Leutkirch: Solarpark mit einer Fläche von 101.000 m² in Betrieb genommen

Pressefoto / Leutkirch

Zehn Hektar große Photovoltaikanlage offiziell in Betrieb genommen – Bürger können und sollen sich beteiligen.

In Leutkirch im württembergischen Allgäu, dort wo im Jahr 2011 die meisten Sonnenstunden gemessen wurden, ist jetzt folgerichtig einer der größten Solarparks Baden-Württembergs offiziell in Betrieb genommen worden. Schon seit Jahren führt Leutkirch die Solar-Bundesliga der Mittelstädte souverän an. Mit der neuen Anlage wird der Vorsprung sicherlich weiter steigen. „Wir nutzen schon seit vielen Jahren die Sonne“, erklärte dazu Hans-Jörg Henle, Leutkircher Oberbürgermeister. Er verwies darauf, dass gar nicht so maßgeblich die Stadt, sondern die Bürger für die herausragende Stellung der Stadt im Solarbereich verantwortlich seinen. Auch beim neuen Solarpark wird die Bürgerbeteiligung ganz groß geschrieben, wie alle verantwortlichen betonten.

Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle, EnBW Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Villis, OEW Geschäftsführerin Barbara Endriss, Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und Michael Krumböck, Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft Leutkirch eG nehmen die Anlage offiziell in Betrieb.

Die Anlage liegt direkt neben der Autobahn A 96 auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube, die mit Abraum des Autobahn-Ausbaus nur unzureichend aufgeschüttet wurde und somit für die Landwirtschaft nur minderwertig zu nutzen gewesen wäre. Der Solarpark ist zehn Hektar groß und hat eine Nennleistung von fünf Megawatt. Damit werden jährlich fünf Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt, die rund 1500 Haushalte versorgen. Die CO2-Einsparung liegt bei 2800 Tonnen.

Bauherr der Anlage ist die Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW)  Erneuerbare Energien. Beteiligt an dem Projekt sind die Stadt Leutkirch, die EnBW, der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) und die Energiegenossenschaft Leutkirch. Über die Genossenschaft können die Bürger sich auch an dem Projekt beteiligen. Mit einem Betrag von 200 Euro können sie Mitglied werden und dann ab 5000 Euro Darlehen zeichnen. Der Solarpark gehört zum Projekt „Nachhaltige Stadt Leutkirch“, Erarbeitung eines ökologischen, ökonomischen und sozialen nachhaltigen Energiekonzept für die Stadt Leutkirch.

Für OB Henle ist die neue Freiflächenanlage ein Projekt der Superlative, welches der Sonnenstadt Leutkirch gut zu Gesichte steht. Erneut hob er die gute Zusammenarbeit mit der EnBW hervor. Für ihn ist es auch wichtig, dass die Energiewende auf breite Zustimmung der Bevölkerung stößt. „Nur gemeinsam können wir den Weg begehen.“ Dem anwesenden Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sagte er: „Wir sind auf einem spannenden Weg und Sie werden noch viel Spannendes aus Leutkirch hören.“ Hierbei verwies er auch auf die fünf Workshops beim Projekt „Nachhaltige Stadt Leutkirch“, in den 75 Bürger Vorschläge entwickeln wollen, die dem Gemeinderat bei seiner Entscheidungsfindung beim Leutkircher Weg zur Energiewende Argumentationshilfen geben sollen.

EnBW-Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Villis sagte : „Leutkirch ist ein Spitzenplatz für einen Solarpark. Der Park ist ein Symbol für die Energiewende.“ Das Projekt „Nachhaltige Stadt Leutkirch habe Modellcharakter, der über die Grenzen des Bundeslandes reichen werden. Der EnBW-Chef meinte: „Hier können wir nicht nur üben, sondern realisieren.“

Auch Helmfried Meinel unterstrich den Modellcharakter des Projekts und lobte besonders die Bürgerbeteiligung. Dem Land Baden-Württemberg sei es besonders wichtig, bei der Energiewende die Bürger mit im Boot zu haben. Für OEW-Geschäftsführerin Barbara Endriss ist der Tag der Inbetriebnahme des neuen Solarpark ein wichtiger und schöner: „Denn er zeigt, dass wir beim Thema Energiewende nicht geschlafen haben, wie so häufig behauptet wurde. Es zeigt, was alles möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Technische Daten zum Solarpark im Pilotprojekt „Nachhaltige Stadt Leutkirch“:
Nennleistung: 5 Megawatt (MW)
Ertrag: 5 Millionen Kilowattstunden (kWh) jährlich
Versorgung: 1.500 Haushalte
CO2-Einsparung: 2.800 Tonnen
Komponenten: 20.080 polykristalline Module des Herstellers Yingli
6 Zentralwechselrichter des Herstellers SMA

Angaben zum Baufortschritt:
Baustart: Mitte November
Inbetriebnahme: Ende 2011

Ausführende Unternehmen:
Bauherr: EnBW Erneuerbare Energien GmbH
Ausführung: Bauunternehmen Alpine-Energie aus Biberach

Standort und Größe:
Lage: Parallel zur Bundesautobahn A96
Größe: 101.000 Quadratmeter
Untergrund: ehemals Kiesgrube (Konversionsfläche)

PM: http://www.nachhaltige-stadt-leutkirch.de

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