Der weltweit größte Kupferhersteller Aurubis aus Hamburg profitiert vom Ausbau der Erneuerbaren Energien

Der weltweit größte Kupferrecycler Aurubis aus Hamburg profitiert vom Ausbau der Erneuerbaren Energien, speziell der Offshore-Windenergiemarkt benötigt für eine Offshore-WKA im Schnitt 200 km Kupferleitung.
Doch die Erneuerbaren Energien schaffen auch Versorgungsängste bei der stromintensiven Kupferverhüttung, so bereitet sich Aurubis mit Notstromaggregaten auf einen eventuellen Stromausfall vor.

Im zurückliegenden Jahr stieg der Gewinn auf 211 Millionen Euro.

Aurubis ist der führende integrierte Kupferkonzern und zudem der größte Kupferrecycler weltweit. Er produziert  jährlich etwa 1 Mio. t Kupferkathoden und daraus diverse Kupferprodukte. Aurubis beschäftigt rund 6.300 Mitarbeiter, verfügt über 16 Produktionsstandorte in elf europäischen Ländern sowie den USA und über ein ausgedehntes Service- und Vertriebssystem für Kupferprodukte in Europa, Asien und Nordamerika.

LAGEBERICHT des Geschäftsjahr 2010/11.

Die Aurubis AG hat auf Basis IFRS im Geschäftsjahr 2010/11 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 421 Mio. € erzielt. Das operative EBT betrug 292 Mio. € und wurde im Vergleich zum Vorjahr um 133 Mio. € gesteigert. Es wird eine Dividende in Höhe von 1,20 € vorgeschlagen.

ESSE7/Foto: Aurubis AG

Hamburg – Die Aurubis AG (Aurubis) hat im Geschäftsjahr 2010/11 ein Vorsteuerergebnis (IFRS) von 421 Mio. € (Vj.: 447 Mio. €) erreicht. Das um Bewertungseffekte in Höhe von 129 Mio. € bereinigte operative Ergebnis vor Steuern konnte auf 292 Mio. € (Vj.: 159 Mio. €) gesteigert werden. Dabei profitierte das Unternehmen von den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, gestiegenen Schwefelsäurepreisen sowie einem höheren Einsatz von Schrotten bei guten Raffinierlöhnen. Die Erhöhung des Netto-Cashflows von 85 Mio. € auf 418 Mio. € spiegelt ebenfalls den sehr guten Geschäftsverlauf wider. Der vollständige Geschäftsbericht wurde heute auf unserer Internetseite www.aurubis.com veröffentlicht.

Rohstoffmärkte
Der Kupferpreis an der LME erwies sich im Geschäftsjahr als sehr robust, was insbesondere auf die fundamentale Situation des Marktes zurückzuführen ist. Der hohe chinesische Bedarf aber auch die durch die Abnehmerindustrien getriebene Binnennachfrage Europas stellten eine solide Kursbasis dar. Entsprechend stieg der Preis für eine Tonne Kupfer von 8.115 US$/t am Anfang des Geschäftsjahres, auf Spitzenwerte von teilweise über 10.000 US$/t, bevor die wachsenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten die Kurse Mitte September 2011 unter 8.000 US$/t sinken ließen.

Das Angebot an Kupferkonzentraten entwickelte sich im Verlauf des Geschäftsjahres am Weltmarkt positiv, was im Spotmarkt zu einem beträchtlichen Anstieg der Schmelz- und Raffinierlöhne führte. Auch unter langfristigen Verträgen ergaben sich deutliche Verbesserungen der Konditionen, welche wir zu nutzen wussten. Neben dem Konzentratmarkt entwickelten sich die Märkte für Blisterkupfer und Altkupfer sowohl bezüglich des Materialaufkommens als auch in Bezug auf die Raffinierlöhne sehr vorteilhaft, was zu zusätzlichen Ergebnisverbesserungen führte. Aufgrund der günstigen Marktentwicklung waren wir in der Lage alle Standorte gut mit Vorstoffen zu versorgen.

