Siemens startet mit Umsatzplus ins Geschäftsjahr 2012 – Schuldenkrise hinterlässt Spuren in der Realwirtschaft

Siemens ist mit einem Umsatzplus ins neue Geschäftsjahr 2012 gestartet und schafft trotz des schwierigeren konjunkturellen Umfeldes die Voraussetzungen für künftiges Wachstum. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum kletterte der Umsatz im ersten Quartal dank des guten Auftragsbestandes um zwei Prozent, der Auftragseingang lag um fünf Prozent unter dem Vorjahreswert. Auf der Ergebnisseite wurde das Niveau des Vorjahres wegen Projektverzögerungen und gestiegener Investitionen nicht erreicht. „Die Unsicherheiten der anhaltenden Schuldenkrise haben auch in der Realwirtschaft Spuren hinterlassen. Der Umsatz legte erneut zu, während vereinzelte Projektverzögerungen das Ergebnis belasteten. Auch wenn in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung erwartet wird, müssen wir hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen. Mit einem Auftragsbestand von inzwischen über 100 Milliarden Euro, einem starken Portfolio und einer soliden Finanzbasis sind wir ein Partner des Vertrauens“, sagte Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender von Siemens.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012, das am 31. Dezember 2011 endete, sank der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 19,8 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatte Siemens eine Reihe von Großaufträgen verbucht. Der Umsatz hingegen stieg um zwei Prozent auf 17,9 Milliarden Euro. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (Book-to-Bill) lag im ersten Quartal bei 1,11. Der Auftragsbestand erreichte 102 Milliarden Euro. Zugleich investierte Siemens in Innovation und Wachstum: Die Zahl der Mitarbeiter stieg im ersten Quartal weltweit um rund 3.000, davon etwa ein Drittel in Forschung und Entwicklung.

Für die vier Sektoren Energy, Healthcare, Industry und Infrastructure & Cities ergibt sich ein gemischtes Bild. Im Sektor Energy sank der Auftragseingang um elf Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, wogegen der Umsatz um acht Prozent auf 6,2 Milliarden Euro stieg. Während sich der Auftragseingang im Geschäft mit erneuerbaren Energien um nahezu zwei Drittel erhöhte, lagen die Bestellungen in der Division Fossil Power Generation nach Großaufträgen im Vorjahr um 30 Prozent niedriger. Der Healthcare-Sektor wies einen Auftragseingang von 3,3 Milliarden Euro aus und lag damit um vier Prozent über dem Vorjahreswert, während sich der Umsatz stabil entwickelte. Im Sektor Industry ging der Auftragseingang leicht um zwei Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zurück, allerdings hatte im Vorjahreszeitraum vor allem die Division Drive Technologies von Großaufträgen profitiert. Der Umsatz des Sektors kletterte um fünf Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Im neuen Sektor Infrastructure & Cities lagen Auftragseingang und Umsatz unter den vergleichbaren Vorjahreswerten. Auch hier waren im Vorjahr Großaufträge wie zum Beispiel der Eurostar-Auftrag eingegangen.

Auf der Ergebnisseite wirkten sich Verzögerungen im Zusammenhang mit den Genehmigungsprozessen bei der Anbindung von Offshore-Windanlagen, hauptsächlich in Deutschland, aus. Im Sektor Energy fielen dadurch in der Division Power Transmission Projektbelastungen von 203 Millionen Euro an. Im Geschäft mit erneuerbaren Energien fiel ein Verlust von 48 Millionen Euro an, vor allem bedingt durch höhere F&E-Aufwendungen, Kosten im Zusammenhang mit dem Ausbau des Geschäfts in einem intensiven Wettbewerbsumfeld, sowie gestiegenem Preisdruck und einem weniger günstigen Umsatzmix. Healthcare wies ein Ergebnis leicht unter dem Vorjahreswert aus. Im Sektor Industry sank das Ergebnis wegen eines weniger günstigen Produktmix und höherer Betriebskosten in Folge von Wachstumsinvestitionen. Im neuen Sektor Infrastructure & Cities schlugen Verzögerungen bei der Zulassung des Velaro D negativ aufs Ergebnis. Ursache ist hier die bekannte Schwierigkeit eines ausländischen Zulieferers, maßgebliche Komponenten für die Mehrsystemfähigkeit des Zuges für den Bahnverkehr zwischen Deutschland und Frankreich bereitzustellen. Das Ergebnis der Sektoren ging im Vergleich zum Vorjahreswert um 23 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zurück. Insgesamt sank das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten von Siemens um 27 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro.​

