Erneuerbare Energien können die ältesten Schweizer AKW problemlos ersetzen

Die Stromlücke, die sich durch eine frühzeitige Abschaltung des Atomkraftwerks Mühleberg öffnet, lässt durch den Zubau erneuerbarer Energien und einen Ausbau der Pumpspeicherkraftwerke rasch und dauerhaft schliessen.

Bereits mit drei zusätzlichen Quadratmetern Solarmodulfläche pro Kopf auf Schweizer Dächern ist der Ausfall wettgemacht.

Dies haben Analysen von Prof. Franz Baumgartner von der Hochschule ZHAW in Winterthur ergeben. «Für Mühleberg braucht es drei Quadratmeter Solarpanels pro Einwohner», sagt Baumgartner. Ein rascher Ausbau der Solarenergie in diesem Umfang sei problemlos machbar – das zeige die Erfahrung aus Deutschland.

«Der Strompreis würde dadurch nicht mehr als um einen halben Rappen pro Kilowattstunde (kWh) verteuert. Die lokale Wertschöpfung hingegen, die dadurch in der Schweiz in den nächsten fünf Jahren geschaffen würde, wäre bedeutend», sagt Baumgartner.

Allein die heutigen KEV-Projekte reichen für die drei ältesten AKW

«Der Ersatz des AKW Mühleberg sowie der beiden anderen alten Meiler Beznau I und Beznau II durch erneuerbare Energien ist keine Zukunftsvision, sondern lässt sich mit dem nötigen politischen Willen hier und jetzt realisieren», ergänzt Stefan Batzli, Geschäftsführer der A EE Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Schon alleine die beim Bund beantragten, aber zum grössten Teil noch nicht bewilligten Förderprojekte bei der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) würden dafür ausreichen. «Die KEV-Projekte übersteigen 8000 GWh. Das sind fast 15% des jetzigen Endverbrauchs», sagt Batzli: «Mit Strom aus Sonne, Wind, Biomasse, Geothermie und neuen Wasserkraftwerken lassen sich die drei ältesten Atomkraftwerke zu 100 Prozent ersetzen.»

Und mit dem Ausbau der Pumpspeicherkraftwerke wird eine funktionierende Grundlage für den Tag-Nacht Ausgleich und die saisonale Speicherung gelegt, die die Herausforderung einer volatilen erneuerbaren Stromproduktion stemmen wird.

Neue Gaskraftwerke unnötig

Die Elektrizitätswirtschaft behauptet, der Atomausstieg müsse durch Gaskraftwerke kompensiert werden. „Wir sind jedoch überzeugt, dass es diese klimaschädliche Zwischenlösung nicht braucht, wenn jetzt rasch und dezidiert auf erneuerbare Energien gesetzt wird“, sagt David Stickelberger, Geschäftsleiter des Fachverbandes Swissolar. Gerade bei der Photovoltaik könnten in kurzer Zeit grosse Produktionskapazitäten erstellt werden.

„Die Technologien zur erneuerbaren Stromgeneration sind heute verfügbar“, betont Dr. Patrick Hofer-Noser, CTO von Meyer Burger Technology AG in Thun. „Die Energiewende bringt diegrosse Chance, einen Teil der importierten Primärenergie durch einheimische Energieträger zu ersetzen und dadurch auch die lokale Wertschöpfung einerseits und die Versorgungssicherheit anderseits zu erhöhen.“

Damit der Ersatz der alten Atomkraftwerke möglichst rasch vollzogen werden kann, braucht es eine Aufhebung oder zumindest eine Lockerung des KEV-Förderdeckels durch die Politik. Auf der Warteliste der KEV sind bereits heute Solaranlagen mit einer erwarteten Jahresproduktion von 495 GWh blockiert, das ist rund ein Sechstel von Mühleberg (ca. 3000 GWh). Die 10. Nationale Photovoltaik-Tagung, welche diese Woche in Baden stattfindet (22. und 23. März), bietet interessierten Personen die Gelegenheit, sich über Neuigkeiten und die Leistungsfähigkeit der Schweizer Solarbranche zu informieren.

PM: A EE

Prof. Dr. Franz Baumgartner,
Hochschule ZHAW SoE, Sprecher des wissenschaftlichen Beirates der A EE

Dr. Patrick Hofer-Noser
Chief Technology Officer (CTO) Meyer Burger, Präsident Cleantech Switzerland

Stefan Batzli
Geschäftsführer A EE

David Stickelberger
Geschäftsführer Swissolar

Kontakt und weitere Informationen:
Stefan Batzli, Kommunikation A EE: 079 420 46 66

Positionspapier (PDF)

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