Die sich fortsetzende Konjunkturerholung und die festen Börsenkurse sorgten im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres für ein hohes Aufkommen von Altkupfer. Da China, der stärkste Wettbewerber im Einkauf von Kupferschrotten, nur ein begrenztes Kaufinteresse zeigte, konnten wir die Kaufbedingungen nochmals verbessern. Die für uns positive Marktlage hielt fast das gesamte Geschäftsjahr an.

Produktmärkte
Die Nachfrage nach Schwefelsäure, die wir bei der Verarbeitung von Konzentraten als Kuppelprodukt erzeugen, war im gesamten Geschäftsjahr hoch. In unseren wichtigen Absatzmärkten im Chemie- und Düngemittelbereich sowie in der Kupfergewinnung durch Metalllaugung konnten wir, insbesondere im Überseegeschäft, gute Ergebnisse generieren.

In den europäischen Märkten für Kupferprodukte setzte sich der positive Trend in den ersten Monaten des Geschäftsjahres zunächst fort. Hierbei wirkten sich vor allem starke Exporte aus Deutschland und eine anhaltende hohe Beschäftigung in der Automobilindustrie, aber auch eine rege Binnennachfrage positiv aus.

Lediglich zum Ende des Gesschäftsjahres führten die Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise zu einer Zurückhaltung der Marktteilnehmer.

Entwicklung in den Business Units
Die gute Versorgung mit Rohstoffen sicherte uns in der Business Unit (BU) Primärkupfer während des gesamten Geschäftsjahres eine hohe Auslastung der Produktionsanlagen. Insgesamt wurden an den Standorten Hamburg und Pirdop insgesamt 2.057.000 t Konzentrat (Vj. 2.063.000 t) verarbeitet, obwohl am Standort Hamburg im Dezember 2010 ein 15-tägiger ungeplanter Stillstand auftrat. Die Schwefelsäureproduktion ging, bedingt durch die eingesetzten Konzentrate, auf 2.002.000 t zurück (Vj. 2.071.000 t). In den drei Elektrolysen der BU konnte mit 934.000 t (Vj. 932.000 t) die Kathodenproduktion nochmals gesteigert werden. Das operative EBT der BU Primärkupfer konnte deutlich auf 169,5 Mio. € (Vj. 65,4 Mio. €) gesteigert werden. Diese Ergebnissteigerung ist insbesondere auf die günstige Marktentwicklung von Kupfer und Kupferrohstoffen sowie Schwefelsäure zurückzuführen.

Die Kathodenproduktion der BU Recycling/Edelmetalle  übertraf im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 213.000 t den Vorjahreswert von 212.000 t leicht. Die Durchsatzmenge des Kayser-Recycling-Systems (KRS) wurde von 233.000 t im Vorjahr um 12% auf 260.000 t gesteigert. Hierin machte sich bereits die neue Produktionsweise des im Juni in Betrieb genommenen KRS-Plus-Aggregates bemerkbar. Durch die gute Versorgung mit edelmetallhaltigen Eingangsstoffen war es uns möglich, die Menge an ausgebrachtem Silber auf 1.367 t (Vj. 1.339 t) zu steigern. Die Goldproduktion ging vorlaufbedingt auf 35 t zurück (Vj. 38 t), lag aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Das operative Vorsteuerergebnis der BU verdoppelte sich auf 100,1 Mio. € verglichen mit 49,4 Mio. € im Vorjahr.

In der BU Kupferprodukte sorgte in den ersten Monaten des Geschäftsjahres die gute konjunkturelle Entwicklung für eine hohe Nachfrage nach Kupferprodukten. Die Menge produzierten Giesswalzdrahts erhöhte sich um etwa 3 % auf 785.000 t (Vj. 766.000 t), während die Produktion von Stranggussformaten mit 197.000 t nicht ganz den Vorjahreswert von 210.000 t erreichte. Das insgesamt positive konjunkturelle Umfeld spiegelte sich auch im guten operativen EBT der BU wider, das von 47,9 Mio. € auf 49,7 Mio. € anstieg.