Die Siemens AG (Berlin und München) ist ein weltweit führendes Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik. Der Konzern ist auf den Gebieten Industrie, Energie sowie im Gesundheitssektor tätig und liefert Infrastrukturlösungen, insbesondere für Städte und urbane Ballungsräume. Siemens steht seit mehr als 160 Jahren für technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität. Siemens ist außerdem weltweit der größte Anbieter umweltfreundlicher Technologien. Rund 40 Prozent des Konzernumsatzes entfallen auf grüne Produkte und Lösungen. Insgesamt erzielte Siemens im vergangenen Geschäftsjahr, das am 30. September 2011 endete, auf fortgeführter Basis einen Umsatz von 73,5 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 7,0 Milliarden Euro. Ende September 2011 hatte das Unternehmen auf dieser fortgeführten Basis weltweit rund 360.000 Beschäftigte. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.siemens.com.

Dieses Dokument enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen – also Aussagen über Vorgänge, die in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit, liegen. Diese zukunftsgerichteten Aussagen sind erkennbar durch Formulierungen wie „erwarten“, „wollen“, „antizipieren“, „beabsichtigen“, „planen“, „glauben“, „anstreben“, „einschätzen“, „werden“, „vorhersagen“ oder ähnliche Begriffe. Solche Aussagen beruhen auf den heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen des Siemens-Vorstands. Sie unterliegen daher einer Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs von Siemens liegen, beeinflusst die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse von Siemens. Diese Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen von Siemens wesentlich von den in den zukunftsgerichteten Aussagen ausdrücklich oder implizit enthaltenen Angaben zu Ergebnissen, Erfolgen oder Leistungen abweichen. Siemens ist insbesondere stark von Änderungen der allgemeinen wirtschaftlichen und geschäftlichen Lage betroffen, da diese einen direkten Einfluss auf Prozesse, Kunden und Lieferanten haben. Das kann die Entwicklung unseres Umsatzes und die Realisierung einer besseren Kapazitätsauslastung als Resultat des Wachstums nachteilig verändern. Aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit sind nicht alle Geschäftsbereiche bei Siemens gleichermaßen von Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds betroffen; erhebliche Unterschiede bestehen hinsichtlich des Zeitpunkts und des Ausmaßes der Auswirkungen solcher Veränderungen. Dieser Effekt wird durch die Tatsache verstärkt, dass Siemens als ein globales Unternehmen in Ländern mit konjunkturell sehr unterschiedlichen Wachstumsraten aktiv ist. Unsicherheiten ergeben sich unter anderem aus der Gefahr, dass es auf Kundenseite zu Verzögerungen oder Stornierungen bei bereits erteilten Aufträgen kommt oder dass durch ein ungünstiges Marktumfeld die Preise stärker gedrückt werden oder die Ausgaben stärker steigen, als der Vorstand von Siemens es derzeit erwartet, oder dass die Funktionskosten in Vorwegnahme eines Wachstums, das nicht wie erwartet eintritt, steigen. Weitere Faktoren, die Ursache für eine Abweichung des Ergebnisses von Siemens von den ursprünglichen Erwartungen sein können, sind Entwicklungen an den Finanzmärkten, einschließlich Schwankungen bei Zinssätzen und Währungskursen (insbesondere im Verhältnis zum US-Dollar, dem britischen Pfund und zu den Währungen in Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien), Rohstoffpreisen und Aktienkursen, Kreditrisikozuschlägen (Credit Spreads) sowie der Werte der Finanzanlagen im Allgemeinen. Etwaige Änderungen in den Zinssätzen oder anderen Annahmen, die bei der Berechnung der