Eröffnung der New Energy Husum 2012

Die Erneuerbaren präsentieren sich in Husum selbstbewusst

Husum, 15. März 2012. Mit einem Festakt wurde heute die New Energy Husum eröffnet. Die Messe für erneuerbare Energien, die bereits im zehnten Jahr stattfindet, konnte heute ein rundes Jubiläum mit prominenten Rednern aus Wirtschaft und Politik feiern. Darunter Vertreter der Branchen Kleinwind, Biogas und Solar sowie Wirtschaftsminister Jost de Jager. De Jager nutzte den Anlass und überreichte an Husums Bürgermeister Uwe Schmitz einen Förderbescheid über 440.000 Euro für eine bessere logistische Ausstattung und Anbindung des Husumer Nordsee Congress Centrums.

Foto: Andreas Birresborn / Messe Husum

Im UN-Jahr für „Nachhaltige Energie für alle“ und ein Jahr nach den einschneidenden Ereignissen in Fukushima, trifft die New Energy Husum 2012 auf ungebrochenes Interesse seitens Aussteller und Besucher. Rund 280 Unternehmen stellen ihre Produkte und Dienstleistungen in der Kreisstadt Husum vor. Minster de Jager betonte, dass sich die New Energy bundesweit einen Ruf als Schaufenster erneuerbarer Energien erarbeitet hat und sich der Messestandort Husum nicht zuletzt zusammen mit der zweijährlichen HUSUM WindEnergy ideal als Standort für erneuerbare Energien ergänzt.

Die Messe ist seit ihrem Beginn in 2002 ein Forum für sämtliche Branchen von Kleinwindenergie über Biomasse bis Photovoltaik. „Aber die New Energy versteht sich immer auch als Plattform für kontroverse Diskussionen“, so Peter Becker und erinnerte an die aktuelle energiepolitische Debatte zum Thema Kürzungen in der Solarenergie. Aus aktuellem Anlass reagierte die Messe kurzfristig mit einer Änderung im Kongressprogramm und setzt für Freitag, 15.03.2012, 10.00 Uhr, die Diskussionsveranstaltung „Quo Vadis EEG – EEG 2042“ auf die Agenda.

Das breite Spektrum der New Energy wurde auch anhand der Eröffnungsredner im Podium deutlich: Neben Wirtschaftsminister de Jager, Messe Geschäftsführer Peter Becker, vertrat Prof. Dr. Ing. Choong-Yul Son, Vize-Präsident der World Wind Energy Association (WWEA) die Kleinwindbranche, Horst Seide als Präsidiumsmitglied den deutschen Fachverband Biogas und Kai Lippert, EWS Geschäftsführer, die Solarbranche. Uwe Möser, Präsident der IHK zu Flensburg, lud ein zum Besuch des Kongressprogramms „Denmark meets New Energy“.

Kai Lippert, EWS, schlug auch kritische Töne in Richtung Politik an: „Die deutschen Stromverbraucher haben in der Vergangenheit viel Geld investiert, um die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom zu erreichen. Jetzt ist er teilweise schon günstiger als der Strom aus der Steckdose, der in Zukunft nur bezahlbar bleiben kann, wenn wir den Ausbau wirtschaftlicher Photovoltaik-Anlagen so schnell wie möglich vorantreiben.“ Im Bereich Biogas ist es ähnlich: „Biogas ist speicherbar und lässt sich flexibel verstromen. Darum spielt es eine zentrale Rolle beim Lastmanagement des künftigen Energiemix aus 100% Erneuerbaren. Denn mit Biogas lassen sich Schwankungen bei PV- und Windstrom ausgleichen. Ins Erdgasnetz eingespeist können wir sogar Sommer-Winter-Schwankungen ausgleichen. Gerne würden die Betreiber von Biogasanlagen diese Regulierungsaufgabe ausfüllen, nur fehlen derzeit die politischen Rahmenbedingungen, dies zu gewährleisten“, sagte Horst Seide, vom Fachverband Biogas dem geladenen Eröffnungspublikum.

Auch in Dänemark, dem Gastland der Messe, ist Photovoltaik ein Thema, allerdings ein weniger Belastetes: „Vor allem die hohen Energiepreise und die drastisch gesunkenen Herstellungskosten für Solarstrom sind dafür verantwortlich, dass in Dänemark die Erzeugung von Solarstrom für den Eigenbedarf dank Netmetering lukrativ erscheint“, erklärte Uwe Möser, Präsident der IHK zu Flensburg und Partner des dänisch-deutschen Kooperationsprojektes FURGY. Der dänische Markt steht auch im Fokus des Kongressprogrammes mit „Denmark meets New Energy“.

Prof. Son (WWEA) betonte die weltweiten Potenziale der internationalen Kleinwindbranche als noch relativ junge Technologie: „Bis 2020 wird sich die installierte Leistung an Kleinwindkraft gegenüber 2010 fast verzehnfachen, was den Firmen in diesem Bereich riesige Wachstumsperspektiven eröffnet.“ Im Rahmen des dritten World Summit for Small Wind stellte die WWEA den aktuellen Small Wind World Report mit neusten Erhebungen der internationalen Kleinwindkraft vor.

Das Credo der Eröffnung war eindeutig: trotz der aktuellen Anpassung im Bereich der Solarförderung zeigten sich die Redner durchaus selbstbewusst und zweifelten nicht am Erfolg des Projekts Energiewende.

Weitere Infos unter: www.new-energy.de

lottmannpr

Weitere Beiträge:



Diesen Artikel weiterempfehlen:






Schreibe einen Kommentar

Top