Ertragslage
Der Aurubis-Konzern berichtet nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Metallpreisschwankungen führen bei Anwendung der Durchschnittsmethode durch den Ausweis von Buchwertveränderungen des Vorratsvermögens systematisch zu erheblichen Diskontinuitäten in der Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Aurubis-Konzerns. Dabei handelt es sich um Bewertungsergebnisse, die unseres Erachtens zu einer betriebswirtschaftlich nicht zutreffenden Darstellung in der Lageberichterstattung führen. Darüber hinaus entstanden aus der Kaufpreisallokation im Zuge des Erwerbs der Rolled Products Division von Luvata Einmaleffekte, die ebenso zu einer Verzerrung in der Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Aurubis-Konzerns führen würden.

Um den operativen Erfolg des Aurubis-Konzerns unabhängig von derartigen Bewertungseinflüssen zur internen Steuerung darstellen zu können, erfolgt die interne Berichterstattung und Steuerung des Konzerns auf Grundlage des operativen Ergebnisses.

Die Herleitung des operativen Ergebnisses aus der IFRS Ertragslage erfolgt durch die
» Bereinigung um Bewertungsergebnisse aus der Anwendung der Durchschnittsmethode nach IAS 2
» Bereinigung um kupferpreisbedingte Bewertungseffekte auf Vorratsbestände
» Bereinigung um Effekte aus Kaufpreisallokationen, i.W. auf Sachanlagevermögen, ab dem Geschäftsjahr 2010/11

Die Erläuterung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage nach IFRS wird ausführlich im Geschäftsbericht dargestellt.

Im Geschäftsjahr 2010/11 erwirtschaftete der Aurubis-Konzern ein operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 292 Mio. € (Vj. 159 Mio. €), was den insgesamt guten Geschäftsverlauf des Aurubis-Konzerns widerspiegelt.

Die Ertragslage wurde im Wesentlichen durch folgende Faktoren beeinflusst:
» Die Schwefelsäurepreise lagen wesentlich über dem Niveau des Vorjahres und wirkten sich trotz niedrigerer Absatzmengen deutlich positiv auf das Konzernergebnis aus.
» Ein höherer Einsatz von Schrotten und anderen Recyclingmaterialien erfolgte bei guten Raffinierlöhnen und hoher Materialverfügbarkeit.
» Es bestand eine hohe Nachfrage nach Kupferprodukten bei angestiegenen Formataufpreisen sowie einem Anstieg der Kathodenprämie.
» Es wurde ein gutes Metallausbringen bei hohen Metallpreisen erzielt.

Die gestiegenen Metallpreise waren wesentlich für die Erhöhung des Umsatzes von 9.865 Mio. € auf 13.336 Mio. € verantwortlich. Nach Abzug des Material-aufwandes, der sich ebenfalls aufgrund der höheren Metallpreise von 9.299 Mio. € im Vorjahr auf 12.535 Mio. € erhöhte und nach Einbeziehung des Bestandsaufbaus sowie der übrigen Erträge, ergab sich ein Rohergebnis in Höhe von 944 Mio. € (Vj. 752 Mio. €).

Der Personalaufwand stieg im Berichtszeitraum von 295 Mio. € auf 312 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen zurückzuführen auf gestiegene Erfolgsbeteiligungen, dem Mitarbeiteraufbau, sowie auf die Personalkosten der ehemaligen Luvata RPD-Gesellschaften im September, die aufgrund der Erstkonsolidierung im Vorjahr nicht enthalten waren.

Die Abschreibungen auf Anlagevermögen betrugen rund 113 Mio. € und veränderten sich gegenüber dem Vorjahr (106 Mio. €) nur geringfügig.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 164 Mio. € im Vorjahreszeitraum auf 192 Mio. € angestiegen. Die Erhöhung des betrieblichen Aufwands gegenüber dem Vorjahr ist teilweise bedingt durch die Erstkonsolidierung der Luvata RPD-Akquisition sowie durch verschiedene Einzelsachverhalte. Dazu zählt gestiegener Beratungsaufwand sowie erhöhter Aufwand im Rahmen geplanter und ungeplanter Stillstände.

Das Ergebnis vor  Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte rund 440 Mio. € (Vj. 293 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 327 Mio. € gegenüber 187 Mio. € im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Nach Einbeziehung des Zinsergebnisses betrug das Ergebnis vor Ertragssteuern 292 Mio. € (Vj. 159 Mio. €). Die Nettozinsaufwendungen von 35 Mio. € haben sich gegenüber dem Vorjahr (28 Mio. €) um 7 Mio. € erhöht, bedingt im Wesentlichen durch eine höhere durchschnittliche Bruttoverschuldung sowie höheren Zinsen.