Verpflichtungen für Pensionen und ähnlicher Verpflichtungen verwendet werden, können einen Einfluss auf den Anwartschaftsbarwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen bei Siemens sowie auf die erwartete Entwicklung des Planvermögens haben, woraus wiederum unerwartete Änderungen des Finanzierungsstatus der Pensionszusagen und der Pläne für pensionsähnliche Leistungszusagen resultieren können. Eine zunehmende Volatilität im Markt, ein Verfall der Kapitalmärkte, eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen für das Kreditgeschäft und Unsicherheit in Bezug auf die Hypotheken-, Finanzmarkt- und Liquiditätskrise, einschließlich der Staatsschuldenkrise in der Eurozone, oder Schwankungen des künftigen wirtschaftlichen Erfolgs der Kerngeschäftsfelder, in denen Siemens tätig ist, können ebenso unerwartete Auswirkungen auf das Ergebnis von Siemens haben. Darüber hinaus ist Siemens weiteren Risiken und Unsicherheiten ausgesetzt. Sie stehen in Zusammenhang mit der Veräußerung von Geschäftsaktivitäten, bestimmten strategischen Neuausrichtungen, einschließlich Reorganisationsmaßnahmen in Hinblick auf die Segmente, der Entwicklung der Beteiligungen und der strategischen Allianzen, Herausforderungen in der Integration wichtiger Akquisitionen, der Implementierung von Gemeinschaftsunternehmen und anderer wesentlicher Portfoliomaßnahmen, der Entwicklung, den Bewertungskriterien und der Zusammensetzung des Umweltportfolios, der Einführung konkurrierender Produkte oder Technologien durch andere Unternehmen oder den Markteintritten neuer Wettbewerber, Veränderungen der Wettbewerbsdynamik (vor allem an sich entwickelnden Märkten), dem Risiko, dass neue Produkte und Dienstleistungen seitens der Kundenzielgruppen von Siemens nicht angenommen werden oder dass es aufgrund von unerwarteten technischen Schwierigkeiten zu Verzögerungen bei der Auslieferung von neuen Produkten oder Dienstleistungen kommt; Änderungen in der Geschäftsstrategie, der Unterbrechung der Versorgungskette, einschließlich der Unfähigkeit Dritter, beispielsweise resultierend aus Naturkatastrophen, Bauteile, Komponenten oder Dienstleistungen fristgerecht zu liefern, dem Ausgang von offenen Ermittlungen, anhängigen Rechtsstreitigkeiten sowie den Maßnahmen, die sich aus den Ergebnissen oder auch den Tatbeständen dieser Ermittlungen ergeben, den potenziellen Auswirkungen dieser Untersuchungen und Verfahren auf das Geschäft von Siemens, einschließlich der Beziehungen zu Regierungen und anderen Kunden, den potenziellen Auswirkungen solcher Angelegenheiten auf die Abschlüsse von Siemens und verschiedenen anderen Faktoren. Detailliertere Informationen über die Siemens betreffenden Risikofaktoren sind diesem Bericht und den anderen Berichten zu entnehmen, die Siemens bei der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC eingereicht hat und die auf der Siemens-Website unter www.siemens.com und auf der Website der SEC unter www.sec.gov abrufbar sind. Sollten sich eines oder mehrere dieser Risiken oder Ungewissheiten realisieren oder sollte sich erweisen, dass die zugrunde liegenden Annahmen nicht korrekt waren, können die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die in der zukunftsgerichteten Aussage als erwartete, antizipierte, beabsichtigte, geplante, geglaubte, angestrebte, geschätzte oder projizierte Ergebnisse genannt worden sind. Siemens übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwicklung zu korrigieren. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem und anderen Berichten nicht genau zur angegebenen Summe aufaddieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen.

PM: Siemens

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