Praxissemester in „Energietechnik und Ressourcenoptimierung“ bietet spannende Perspektiven

v.l. Prof. Dr. Torsten Cziesla, Studiengangsleiter "Energietechnik und Ressourcenoptimierung", Prof. Dr. Marcus Kiuntke, Prakikumsbetreuer, Paul Berlage, Bürgermeister der Stadt Drensteinfurt, Tobias Lodenkemper und Anke Steinkamp, Stadtverwaltung Drensteinfurt vor einem Wärmetauscher, wie er im Abwasserkanal eingesetzt wird. Foto: HSHL

Der angehende Energietechniker Tobias Lodenkemper betreute im Praktikum die innovative Anlage zur Wärmegewinnung in Drensteinfurt-Walstedde.

Studium mit Praxisbezug – das ist die Maxime der Hochschule Hamm-Lippstadt. Darum wird nicht nur in den Vorlesungen der Anwendungsbezug hervorgehoben, sondern ein ganzes Semester für den Schritt in die reale Arbeitswelt reserviert. Tobias Lodenkemper hat dieses Praxissemester seit Oktober 2011 bei der Stadt Drensteinfurt absolviert. Den angehenden Energietechniker faszinierte das einzigartige Projekt zur Wärmegewinnung, das die Stadt an der Walstedder Pumpstation installiert hat. Die Anlage kombiniert eine thermische Solaranlage mit einer Hybridwärmepumpe, die aus der Temperatur des Abwassers und der Abluft der Kompressoren im Pumpwerk Energie gewinnt. Diese Energie wird für Heizung und Brauchwasser in der angrenzenden Sportanlage sowie zukünftig im Feuerwehrgerätehaus genutzt. Prof. Dr. Marcus Kiuntke, Praktikumsbetreuer des Studenten: „Die gleichzeitige Nutzung von drei verschiedenen Energiequellen macht die Anlage zu einem innovativen Pilotprojekt, welches die Hochschule Hamm-Lippstadt wissenschaftlich begleitet. Ich freue mich, dass wir mit Herrn Lodenkemper einen engagierten Studenten für dieses Projekt gewinnen konnten.“

Für den 22-jährigen angehenden Ingenieur aus Ahlen waren die unterschiedlichen Bestandteile der Anlage zunächst eine besondere Herausforderung: „Hier waren nicht nur die Inhalte einer einzigen Vorlesung gefragt. Ich musste gedankliche Zusammenhänge zwischen ganz verschiedenen Fächern herstellen und die Anlage als Ganzes verstehen lernen. Erst dann kann man die Komponenten sinnvoll steuern.“

Seine Aufgabe war es, die aufgezeichneten Mess- und Temperaturdaten auszuwerten und den Betrieb der Anlage zu optimieren. Abhängig von Außentemperatur und anderen Bedingungen gilt es, Schwellenwerte zu definieren, die grundlegend für die automatische Regelung der Anlage sind. Ist zum Beispiel die Leistung der Solaranlage im Winter durch das wenige Sonnenlicht nicht ausreichend, muss stärker auf die Hybridwärmepumpe zurückgegriffen werden. Die Programmierung der Anlage wird so auf Grundlage der Messdaten immer weiter verfeinert und ihr Wirkungsgrad erhöht.

Die fachliche Weiterbildung ist aber für Studiengangsleiter Prof. Dr.-Ing. Torsten Cziesla nur ein positiver Effekt des Praxissemesters: „Die Zeit im Unternehmen gibt den Studierenden einen ersten Einblick in ihr späteres Berufsfeld. Es dient natürlich der Vertiefung erlernter Inhalte. Aber es ist auch ganz pragmatisch der oftmals erste Kontakt mit der Arbeitswelt. Erfahrungen mit der Zusammenarbeit im Team, mit der Organisation von Arbeitsabläufen und Projekten und mit dem ganz normalen Berufsalltag spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung auf die Zeit nach dem Abschluss.“

Darüber hinaus ist das Praxissemester nicht nur als Ausflug in die Arbeitswelt zu verstehen, der nach einem Semester beendet ist. Im Idealfall wird das Engagement im Anschluss fortgesetzt und das Thema in Projektarbeiten und gegebenenfalls sogar in der abschließenden Bachelorarbeit aufgegriffen. Auch Tobias Lodenkemper kann sich vorstellen, nach dem Ende seines Praktikums in der zweiten Januarhälfte weiter an dem Projekt zu arbeiten: „Im Sommer herrschen ganz andere Bedingungen für den Betrieb der Anlage. Die Daten müssen mindestens über eine Messperiode von einem Jahr ausgewertet werden, um eine optimale Programmierung und sinnvolle Ansteuerung der Energiequellen zu ermöglichen. Ich möchte hier gerne noch weiter mitmachen, weil ich das Thema spannend finde.“

Paul Berlage, Bürgermeister von Drensteinfurt, freut sich auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit von Stadt und Hochschule: „Das Projekt hat viel Potential, und gemeinsam können wir hier echte Pionierarbeit leisten.“

Über die Hochschule Hamm-Lippstadt:
Mit der Entscheidung der nordrhein-westfälischen Landesregierung, eine neue Fachhochschule in Hamm und Lippstadt aufzubauen, wurde 2009 der Grundstein für eine Hochschule neuen Profils gelegt. Präsident Prof. Dr. Klaus Zeppenfeld und Vizepräsident Karl-Heinz Sandknop haben gemeinsam mit ihrem Team praxiserfahrener Professorinnen und Professoren ein innovatives Studienangebot im Bereich der Ingenieurwissenschaften entwickelt. Derzeit werden sechs Bachelorstudiengänge angeboten, die sich durch Marktorientierung und hohen Praxisbezug auszeichnen.
Wachstum wird in den nächsten Jahren die Entwicklung der Hochschule Hamm-Lippstadt bestimmen. Weitere Bachelorstudiengänge und Masterangebote werden hinzukommen. Mit der Errichtung der beiden Neubauten in Hamm und Lippstadt werden zeitgleich auch gebäudetechnisch ideale Voraussetzungen geschaffen, um Ingenieurinnen und Ingenieure für die Zukunft auszubilden.

PM: Britta Jakob
Marketing und Kommunikation
Hochschule Hamm-Lippstadt

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