Bundesverband veröffentlicht Hintergrundpapier zur Stimulation geothermischer Reservoire

[Berlin, den 11.01.2012] Um Politik und Öffentlichkeit über die Methode der „Hydraulischen Stimulation“ in der Geothermie zu informieren, hat der GtV-Bundesverband Geothermie ein Hintergrundpapier erstellt. Damit reagiert der Verband auf die öffentliche Diskussion der vergangenen Monate, die im Zusammenhang mit der Kritik an den so genannten „Fracking-Technologien“ entstanden ist. Das Papier gibt umfassende technische Informationen zur hydraulischen Stimulation, die für die Nutzung der Tiefen Geothermie als nachhaltige Energiequelle eine bedeutende Rolle spielt.

Das Hintergrundpapier des GtV-Bundesverbandes Geothermie erklärt nicht nur das Verfahren der hydraulischen Stimulation, sondern gibt auch eine Einschätzung der damit verbundenen Risiken und erläutert die angewandten Sicherheitskonzepte. Die Autorengruppe mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft macht dabei deutlich, dass bei der Stimulation geothermischer Reservoire meist auf die Beimengung von Chemikalien sowie Stützmitteln verzichtet werden kann und vorwiegend reines Wasser eingesetzt wird. Für alle bestehenden Risiken liegen zudem bewährte Regelungen vor, so dass entsprechende Vorsichtsmaßnahmen vorgenommen werden, die den Eintritt von Gefahren wirksam verhindern. Waldemar Müller-Ruhe, Präsident des GtV-Bundesverbandes Geothermie, fasst zusammen: „In diesem Hintergrundpapier stellt der Bundesverband Geothermie gegenüber Politik und Öffentlichkeit umfassend und sachlich dar, dass der Einsatz dieses Verfahrens in der Geothermie entgegen der vorgebrachten Kritik absolut verantwortbar ist.“

Die Tiefe Geothermie als regenerative, landschaftsschonende und zugleich grundlastfähige Energiequelle wird durch hydraulische Stimulationsmaßnahmen unabhängig von den geologischen Verhältnissen in ganz Deutschland nutzbar. Durch die Injektion von Wasser werden dabei in Gesteinseinheiten bestehende Risse erweitert oder auch zusätzliche Risse erzeugt. So erhöht sich die Durchlässigkeit des Untergrundes und das Thermalwasser kann leichter zirkulieren, um mehr Erdwärme aufzunehmen und an die Oberfläche zu befördern. Die hydraulische Stimulation ermöglicht somit auch die Erdwärmegewinnung aus hydraulisch dichten Kristallin-Gesteinen, die mit Abstand die größte Energieressource des Untergrundes darstellen.

In den vergangenen Monaten ist die Methode jedoch in die Diskussion geraten. Grund ist die Kritik am „Hydraulic Fracturing“ der unkonventionellen Erdgasförderung, da zwischen den jeweils eingesetzten Verfahren technische Parallelen bestehen. So betrifft ein Genehmigungsstopp in Nordrhein-Westfalen neben Erdgasaufsuchungen auch Projekte der Tiefen Geothermie. Der GtV-Bundesverband Geothermie hält diese pauschale Abkehr von jeder Form der auch als „Fracking-Technologien“ bezeichneten Maßnahmen jedoch für ungerechtfertigt und möchte mit Hilfe des Hintergrundpapiers über die Methode der hydraulischen Stimulation in der Geothermie aufklären. Müller-Ruhe: „Die Tiefe Geothermie spielt für eine zukunftsfähige Energieversorgung in Deutschland eine bedeutende Rolle. Um von ihrem großen Potenzial zu profitieren, müssen wir bereits erfolgreich angewandte Technologien wie die hydraulische Stimulation nutzen und weiterentwickeln. Mit dem nun veröffentlichten Hintergrundpapier will der GtV-Bundesverband Geothermie einen Beitrag dazu leisten, die kontroversen Diskussionen der vergangenen Zeit zu versachlichen.“

Das Hintergrundpapier zur Stimulation geothermischer Reservoire steht auf der Internetseite des Verbandes www.geothermie.de unter „Publikationen“ sowie direkt unter diesem Link zur Verfügung.

Über den GtV-Bundesverband Geothermie: Der 1991 gegründete GtV-Bundesverband Geothermie e.V. (GtV-BV) ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Einzelpersonen, die auf dem Gebiet der Erdwärmenutzung in allen Bereichen der Forschung und Anwendung tätig sind. Er vereint derzeit ca. 900 Mitglieder aus Industrie, Wissenschaft, Planung und der Energieversorgungsbranche. Hauptaufgaben des Verbandes sind die Information der Öffentlichkeit über die Nutzungsmöglichkeiten geothermischer Energie zur Wärme- und Stromerzeugung sowie der Dialog mit politischen Entscheidungsträgern. Der GtV-BV organisiert den jährlichen Geothermiekongress ebenso wie Workshops zu aktuellen Themen und gibt neben Informationsmaterial die Fachzeitschrift „Geothermische Energie“ heraus. Der Geothermiekongress DGK 2012 findet vom 14. bis 16. November in Karlsruhe statt, begleitet von der Fachmesse geoENERGIA.

PM: Bettina Ostwald
GtV-Bundesverband Geothermie e.V.
Bettina.Ostwald@geothermie.de
www.geothermie.de

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