Erstes Micro Smart Grid wurde auf dem EUREF-Campus in Berlin eingeweiht

Reinhard Müller, Vorstand der EUREF AG
Reinhard Müller, Vorstand der EUREF AG

Energiewende in Berlin-Brandenburg: Einweihung Micro Smart Grid auf dem EUREF-Campus

Die Energiewende ist gesetzt. Doch noch kann man sich so recht keine sichere Energieversorgung vorstellen, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint.

Dabei haben wir viel mehr natürliche Energien, als wir tatsächlich brauchen.

Was fehlt, ist eine stabile Versorgung, die aber nur mit neuen Speichern funktioniert. Je höher der Anteil der Regenerativen ist, umso volatiler wird die Versorgung und umso kostbarer wird die Speicherung. Elektrische Autos, die in Flotten betrieben werden, können hierzu einen wesentlichen Beitrag liefern. Eine intelligen-te Poolsteuerung ermöglicht eine Speicherverfügbarkeit, ohne dass die Nutzung der Fahrzeuge eingeschränkt ist.

Smart Grid als Lösung vieler dieser Probleme ist in aller Munde, aber wie wird es tatsächlich gemacht? Um diese große Herausforderung besser in den Griff zu bekommen, wurde im Rahmen des Forschungsprojekts BeMobility – Berlin elektroMobil auf dem EUREF-Campus ein intelligentes Stromnetz, ein sogenanntes Micro Smart Grid (MSG), aufgebaut.

Gemeinsam mit Partnern und Gästen wurde um 14 Uhr der Startschuss für den Erprobungsbetrieb dieses wichtigen Beitrags zur Energiewende aus der Region Berlin-Brandenburg gegeben. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) maßgeblich gefördert. Referatsleiter Stefan Schmitt vom BMVBS stellte den bundespolitischen Bezug des Projektes dar. Christoph von Knobelsdorff (Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung) und Angelika Schöttler (Bezirksbürgermeisterin Berlin Tempelhof-Schöneberg) begrüßten das Projekt als Berliner Beitrag zum internationalen Schaufenster Elektromobilität. Die Industriepartner Schneider Electric (Deutschlandchefin Rada Rodriguez) und NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (Geschäfts-führer Ulf Altmann) erläuterten in ihren Statements die Beiträge ihrer Unternehmen.

Im Rahmen eines anschließenden Rundgangs über den EUREF-Campus konnten die einzelnen Komponenten der Anlage in Augenschein genommen werden. Das Projekt, das in dieser Konstellation in Deutschland bislang einzigartig ist, wurde als Teil der Modellregion Berlin/Potsdam vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.

Bis Ende 2011 wurden auf dem EUREF-Campus, u.a. mit Unterstützung der Partner GASAG Berliner Gaswerke Aktiengesellschaft, NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, Schneider Electric, Solon und dem Reiner Lemoine Institut fünf Kleinwindanlagen, drei Solaranlagen und eine Großbatterie als Netzpuffer errichtet. Auf dem Gasometer wurde durch das Reiner Lemoine Institut eine Windmessanlage installiert. In den letzten Wochen wurden dann diese Anlagen mit den Ladesäulen und der Energieleitwarte im InnoZ verknüpft. Aus dieser Leitwarte heraus steuert die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg alle Energieflüsse innerhalb des Micro Smart Grids. Schneider Electric organisiert das technische Energiemanagement für Fahrzeugflotten und Gebäude. Damit kann jetzt neben dem Strom aus dem öffentlichen Netz auch lokal produzierte regenerative Energie gezielt für die Versorgung der Elektrofahrzeuge und für ausgewählte Mieter auf dem EUREF-Campus eingesetzt werden. Denn bereits eine intelligent eingesetzte Flotte von einer Mio. Fahrzeuge entspräche den heutigen Kapazitäten aller verfügbarer Pumpspeicher. Zudem sind die Batterien von E-Fahrzeugen sehr flexibel und daher besser für den kurzfristigen Spannungsausgleich im Netz geeignet.

Mitten in Berlin wird nun mit weiterer Unterstützung des Bundes, des Landes Berlin, des Bezirks Tempelhof-Schöneberg und von Wirtschaft und Wissenschaft erprobt, wie neben der intelligenten Vernetzung von Elektromobilität und öffentlichem Verkehr auch die notwendige Netzintegration von erneuerbarer Energie in der Praxis vollzogen werden kann und welchen Beitrag die Elektromobilität für die Energiewende leisten kann. Das Vorhaben ist ein Kernprojekt der Bewerbung der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg als „Internationales Schaufenster Elektromobilität”.

PM: EUREF-Campus

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