Nach Abzug des Steueraufwandes ergibt sich ein Konzernüberschuss in Höhe von 211 Mio. € (Vj. 121 Mio. €).

Finanzlage und Investitionen
Der gute Geschäftsverlauf wirkte sich positiv auf den IFRS-Brutto-Cashflow aus, der mit 792 Mio. € um 280 Mio. € über dem Wert des Vorjahres lag (Vj. 512 Mio. €). Der Mittelabfluss aus der Veränderung des Working-Capital betrug 374 Mio. € und lag damit um rund 53 Mio. € unter dem Vorjahresvergleichswert. Insgesamt ergab sich in der Berichtsperiode ein Netto-Cashflow in Höhe von 418 Mio. €, der um 333 Mio. € über dem Vorjahreswert lag.

Die Investitionen (inklusive Finanzanlagen und vor der Akquisition der Luvata RPD) betrugen im Berichtszeitraum 116 Mio. € (Vorjahr 151 Mio. €) und bestanden im Wesentlichen aus Investitionen in Sachanlagen. Die größten Investitionen entfielen dabei auf die im laufenden Geschäftsjahr in Betrieb genommene Erweiterung der Verarbeitung komplexer Sekundärrohstoffe  am Standort Lünen (KRS-Plus), den Ausbau der Konzentratverarbeitung am Standort Hamburg (Future RWO) sowie den Ausbau der Anodenschlammverarbeitung am Standort Hamburg.

Nach Abzug der Investitionen in das Anlagevermögen vom Netto-Cashflow ergibt sich ein Free Cashflow der mit 302 Mio. € um 368 Mio. € über dem des Vorjahres liegt.

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden zudem Netto-Zahlungen für den Erwerb von Anteilen verbundener Unternehmen der Rolled Products Division von Luvata in Höhe von 159 Mio. € geleistet. Unter der Berücksichtigung von Zinszahlungen und erhaltenen Dividenden ergibt sich ein Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit in Höhe von 257 Mio. €.

Ausblick
Im Kernmarkt Kupfer und auch in anderen Metallmärkten spricht trotz konjunktureller Unsicherheiten vieles für anhaltend hohe Metallpreise, jedoch ist mit Preisvolatilität zu rechnen. Wir erwarten Unsicherheiten in der weiteren Nachfrageentwicklung in unserem Kupferproduktabsatz. Andererseits dürfte die Energiewende in Deutschland dazu beitragen, durch den ansteigenden Bedarf an Gießwalzdraht positive Impulse zu erhalten. Der Absatz von Schwefelsäure wird weiterhin von der Nachfrage aus der Agrar- und Minenindustrie gefördert, wobei dieser Markt sensibel auf Nachfrageschwankungen reagiert.

Für Kupferkonzentrate rechnen wir mit einer guten Marktversorgung durch die fortschreitende Realisierung von Minenprojekten. Beeinträchtigungen durch Produktionsstörungen in den Minen sind jedoch weiterhin möglich. Insgesamt sehen wir uns auf den Weltmärkten für Konzentrate durch unsere Position und unsere Vertragsstrukturen sehr gut aufgestellt.

Das Angebot am Markt für Altkupfer unterliegt unmittelbar wirksamen Einflussfaktoren und kann sich schnell ändern. Bei hohen Kupferpreisen und geringen chinesischen Einkaufsaktivitäten sind die Chancen für eine weiterhin zufriedenstellende Verfügbarkeit aber gut.

Wir werden auch angesichts der unsicheren Entwicklungen im Umfeld unsere Strategie weiter verfolgen und an unserem Ziel, die Stärken im Unternehmen auszubauen, Chancen zu nutzen und die Widerstandsfähigkeit zu verbessern, festhalten. Nicht oder schwierig zu beherrschende Risiken, wie sie aus der Energiemarkt- und Konjunkturentwicklung entstehen, können dies allerdings erschweren.

Wir sehen uns gut aufgestellt mit unserem Geschäftsmodell und schauen trotz des schwierigen Umfeldes zuversichtlich auf die nächsten Jahre.

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