das Leck möglichst schnell gestopft und der Gasaustritt gestoppt werden”, so die eindringliche Forderung Lutters. “Nach der Deepwater Horizon-Katastrophe zeigt sich wieder erneut, dass Bohrungen ab einer bestimmten Meerestiefe zu riskant sind. Anstatt die Bohrungen in tiefere Meeresgebiete auszuweiten, wie erst vergangene Woche durch die britischen Behörden mit einer Lizenzvergabe an BP vor den Shetland-Inseln geschehen, sollte es endlich ein entsprechendes Moratorium geben.” Außerdem seien strengere Auflagen und höhere Sicherheitsvorkehrungen für die Betreiber von Öl- und Gasplattformen notwendig.

Plattform Piper Alpha riß 1988 167 Menschen in den Tod

Im Jahr 1988 war bei einem ähnlichen Gasaustritt vor der schottischen Küste die Plattform Piper Alpha explodiert, riss 167 Menschen in den Tod und setzte große Mengen giftiger Chemikalien aus der Anlage selbst in die Nordsee frei.

Pressestelle
WWF Deutschland
www.wwf.de

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN
Meere & Küsten
Nordost-Atlantik
26.03.2012 – Spiegel Online: Energiekonzern evakuiert Nordsee-Bohrinsel
27.03.2012 – BBC News: Elgin platform gas leak: Exclusion zone in place

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